1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Dienstleister
  4. Business Travel: Warum Geschäftsreisen immer teurer werden

Business TravelWarum Geschäftsreisen immer teurer werden

Deutsche Unternehmen geben immer mehr Geld für Geschäftsreisen aus. Der Trend wird auch im kommenden Jahr anhalten - und sich voraussichtlich verschärfen. Die Gründe sind vielschichtig.Hans-Jürgen Klesse 30.08.2017 - 14:09 Uhr

Was Geschäftsreisende heute bewegt.

Foto: Fotolia

Deutschland ist Exportnation, entsprechend viel sind die Mitarbeiter der Unternehmen in aller Welt unterwegs. 51,6 Milliarden Euro hat die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr für Geschäftsreisen ausgegeben, über 183 Millionen Dienstreisen im In- und Ausland wurden unternommen. Das zeigt die „Geschäftsreiseanalyse 2016“. Dazu hat der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR), der die Geschäftsreiseinteressen der deutschen Wirtschaft vertritt, rund 800 Unternehmen befragt.

Während die Ausgaben um 1,5 Prozent wuchsen, nahm die Zahl der Reisen nur um 0,4 Prozent zu, eine Folge des Trends zu längeren Reisen: Dienstfahrten dauern im Schnitt 2,3 Tage – im Vorjahr 2,1 Tage –, die Zahl der Hotelübernachtungen stieg von 67,6 auf 74,3 Millionen. Für die Zukunft geht der Verband davon aus, dass Reisevolumen und –ausgaben weiter steigen.

Geschäftsreisen werden 2018 teurer

Eine gemeinsame Prognose der GBTA Foundation, dem Marktforschungsableger des internationalen Geschäftsreiseverbands GBTA, und der auf das Dienstreise-Management spezialisierten Reisebürokette Carlson Wagonlit Travel (CWT) bestätigt das: Für 2018 prognostiziert die Studie steigende Preise, Flugtickets verteuern sich danach im weltweiten Schnitt um 3,5 Prozent, Hotelübernachtungen um 3,7 Prozent, Bahnfahrten und andere Bodenverkehrsmittel wie Busse oder Taxi-Fahrten um 0,6 Prozent.

Bei Reisen innerhalb Westeuropas müssen die Firmen mit überdurchschnittlich hohen Preissteigerungen rechnen: Flüge verteuern sich um 5,5, in Osteuropa sogar um 7,1 Prozent, die Hotelzimmerpreise steigen europaweit um sechs Prozent. Die teuersten Reiseländer weltweit sind Neuseeland mit Hotelpreiserhöhungen um knapp zehn und Russland mit knapp zwölf Prozent. Letzteres ist vor allem auf die Fußballweltmeisterschaft zurückzuführen.

Reisebüros werden entbehrlich

Auffällig ist ein Trend in der Reisemanagement-Organisation: Während früher fast alle Unternehmen Reisebüroketten wie BCD, Carlson Wagonlit Travel oder American Express Global Business Travel (GBT) beschäftigten, verzichten inzwischen immer mehr auf die Hilfe dieser Dienstleister: 44 Prozent aller Konzerne mit mehr als 500 Mitarbeitern und fast 60 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten organisieren ihr Travel Management ohne professionelle Hilfe.

Platz 10: Qantas: (Australien)
Aus über 500 Quellen haben die Experten von Flightstats ausgewertet, wie viele Flüge der internationalen Airlines im Jahr 2016 mit Verspätung gelandet sind. In der Rangliste der großen Fluggesellschaften kommt die australische Qantas mit 15,7 Prozent unpünktlichen Flügen auf Platz zehn.

Quelle: Flightstats/Bloomberg

Foto: REUTERS

Platz 9: TAM Linhas Aéreas (Brasilien):
Die Airline ist die brasilianische Tochter des südamerikanischen Luftfahrtkonzerns Latam. 2016 waren 14,93 Prozent der Landungen verspätet.

Foto: REUTERS

Platz 8: Delta Air Lines (USA)
Die größte Airline der USA fliegt von ihrem Knotenpunkt Atlanta aus Ziele weltweit an. Das Unternehmen führte 2016 rund 1,9 Millionen Flüge an – nur 14,83 Prozent davon kamen verspätet an.

Foto: AP

Platz 7: Singapore Airlines (Singapur)
Die Fluglinie aus dem ostasiatischen Stadtstaat fliegt Ziele auf der ganzen Welt an. Von den gut 85.000 Flügen im Jahr 2016 kamen 14,55 Prozent unpünktlich an.

Foto: dpa

Platz 6: ANA (Japan)
All Nippon Airways ist die größte japanische Airline. Im vergangenen Jahr landeten 14,46 Prozent der Flüge mit Verspätung.

Foto: REUTERS

Platz 5: Austrian (Österreich)
Die Lufthansa-Tochter aus Österreich hat es mit ihrer Pünktlichkeitsbilanz auf den fünften Platz geschafft. 14,26 Prozent der Ankünfte waren 2016 verspätet.

Foto: dapd

Platz 4: Qatar Airways (Katar)
Von den angriffslustigen Airlines vom persischen Golf hat es nur die Fluggesellschaft aus dem Emirat Katar in die Spitze geschafft. Hier kamen vergangenes Jahr 13,66 Prozent der Flüge zu spät an.

Foto: AP

Platz 3: JAL (Japan)
Bei den Passagieren nur die Nummer zwei, doch bei der Pünktlichkeit schlägt Japan Airlines den lokalen Konkurrenten ANA. 12,2 Prozent der Ankünfte waren 2016 verspätet.

Foto: REUTERS

Platz 2: Iberia (Spanien)
Die größte spanische Fluggesellschaft fliegt seit 2011 unter einem Konzerndach mit British Airways. Während bei den Briten jedoch fast jeder vierte Flug verspätetet ist, glänzt Iberia mit einer Verspätungsquote 11,82 Prozent.

Foto: Presse

Platz 1: KLM (Niederlande)
Auch die nationale Airline der Niederlande ist der Konzernschwester Air France um Längen voraus. Von 234.881 KLM-Flügen kamen im vergangenen Jahr lediglich 11,47 Prozent zu spät.

