Burger King Whopper-Konzern einigt sich mit Lizenznehmer

Nach den Schlagzeilen um Hygienemängel und miese Arbeitsbedingungen folgt nun der Neustart: Burger King hat sich mit seinem größten deutschen Franchisenehmer geeinigt.

Passanten spiegeln sich in der Tür einer Burger King-Filiale Quelle: dpa

Monatelang haben sie gestritten, jetzt gibt es eine Einigung zwischen Burger King und dem russischen Investor Alexander Kolobov. Kolobov erhält mit seinem Unternehmen Firma Schloss Burger die notwendige Lizenz für den Weiterbetrieb seiner aktuell 84 Schnellrestaurants in Deutschland.

Vorausgegangen war ein Skandal um Hygienemängel und Arbeitsbedingungen in Burger-King-Filialen, die von Kolobov und seinem früheren Kompagnon Ergün Yildiz betrieben wurden. Burger King entzog dem Betreiberunternehmen, das damals unter dem Namen Yi-Ko firmierte, die Lizenz. Die Restaurants mussten schließen, und Yi-Ko meldete im Dezember 2014 Insolvenz an.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Nachdem Kolobov im Januar überraschend alle Außenstände beglichen hatte, wurde das Insolvenzverfahren wieder aufgehoben und die Restaurants eröffneten erneut unter der Marke Burger King. Die Fastfood-Kette hatte das zwar toleriert, aber bisher noch keiner dauerhaften Lizenz zugestimmt. Um die Wogen zu glätten, trennte sich Kolobov von seinem Geschäftspartner Yildiz, installierte ein neues Management um den Geschäftsführer Denis Korabljov und benannte seine Restaurant-Firmen um.

Das Burger-King-Management überzeugte der Neustart, wohl auch weil ein Scheitern der Verhandlungen zu herben finanziellen Einbußen auf dem wichtigsten Markt außerhalb der USA geführt hätte. Schon der Yi-Ko-Skandal hatte dem Unternehmen massiv geschadet. Nach den Berichten über die Yi-Ko-Läden wurden andere Filialen in Sippenhaft genommen, die Umsätze brachen ein.

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Noch 2013 wurden hierzulande mehr als zehn Prozent der weltweiten Burger-King-Umsätze erzielt. 98,1 Millionen Dollar spülte der Verkauf von Whoppern und Softdrinks allein im ersten Quartal 2013 in die Kassen. Ein Jahr später lag der Anteil des Deutschlandgeschäfts nur noch im einstelligen Bereich und wurde nicht separat ausgewiesen. Im Geschäftsbericht vermerkten die Amerikaner nur knapp, dass die "Schwäche in Deutschland" die guten Ergebnisse in Europa aufhebe.

Nun erhoffen sich wohl beide Seiten, dass der Betrieb ohne neue Schlagzeilen weitergeht. Für die 3000 Mitarbeiter in Kolobovs Filialen endet damit eine monatelange Hängepartie.

Insgesamt gibt es in Deutschland rund 700 Burger-King-Restaurants, die von Lizenznehmern betrieben werden. Nach dem Neustart ist Kolobov, der auch in Russland rund 250 Filialen der Burger-Kette betreibt, auch weiterhin der größte Lizenznehmer der Fastfood-Kette in Deutschland.

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