Foto: dpa

Knapp hinter der Spitze: Lufthansa (Deutschland)
Die größte deutsche Airline hat es 2016 nicht unter die pünktlichsten Groß-Airlines der Welt geschafft – allerdings denkbar knapp. Von den 494.583 Lufthansa-Flügen landeten laut Flightstats 16,23 Prozent zu spät – im Schnitt 35,6 Minuten.

Foto: dpa

Flop 10: Hainan Airlines (China)
Bei der Fluggesellschaft aus der südchinesischen Provinz Hainan waren im vergangenen Jahr 30,3 Prozent der Ankünfte verspätet. Die Airline bedient vor allem innerchinesische Verbindungen, fliegt aber auch in die USA und nach Europa.

Foto: REUTERS

Flop 9: Korean Air (Südkorea)
Bei der nationalen Fluggesellschaft aus Südkorea landeten 2016 insgesamt 31,74 Prozent aller Flüge verspätet.

Foto: dpa

Flop 8: Air China (China)
Die staatliche Fluggesellschaft der Volksrepublik arbeitet eng mit der Lufthansa zusammen und fliegt in Deutschland Frankfurt, München und Düsseldorf an. 2016 waren 32,73 Prozent der Flüge verspätet.

Foto: REUTERS

Flop 7: Hong Kong Airlines (China)
Eine weitere Airline aus China, bei der es häufig zu Verspätungen kommt: Bei Hong Kong Airlines aus der Sonderverwaltungszone im Süden des Landes landeten im vergangenen Jahr 33,42 Prozent der Flüge verspätet.

Foto: dpa

Flop 6: China Eastern Airlines (China)
Das chinesische Quartett auf den hinteren Plätzen macht China Eastern komplett: 35,8 Prozent der Ankünfte waren bei der Fluggesellschaft aus Schanghai, die häufig nach Australien und Nordamerika fliegt, verspätet.

Foto: REUTERS

Flop 5: Asiana Airlines (Südkorea)
Auch die zweite große Fluggesellschaft aus Südkorea hat keine gute Pünktlichkeitsbilanz. 37,46 Prozent der Ankünfte waren 2016 verspätet.

Foto: dpa

Flop 4: Philippine Airlines (Philippinen)
Bei der nationalen Fluggesellschaft des südostasiatischen Inselstaates landeten 2016 38,33 Prozent aller Flüge verspätet.

Foto: REUTERS

Flop 3: Air India (Indien)
Die Staatsairline aus Indien ist die Nummer drei auf dem Subkontinent und im Verspätungsranking. Im vergangenen Jahr landeten 38,71 Prozent der Flüge verspätet.

Foto: dapd

Flop 2: Icelandair (Island)
Die Airline setzt besonders auf Transatlantikverbindungen mit Zwischenstopp auf Island. Das läuft offenbar nicht ganz reibungslos: 41,05 Prozent der Ankünfte waren nicht pünktlich.

Foto: AP

Flop 1: El Al (Israel)
Hohe Sicherheitsvorkehrungen führen bei der staatlichen Airline aus Israel zu stattlichen Verspätungen. Laut den Daten von Flightstat kamen im vergangenen Jahr 56 Prozent aller Flüge mit Verspätung an.

Foto: REUTERS

Wer noch ein Reisebüro einschaltet, bezahlt das in den meisten Fällen aufwandsabhängig im Rahmen einer sogenannten Transaction-Fee-Regelung. Dabei wird für jede Leistung – zum Beispiel eine Buchung, Umbuchung oder Stornierung eines Flugtickets, eines Hotelzimmers oder einer Bahnfahrt, aber auch die Erstellung von Statistiken über einzelne Kostenpositionen – eine vorab vereinbarte Gebühr berechnet.

Pauschale Vergütungen, im Branchenjargon als Management Fee bezeichnet, haben sich kaum durchgesetzt. Weniger als zehn Prozent der Unternehmen haben solche Reisebüroverträge abgeschlossen. Wichtigste Auswahlkriterien sind Erreichbarkeit, Kompetenz, individueller Service und nachgewiesene Kosteneinsparungen.

Unterwegs für den Chef: Was Angestellte über ihre Rechte auf Geschäftsreisen wissen sollten
Es gibt Berufe, bei denen sich die Frage eigentlich nicht stellt, ob eine Geschäftsreise angetreten werden muss. Vertriebsmitarbeiter, Manager und Außendienstangestellte können oft ihren beruflichen Verpflichtung gar nicht ohne solche nachkommen. Aber auch für alle anderen Angestellten gilt, dass eine vom Arbeitgeber angeordnete Reise unabhängig davon, was im Arbeitsvertrag vereinbart wurde, Pflicht sein kann. Voraussetzung ist, dass der Umfang der Reise zumutbar ist. Quelle: Flightright
Wer beruflich viel unterwegs ist und zu Geschäftspartnern per Flugzeug reist, nimmt in der Regel auch an einem Bonus-Programm teil und sammelt fleißig Meilen. Das ist sinnvoll und von Vorteil – für den Arbeitgeber. Denn das Bundesarbeitsgericht entschied (Az.: 9 AZR 500/05), dass diesem die dienstlich gesammelte Bonusmeilen seines Angestellten zustehen. Denn demjenigen, in dessen Auftrag eine Geschäftsreise stattfindet und auf dessen Kosten diese durchgeführt wird, stehen auch die Sondervorteile der genutzten Fluggesellschaft zu. Die Abgabe der Bonusmeilen kann jedoch auch von den individuellen Regelungen des Arbeitsvertrags bzw. einer Betriebsvereinbarung abhängen. Eine so genannte Herausgabepflicht besteht laut Bürgerlichen Gesetzbuch (Paragraph 667 2. Alt. BGB) auch bei allen anderen Vorteilen, die einem Arbeitnehmer im Zusammengang mit seiner beruflichen Tätigkeit zuteil werden.
Geschäftsreisen sind meistens streng durchgetaktet und schon alleine deshalb zuweilen nervenaufreibend. Wenn dann aber noch Verzögerungen hinzukommen, weil das Flugzeug verspätet oder aber gar nicht startet, gerät der Reisende schnell ins Schwitzen und muss nicht selten einen ganz neuen Plan aufstellen. Die EU-weit geltende Fluggastrechte-Verordnung (EG VO 261/2004) hat festgelegt, dass Passagiere entschädigt werden sollen, wenn sie aufgrund einer Flugverspätung oder -annullierung mehr als drei Stunden später als geplant ans Ziel kommen und die Fluggesellschaft diese Verzögerung verschuldet hat. „Die wenigsten Geschäftsreisenden wissen, dass ihnen als unmittelbar Betroffenen diese Entschädigung in Höhe von bis zu 600 Euro zusteht und nicht ihrem Arbeitgeber - auch wenn dieser das Ticket gezahlt hatte“, weiß Jonas Swarzenski, Leiter der Rechtsabteilung von flightright. „Und das gilt auch für alle dienstreisenden Beamte, wie das Bundesministerium des Innern seine Behörden in einem Schreiben bereits 2014 informierte“, ergänzt der Jurist.
Wenn man schon für den Chef weit reist, dann möchte man auch nach getaner Arbeit etwas von der Fremde sehen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Denn wird man bei seinen privaten Ausflügen während einer Geschäftsreise überfallen und verletzt, gilt dies nicht zwingend als Dienstunfall und die gesetzliche Unfallversicherung tritt nicht in Kraft, bloß weil man sich auf Anordnung des Arbeitgebers fern der Heimat befindet. Wie das Wiesbadener Sozialgericht in einem Fall entschied, entfalle der Versicherungsschutz, wenn der Betroffene sich rein persönlichen und nicht mehr von der Betriebstätigkeit beeinflussbaren Belangen widme (SG Wiesbaden, Az.: S 1 U1528/04).
Dass während einer Geschäftsreise telefoniert werden muss, versteht jeder. Unterwegs sind  jedoch nicht nur Rücksprachen mit Kollegen, Partnern und den Arbeitgebern nötig, auch private Gespräche lassen sich häufig nicht verschieben. Der Bundesfinanzhof hat entschieden (Az.: VI R 50/10), dass Telefonkosten als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben von der Steuer absetzbar sind, wenn Geschäftsreisende mindestens eine Woche aufgrund einer Tätigkeit oder einer Fortbildung außer Haus seien. In der Begründung hieß es, dass sich nach einer auswärtigen Tätigkeit von mindestens einer Woche die notwendigen privaten Dinge aus der Ferne nur mit Kosten regeln ließen, die über dem normalen Lebensbedarf lägen.
Nutzt ein Arbeitnehmer für einen dienstlich angeordneten Termin seinen eigenen PKW und hat auf dem Weg zu oder von diesem einen Unfall, kann er bei seinem Arbeitgeber für den Schaden Ersatz verlangen. Das Bundesarbeitsgericht setzt hierfür allerdings voraus, dass der Arbeitgeber die Fahrt genehmigt und der Arbeitnehmer den Unfall nur mit maximal leichter Fahrlässigkeit verursacht hat (BAG, Az.: 8 AZR 647/09).
Nicht jeder Arbeitnehmer hat das Glück, dass ihm sein Arbeitgeber die gesamte, für eine Geschäftsreise aufgebrachte Zeit vergütet oder gutschreibt. Mit Verweis auf den bestehenden Tarifvertrag hatte das Bundesarbeitsgericht (Az.: 9 AZR 519/05) die Klage eines Angestellten des öffentlichen Dienstes zurückgewiesen, der seine durch Hin- und Rückreise für auswärtige Termine aufgebrachten Überstunden gutgeschrieben haben wollte. Eine Geschäftsreise müsste generell jedoch weder entgelt- noch arbeitszeitrechtlilch als tatsächliche Arbeitszeit gewertet werden, wenn der Arbeitgeber es seinem Angestellten überlässt, wie er die Dienstreisezeit nutzt. Erst wenn der Geschäftsreisende diese An- und Abreisezeit nicht frei gestalten und somit als Erholungsphase nutzen kann, sondern auf Anordnung des Arbeitgebers mit dem eigenen PKW fährt oder aber beispielsweise sich auf der Hinreise auf den Geschäftstermin  vorbereitet, ist die investierte Zeit als Arbeitszeit zu quittieren. Allerdings ist dem Angestellten mindestens die tägliche regelmäßige Arbeitszeit zu vergüten – auch dann, wenn er während des auswärtigen Termins vor Ort weniger als seine Regelarbeitszeit gearbeitet hat.
Für Angestellte im Außendienst entschied der Europäische Gerichtshof erst im vergangenen September, dass bei diesen auch die An- bzw. Abreisereise zum ersten Termin bzw. vom letzten Termin zur Arbeitszeit zähle: Der Arbeitnehmer stünde hier nämlich während dieser Fahrzeiten dem Arbeitgeber zur Verfügung und unterstehe auch dessen kurzfristigen Anweisungen, beispielsweise in welcher Reihenfolge die Termine zu leisten sind. Von einer frei zu gestaltenden Zeit können folglich nicht die Rede sein.

Digitalisierung verändert die Spielregeln

Bei Flugtickets, Hotelzimmern, Mietwagen oder Bahnfahrten Rabatte auszuhandeln, wird für die Unternehmen – ob mit oder ohne professionelles Travel Management – immer schwieriger. Nicht nur, weil sich die Ansprüche der reisenden Mitarbeiter verändert haben, sondern vor allem, weil im Reisemarkt neue Spielregeln gelten.

Schuld ist die Digitalisierung, die Preisbildung ist flexibler und fragmentierter geworden, dadurch für Travel Manager aber auch intransparenter. Was praktisch bedeutet: Je häufiger Airlines oder Hotels ihre Tarife der tagesaktuellen Nachfrage anpassen, umso weniger Sinn macht es, solche Preise für längere Zeiträume auszuhandeln und in dicken Verträgen mit vielen Bedingungen festzuhalten.

Skytrax-Ranking: Die besten Airlines der Welt
Garuda IndonesiaVorjahr: Rang 11Quelle: Skytrax
Hainan AirlinesVorjahr: Rang 12
Etihad AirwaysVorjahr: Rang 6
LufthansaVorjahr: Rang 10
EVA AirVorjahr: Rang 8
Cathay PacificVorjahr: Rang 4
EmiratesVorjahr: Rang 1
ANA All Nippon AirwaysVorjahr: Rang 5
Singapore AirlinesVorjahr: Rang 3
Qatar AirwaysVorjahr: Rang 2

Die Digitalisierung hat auch die Machtverhältnisse verändert. Nicht nur die Fluglinien, auch die Hotellerie ist selbstbewusster geworden und lässt sich nicht mehr auf jede Forderung der Unternehmenskunden ein. Zum Beispiel bei den Stornierungsregeln: Zuerst der weltweit größte Zimmeranbieter Marriott, kurz darauf auch Hilton, verlangen seit Anfang August die Zahlung des Zimmerpreises, wenn die Buchung nicht mindestens 48 Stunden vor Anreise storniert wurde.

Was einer Revolution gleichkommt: Übliche Praxis war, dass Geschäftsreisende noch bis 18 Uhr am Anreisetag kostenlos stornieren konnten.

Nach Erkenntnissen des Hotelportals HRS entstehen den Unternehmen dadurch Mehrkosten von zwei Prozent. Bei großen Konzernen könnten da schnell einige Millionen zusammenkommen, vor allem wenn weitere Ketten dem Beispiel von Marriott und Hilton folgen.

Das Taxi an der Farbe erkennen – geht das?
Das klassische kräftige Taxigelb ist mittlerweile eher die Ausnahme. Schwarz-gelb sind die Taxifarben Barcelonas. In Deutschland sind die meisten Taxen mittlerweile elfenbeinfarben. In der Schwabenmetropole Stuttgart bestimmt der Taxibetreiber sogar nach eigenen Belieben die Farbe. Ebenso in den polnischen Städten Warschau, Danzig und Krakau. Dort ist jede Farbe erlaubt. Das berühmte Londoner Cab ist natürlich schwarz. In Rom, Mailand und Madrid werden Ihnen weiße Taxis begegnen. Schwarz wäre dort im Sommer wohl auch viel zu heiß.

Quelle: mytaxi

Foto: REUTERS

Muss man am Bahnhof oder Flughafen immer das erste Taxi in der Reihe nehmen?
Fahrgäste in Deutschland und Österreich haben freie Taxiwahl, denn es gilt der "Grundsatz der Vertragsfreiheit." Wer also lieber in das zweite oder dritte Taxi einsteigen will, muss keine Rücksicht auf die Reihenfolge in der Taxischlange nehmen.

In anderen Ländern ist das unüblich. Im Vereinigten Königreich zum Beispiel, wo stets großer Wert auf gesittetes Schlangestehen gelegt wird, ist die Beachtung der Reihenfolge entsprechend wichtig. Dort und auch in Italien, Portugal oder Polen ist das vorderste Taxi zu nehmen. Dies gilt ganz besonders an Flughäfen.

Aufgepasst in Spanien! Hier ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass immer das erste Fahrzeug in der Reihe zu wählen ist. Nur falls das Fahrzeug in offenkundig schlechtem Zustand ist oder die gewünschte Zahlungsweise nicht unterstützt, kann der Fahrgast es verweigern.

Foto: dpa

Darf ein Taxifahrer eine Fahrt ablehnen?
Generell haben Taxifahrer und -unternehmen eine Beförderungspflicht - auch bei Kurzstrecken. Das bedeutet, dass sie eine Fahrt nur dann ablehnen können, wenn der Fahrgast eine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung des Betriebs darstellt. Das ist etwa dann der Fall, wenn Personen stark betrunken sind, sich aggressiv verhalten oder eine ansteckende Krankheit haben. Diese Regelung gilt auch in anderen Ländern. In Italien können außerdem Jugendliche unter 18 Jahren ohne erwachsene Begleiter als Fahrgäste abgelehnt werden und spanische Taxifahrer können Fahrten zu gefährlichen Bereichen, wie etwa Drogenumschlagsplätzen, verweigern.

Foto: dpa

Was ist mit Kindersitzen?
Auch Familien mit Kindern können als Fahrgäste abgelehnt werden, wenn das Fahrzeug nicht über genügend Kindersitze verfügt. Beim Bestellen des Taxis sollten Reisende mit Kindern deshalb immer angeben, ob und wie viele Kindersitze sie benötigen.

Foto: REUTERS

Wie viel Gepäck ist erlaubt?
Während in Deutschland, Österreich und Polen Hand- und Reisegepäck des Fahrgasts in der Regel kostenlos befördert wird, ist in Portugal nur das Handgepäck im Fahrpreis inbegriffen. Reisegepäck kostet 1,60 Euro extra. Ausnahmen sind Kinderwagen oder ein Rollstuhl, die ebenfalls kostenlos befördert werden. Pragmatisch sieht die Regelung in Italien, Spanien und Polen aus: Was in den Kofferraum passt, muss mit, sofern es nicht das Fahrzeug beschädigt oder die Sicherheit beeinträchtigt.

In Italien und Spanien werden jedoch in einzelnen Städten zusätzliche Gebühren fällig. So kostet die Beförderung eines zusätzlichen Gepäckstücks, das größer ist als 35 x 25 x 50 cm, in Rom einen Euro. In Barcelona ebenso, aber unabhängig von der Koffergröße. Sehr gründlich ist das Thema in Deutschland geregelt: Hier muss ein Taxi laut Gesetz mindestens 50 Kilogramm Gepäck mitnehmen können. Und wenn beim ersten Versuch nicht das ganze Gepäck in den Kofferraum passt, ist der Taxifahrer sogar verpflichtet, mehrere Beladungsversuche zu unternehmen.

Foto: REUTERS

Darf das Haustier mitfahren?
In Italiens Taxis ist das Mitnehmen von Tieren - außer Blindenhunden - grundsätzlich verboten. Hier muss ein spezieller Taxi-Service gebucht werden. Weniger klar ist die Situation für Spanien-Urlauber: Nur wenn der Fahrer zustimmt, darf das Tier an Bord. In Deutschland hingegen dürfen Tiere grundsätzlich mitgenommen werden – allerdings nicht auf den Sitzplätzen. Einzige Voraussetzung ist hier, wie auch in Polen, dass die Sicherheit des Betriebs nicht gefährdet wird und andere Fahrgäste nicht belästigt werden. Außerdem fallen in Deutschland vielerorts Zusatzkosten an – nicht jedoch für Blindenhunde. Sie müssen kostenlos transportiert werden. In Portugal müssen die vierbeinigen Begleiter in Käfigen untergebracht sein.

Foto: AP

Darf man im Taxi essen und trinken?
Das Essen und Trinken der Fahrgäste während der Fahrt ist bei Taxifahrern in allen Ländern wenig beliebt, weil es leicht zu Verschmutzungen und Geruchsbelästigung führt. Darüber hinaus ist es in Portugal, Italien und Polen generell verboten und in Spanien zumindest solange der Fahrer es nicht ausdrücklich erlaubt. Auch in Deutschland kann der Fahrer grundsätzlich selbst bestimmen, ob in seinem Auto gegessen werden darf. Hungrige Fahrgäste sollten das vor Fahrtantritt klären. Gegen einen Schokoriegel oder einen Apfel wird kaum jemand etwas sagen. Bei einem Döner, einem Fischbrötchen oder einer Currywurst kann das schon anders aussehen. Daher das Taxi lieber als Transportmittel zum Restaurant nutzen anstatt darin zu essen.

Foto: AP

Wie viel Trinkgeld ist angemessen?
Zehn Prozent, 20 Prozent - wie viel Trinkgeld ist angemessen? Und müssen Passagiere überhaupt etwas geben oder nicht? In Deutschland gilt: Man sollte, muss aber nicht. Denn hierzulande sind die Bediengelder im Fahrpreis enthalten. Dennoch sollte es für gute Leistung auch ein gutes Trinkgeld geben. Üblich sind zehn bis zwanzig Prozent des Fahrpreises. Auch in Österreich und Polen wird ein Trinkgeld in Höhe von circa zehn Prozent von Touristen erwartet – auch wenn die Einheimischen nur dann Trinkgeld geben, wenn sie einen besonderen Service erhalten haben. Ebenso in London und Dublin. In Spanien, Italien und Portugal wird kein Trinkgeld erwartet. Möchte man dennoch etwas geben gelten fünf Prozent als angemessen.
Übrigens: Irlands Taxifahrer gelten als die freundlichsten auf der ganzen Welt. Ausgezeichneter Service und Freundlichkeit sollten ein Trinkgeld wert sein.

Foto: REUTERS

Dauerbaustelle Hoteleinkauf

Aber auch aus hausgemachten Gründen ist der Hoteleinkauf der meisten Unternehmen eine Dauerbaustelle: Viele haben zwar Verträge mit Hotelketten – aber die Dienstreisenden spielen nicht mit. Statt wie in den Reiserichtlinien empfohlen – manchmal sogar zwingend vorgeschrieben – in Vertragshotels zu übernachten, suchen sie lieber selbst aus. 37 Prozent aller Geschäftsreisenden steigen in Hotels ab, die nicht den Vorgaben ihres Arbeitgebers entsprechen, hat die Studie „Business Travel and Technology“ der Expedia-Geschäftsreisetochter Egencia ergeben. Hauptargument für die Verweigerungshaltung: zu weite Entfernung des Vertragshotels vom eigentlichen Reiseziel.

Immer mehr Unternehmen verzichten darum auf eigene Hotelverträge und lassen ihre reisenden Mitarbeiter über Online-Portale wie HRS buchen – mit kostenloser Stornierung und attraktiven Preisen. Bisher zumindest, denn seitdem die Portale ihre Vertragshotels nach mehreren höchstrichterlichen Entscheidungen nicht mehr dazu verpflichten dürfen, ihnen den jeweils niedrigsten Preis zu gewähren, sind Direktbuchungen im Hotel häufig günstiger.

4 Tipps für Meetings im Ausland
Bei allem Verständnis für die Gewohnheiten internationaler Geschäftspartner: Biedern Sie sich nicht an. Amerikaner erwarten von Deutschen keine Witze, Asiaten keine krampfige Verbeugung, sondern starke Geschäftspartner.
Bei Verhandlungen zu sehr aufs Tempo zu drücken schadet besonders in Asien und arabischen Ländern. Besser: Zeit nehmen, zuhören, Essen gehen – dann klappt’s auch mit dem Vertrag.
Geschäftsleute außerhalb Deutschlands sind irritiert, wenn Deutsche nach einem lockeren Essen bierernst ins Meeting gehen. Sie plaudern auch bei offiziellen Besprechungen gern über Privates – stellen Sie sich darauf ein.
Sätze wie „Das ist falsch!“ stoßen nicht nur Asiaten vor den Kopf – besonders wenn sie vor Kollegen fallen. Kontroverses besser in höfliche Fragen verpacken: „Können wir das bitte noch mal detailliert besprechen, ich glaube, wir haben unterschiedliche Ansätze.“

Wie der Fall der sogenannten Bestprice-Klausel die Preisbildung verändert hat, zeigt eine Untersuchung der Shopping-Plattform Mydealz.de. Bei der Analyse kam heraus, dass eine Direktbuchung im Hotel in sieben von zehn Fällen günstiger war als eine der gängigen Plattformen. Preisersparnis pro Zimmer: im Schnitt 47 Euro oder 37 Prozent.

Hinzu kommt: Immer mehr vielreisende Business-Nomaden haben keine Lust mehr auf den Einheitsbrei der Kettenhotellerie. Vor allem jüngere Semester der Generation Y buchen lieber bei Online-Privatzimmervermittlern wie Airbnb – und das häufig sogar zu attraktiveren Preisen. Die haben Geschäftsreisende inzwischen als neue und interessante Zielgruppe erkannt und ihr Angebot entsprechend segmentiert, bei Airbnb zum Beispiel über die Filterfunktion „Business Travel Ready“. Die dort gelisteten Häuser und Wohnungen sind kurzfristig verfügbar, haben Föhn und Bügeleisen, oben drauf gibt es bei der ersten Buchung einen Begrüßungsrabatt.

Mehr Auswahl bei der Hotelbuchung

Travel Manager wie Reisebüroketten sehen solche Entwicklungen mit gemischten Gefühlen – die Travel Manager, weil ihnen die Kontrolle über die Reisebudgets entgleiten, und Reiserichtlinien zu Makulatur werden, die Reisebüroketten, weil sie fürchten, von neuen Anbietern, die ursprünglich nicht aus dem Reisemarkt kommen, aus dem Geschäft gedrängt zu werden.

Von Concur zum Beispiel, der Geschäftsreisesparte des Software-Giganten SAP. Über die Plattform können nicht nur Reisen gebucht werden, auch Abrechnungsfunktionen und individuelle Firmenabkommen mit Fluglinien und Hotelketten oder alternative Angebote wie Airbnb lassen sich integrieren und fließen im Gegensatz zu den gängigen Reisebüro-Reportingtools in die Statistiken der Kunden mit ein.

Die Reisebüroketten reagieren ebenfalls mit neuen Plattformen, CWT etwa mit RoomIt, was Firmenreisenden die Hotelsuche erleichtern soll. Einbinden lassen sich dort Ketten und Einzelhotels, mit oder ohne speziell vereinbarte Zimmerpreise, und auch Anbieter wie Airbnb. Neue Suchfunktionen gibt es für die Reisenden, integrierte Lösungen für Bezahlmöglichkeiten oder Reportings soll das neue Tool für Travel Manager attraktiv machen.

Mit dem Flieger ins Büro

Wie man im Silicon Valley Dienstreisen per Flugzeug handhabt

von Matthias Hohensee und Andreas Menn

Bei den Reisenden selbst ist der Fokus anders: Fast jeder zweite macht sich nach den Terroranschlägen der vergangenen Monate Sorgen um die Sicherheit, jeder vierte musste seine Reiseplanung wegen politischer Instabilität im Zielland ändern oder sogar aufgeben. Dies sind Ergebnisse der Studie „Chefsache Business Travel“ der Geschäftsreiseanbieter im Deutschen Reise Verband (DRV), die gerade zum fünften Mal durchgeführt wurde.

Stefan Vorndran, Geschäftsführer der Geschäftsreisebürokette BCD und DRV-Vorstandsmitglied: „Die Sicherheit auf Reisen ist zu einem wichtigen Thema für Unternehmen geworden, insbesondere bei Reisen in Krisenregionen, sollte ein 24-Stunden-Service für den Notfall sichergestellt sein.“

Bei Vorndrans Brötchengeber BCD wie bei seinen Wettbewerbern gehören sogenannte Tracking-Systeme, mit denen die reisenden Mitarbeiter jederzeit lokalisiert werden können, und rund um die Uhr besetzte Hotlines für Krisen- und Notfälle zum Standard-Service.

Platz 13: Hannover-Langenhagen

Am pünktlichsten starteten Flugreisende in diesem Jahr vom Flughafen Hannover-Langenhagen. Am größten Airport Niedersachsens starteten fast 90 Prozent aller Flüge nach Plan. Zuletzt machte der Flughafen dennoch negative Schlagzeilen, weil dort etwa 1000 Passagiere nach Unwettern gestrandet waren und kaum versorgt wurden. Insgesamt 11667 Flugzeuge starteten in diesem Jahr von Hannover aus, 81 Starts fielen aus und 1250 Maschinen verspäteten sich. Die Studie erfasst dabei alle Verspätungen von mindestens 15 Minuten.

(Quelle: www.airhelp.com)

Foto: dpa Picture-Alliance

Platz 12: Stuttgart

Der 2004 ausgebaute und modernisierte Flughafen fällt unter das Motto „klein aber fein“. Schon 2014 bekam der Airport die Auszeichnung als „bester Flughafen Europas“ in der Kategorie der Flughäfen zwischen fünf und zehn Millionen Passagieren. Auch in Sachen Pünktlichkeit liegt Stuttgart vorne. Seit Jahresbeginn starteten insgesamt 23.012 Flüge vom größten Airport Baden-Württembergs. Davon fielen 201 komplett aus und 2834 Maschinen starteten mit Verspätung. Fast 87 Prozent aller Flüge hoben somit planmäßig ab.

Foto: dpa

Platz 11: Leipzig/Halle

Insgesamt 4558 Passagiere flogen in diesem Jahr aus Leipzig/Halle ab. Mit 45 ausgefallenen und 572 verspäteten Flügen gehört der Airport zu den pünktlichsten in Deutschland. Gut 86,46 Prozent der Flüge konnten dort planmäßig starten. Während der Flughafen bei den Passagierzahlen auf Platz 13 liegt, ist er im Frachtbereich der zweitgrößte hinter Frankfurt am Main.

Foto: dpa

Platz 10: Köln/Bonn

Auch im Rheinland können sich Reisenden in den allermeisten Fällen auf die Abflugzeiten verlassen. Von den 21.867 Fliegern, die in diesem Jahr von Köln/Bonn aus gestartet sind, fielen 143 aus und 2825 verspäteten sich. Damit liegt die Quote der nach Plan abgehobenen Flüge bei 86,43 Prozent.

Foto: dpa

Platz 9: Bremen

Mit bislang 5342 gestarteten Flugzeugen gehört der Bremer Airport zu den kleineren der Republik. Ausgefallen sind in diesem Jahr insgesamt 47 Flüge, 681 verspäteten sich. Damit wurden die Abflugpläne zu 86,37 Prozent eingehalten.

Foto: dpa Picture-Alliance

Platz 8: Nürnberg

Der Flughafen in Nürnberg gehört ebenfalls du den zuverlässigeren im Lande. Immerhin 85,16 Prozent aller Flüge hoben in diesem Jahr zur angegebenen Zeit ab. Von insgesamt 9652 Flügen fielen 110 aus, weitere 1322 starteten verspätet.

Foto: dpa Picture-Alliance

Platz 7: Berlin-Schönefeld

Die Hauptstadt und ihre Flughäfen: Neben den jahrelangen Problemen beim Neubau des BER sorgt auch der alte Airport in Schönefeld für negative Schlagzeilen. Von den 20.968 Flügen waren in diesem Jahr zwar nur 3068 verspätet, dafür vielen aber insgesamt 343 Starts komplett aus. In dieser Kategorie liegt Schönefeld auf dem vierten Rang, obwohl der Flughafen mit 83,73 Prozent planmäßigen Starts insgesamt im Mittelfeld des Rankings landet.

Foto: dpa Picture-Alliance

Platz 6: Dresden

Am Airport der sächsischen Landeshauptstadt starten und landen verhältnismäßig wenige Flieger, in diesem Jahr waren es erst 4679. Davon verspäteten sich 731, weitere 38 fielen komplett aus. Damit liegt die Quote der planmäßigen Starts in Dresden bei gut 83,5 Prozent.

Foto: dpa Picture-Alliance

Platz 5: Hamburg

Auch in der Hansestadt brauchen Reisenden gute Nerven. Der älteste und fünftgrößte Airport Deutschlands wurde 2016 von insgesamt 162, Millionen Passagieren genutzt, in diesem Jahr starteten und landeten dort bereits 34.872 Flugzeuge. Davon fielen 238 komplett aus und 6161 waren mindestens 15 Minuten zu spät. Die Quote der planmäßigen Flüge liegt damit in Hamburg bei 81,6 Prozent.

Foto: dpa

Platz 4: Düsseldorf

Am drittgrößten deutschen Flughafen starteten und landeten in diesem Jahr bereits 52.290 Maschinen. Dabei lief wie an den anderen deutschen Airports nicht immer alles nach Plan. Insgesamt 9970 Flugzeuge verspäteten sich, 311 fielen komplett aus. Die Quote der planmäßigen Flüge liegt damit in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen bei knapp 80 Prozent.

Foto: dpa

Platz 3: München

Der Franz-Josef-Strauß-Flughafen gehört mit 42,3 Millionen Passagieren zu den größten Drehkreuzen in Europa. Kein Wunder also, dass dort nicht immer alles nach Plan läuft. Von den 93.814 Flügen, die in diesem Jahr dort starteten und landeten, verspäteten sich 19.010. Insgesamt 684 Flüge wurden komplett gestrichen. Damit liegt die Quote der planmäßigen Flüge in München bei knapp 79 Prozent.

Foto: dpa

Rhein-Main-Flughafen

Foto: dpa

Platz 1: Berlin-Tegel

Vielleicht brauchen die Berliner ja deshalb einen neuen Flughafen: Der unpünktlichste deutsche Airport liegt nämlich in Tegel. Nur 73 Prozent der Flüge starteten in diesem Jahr nach Plan. Von 44.105 Maschinen waren 11129 verspätet, 729 fielen ganz aus. Im vergangenen Jahr wurden dort 21,2 Millionen Fahrgäste abgefertigt, damit lag Tegel in dieser Statistik hinter Frankfurt, München und Düsseldorf an vierter Stelle in Deutschland.

Foto: dpa

Aber auch andere Dienstleister drängen in das lukrative Geschäft mit der Angst. SAP-Ableger Concur etwa. Mit „Concur Locate“ und „Active Monitoring“, den beiden für Krisenfälle entwickelten Anwendungen, können Unternehmen innerhalb von Minuten wichtige Informationen an ihre reisenden Mitarbeiter übermitteln und mit ihnen kommunizieren.

Mit einem entscheidenden Vorteil: Im Gegensatz zu den Systemen der Reisebüroketten, die dazu ausschließlich auf eigene Buchungsdaten aus den Profi-Reservierungssystemen zurückgreifen, funktionieren das Concur-Tracking auch, wenn die Reisenden Flüge und Zimmer direkt auf der Webseite einer Fluglinie, einer Hotelkette oder auf einer Sharing-Economy-Plattform wie Airbnb gebucht haben. TripLink wurde speziell für Unternehmen entwickelt, die auf Reisebüro-Betreuung und deren Online-Buchungsplattformen verzichten, und es ihren Reisenden selbst überlassen, welche Airlines oder Hotels sie nutzen und wie sie die buchen.

Wave

Die Koordination von Terminen ist auf der Geschäftsreise nicht nur unerlässlich, sondern auch leicht umsetzbar. Die sowohl für Android als auch iOS kostenlose Kalender-App "Wave" verfügt über vielfältige Funktionen zum Verwalten von Terminen. Mit der benutzerfreundlichen Drag and Drop-Funktion können Einträge beliebig verschoben und angeordnet werden. Die Ansicht lässt sich leicht von einem Tag, auf eine Woche, einen Monat oder ein ganzes Jahr wechseln. Besonders praktisch: Die Synchronisierungsfunktion, die alle Termine aus verschiedenen Kalendern zu einem zentralen Terminplan zusammenfasst - ganz gleich, ob diese aus anderen E-Mail-Programmen wie Outlook, Google oder Hotmail oder sozialen Netzwerken wie Facebook synchronisiert werden.

Quelle: Storymaker, eigene Recherche
Stand: August 2016

Foto: Presse

SignEasy

Die App SignEasy ermöglicht die Abwicklung von wichtigen Geschäften auf der Reise. Ob im Zug oder Flugzeug - Dokumente wie zum Beispiel Steuererklärungsformulare, Immobilienverträge, Rechnungen oder Arbeitsaufträge können mit der Anwendung für iOS oder Android auf einem Tablet oder Smartphone gespeichert und unterwegs signiert werden. Da Druck- und Scan-Vorgänge dadurch entfallen, lässt sich durch die Anwendung Zeit und Geld sparen. Die Grundfunktionen sind kostenlos, erweiterte Versionen sind im App-Store für 3,33 -6,66 Dollar erhältlich. Die Free Ware unterstützt die gängigen Formate der Text- und Bildbearbeitungsprogramme (PDF, Word, Excel, Text, JPG, PNG). Der Zugriff auf die gewünschten Dokumente ist über den E-Mail-Account, die Dropbox oder andere Cloud-Systeme möglich.

Foto: Presse

HotelTonight

Für Geschäftsreisende, die ihre Unterkunft nicht von langer Hand geplant haben, bietet die App HotelTonight eine Möglichkeit zur kurzfristigen Buchung ab einer Woche im Voraus. Der Anbieter arbeitet mit über 15.000 Hotels in 35 Ländern zusammen und listet die dort vorhandenen Restplätze auf. Nutzern stehen verschiedenen Suchoptionen zur Verfügung - die Sortierung kann nach der näheren Umgebung, innerhalb eines bestimmten Kartenausschnitts oder nach festgelegten Sehenswürdigkeiten erfolgen. Außerdem können Hotels aus verschiedenen Klassen ausgewählt werden, darunter "Basic", "Hip" und "Luxus". Der Anbieter wirbt damit, eine Geschäftsreise in 10 Sekunden reservieren zu können. Auch diese App ist sowohl mit dem Betriebssystem von Apple als auch mit Android kompatibel und kostenfrei. Welche Version erforderlich ist, hängt von dem entsprechenden Gerät ab.

Foto: Presse

Mytaxi

Zumindest in Deutschlands Großstädten gehört die Handysoftware Mytaxi längst zum Alltag vieler Kunden. Per GPS bestimmt die App den Standort des Benutzers, zeigt an, welche Taxen sich in der näheren Umgebung befinden und lässt diese per Knopfdruck anrücken. Auf dem Display erscheinen nicht nur das Bild des Fahrers und die Bewertungen früherer Reisender. User können unmittelbar verfolgen, wie der Wagen anrollt. Ein idealer Service auf Geschäftsreisen, wo die schnelle Kalkulation der Anbindung von einem Kundentermin zum anderen oder vom Flughafen zum Hotel eine wichtige Rolle spielt. Mit der optionalen Integration der App in Google Maps können Nutzer außerdem vergleichen, wie sie am schnellsten an das gewünschte Ziel kommen. Für Geschäftskunden bietet der Anbieter einen erweiterten Account an, über den die User die Fahrten bargeldlos einmal im Monat über das Unternehmen in Form einer Sammelrechnung abrechnen können. Verfügbar ist die Gratis-App nicht nur für Android- und iOS-Smartphones, sondern auch für Blackberrys und Windows Phones. In über 40 Städten wird der Service bereits angeboten.

Foto: Presse

GoodReader

2014 gehörte das Textverarbeitungsprogramm GoodReader zu den meistgekauften Apps bei iTunes. Das Besondere: Mit der Anwendung lassen sich nicht nur MS-Office-Dokumente, PDFs oder Zip-Dateien verwalten und lesen, sie sind auch bearbeitbar, was zumindest bei dem allseits beliebten PDF-Format längst keine Selbstverständlichkeit darstellt. Kernstück der knapp fünf Euro teuren App sind die Funktionen für eigene Markierungen, Kommentare und Notizen. Dabei können Nutzer zwischen verschiedenen farbigen Textmarkern, Pfeilen und Rahmen wählen. Eine gute Alternative zum klassischen Notizblock oder dem Bildbearbeitungsprogramm auf dem Laptop. Besonders auf Reisen sparen Geschäftsleute mit dem GoodReader Stauraum im Koffer.

Foto: Screenshot

FieldTrip

Die nächste Gratis-App für iOS- und Android-Smartphones zeigt Freizeitmöglichkeiten in der näheren Umgebung auf. FieldTrip ist sozusagen ein digitaler Reiseführer, der Geschäftsleuten bei Bedarf den Ausgleich zum Berufsalltag schaffen kann. Gegliedert in verschiedene Kategorien wie zum Beispiel "Architektur", "Geschichte", "Lifestyle", "Essen" und "Trinken und Spaß" schlägt die App interessante Orte in der Nähe des jeweiligen Standorts vor. Das macht die Suche nach einem geeigneten Restaurant für den nächsten Business Lunch leichter. Die Vorschläge sind mit Bildern, Links und ausführlichen Artikeln näher beschrieben.

Foto: Screenshot

Vizable

Ein geeignetes Tool, um Daten für Meetings interaktiver zu gestalten, ist die App Vizable des Softwareherstellers Tableau. Mit der Anwendung lassen sich zum Beispiel Verkaufszahlen, Zugriffe auf Webseiten, Bestellungen, Reklamationen oder private Daten auf dem Smartphone oder iPad analysieren und grafisch aufbereiten. Nach der erfolgreichen Erstellung der Grafik kann diese bei Bedarf mit Kollegen und Geschäftspartnern geteilt werden. Der Nachteil: Nach derzeitigem Stand ist die kostenfreie App nur für iOS-Geräte erhältlich.

Foto: Screenshot

TripIt

Mit der kostenlosen Reise-App TripIt lassen sich nicht nur Kurzurlaube im Inland, sondern auch die nächsten Geschäftsreisen organisieren. Mit der Anwendung können Termine und Reiseinformationen synchronisiert und mit Kollegen oder Geschäftspartnern geteilt werden. Über die Verbindung mit Google Maps lassen sich zudem Navigationsfunktionen nutzen. Anschauliche Icons (Messer und Gabel oder Musiknote) verweisen auf das nächste Geschäftsessen oder Konzert, sodass keine Verpflichtung in Vergessenheit gerät. Der Nachteil: Die App ist nur auf Englisch verfügbar und die Synchronisation mit einem Kalender ist nur über den Desktop-PC möglich. In der Pro-Version für 3,04 Euro werden noch einige nützliche Features wie Infos und Updates zum Flug (wie etwa Verspätungen oder Gate-Wechsel) angeboten. TripIt kann im Google Play Store oder bei iTunes heruntergeladen werden.

Foto: WirtschaftsWoche

iTranslate

Auch das Gratis-Tool iTranslate für Android- oder iOS ist ein willkommener Begleiter auf der Geschäftsreise. Die Übersetzungs-App arbeitet ähnlich wie der Translator von Google. Nach der Eingabe einer Ausgangssprache erfolgt die wortgetreue Übersetzung in die Zielsprache. Eine Spracheingabe ist in Form von Text oder einer Tonaufnahme möglich. Die Anwendung unterstützt unterschiedliche Dialekte und über 90 Sprachen. Gerade im Geschäftsalltag, in dem viele mit mehreren Sprachen konfrontiert werden, ein praktisches Hilfsmittel, das (bei effektiver Benutzung) die erfolgreiche Kommunikation gewinnbringend unterstützen kann.

Foto: Presse

WeatherPro

Die für knapp drei Euro erhältliche Wetter-Applikation Weather Pro kommt vollständig ohne Werbung aus. Dafür zeigt sie die neuesten Wetterprognosen an - nach Belieben für die nächsten sieben Tage - an fast jedem Ort der Welt. Im Vergleich zur kostenfreien Konkurrenz Wetter.com bietet die Wetter-App von Meteo-Group einige Zusatzfunktionen an, darunter die Windgeschwindigkeit und -richtung sowie die erwartete Niederschlagsmenge. Wer noch detailliertere Auskünfte wünscht, kann sich mit der zusätzlich integrierten Radar- und Satelliten-Ansicht selbst ein Bild von den Wetteraussichten machen. Die Vorabinformationen zur Regenwahrscheinlichkeit können die Planung der Businesskleidung auf der Geschäftsreise durchaus erleichtern. Unterstützt wird die App sowohl von Android als auch von iOS.

Foto: Presse

Neue Rolle für Travel Manager

Doch längst nicht alle Unternehmen nutzen solche Angebote. Einer GBTA-Untersuchung zum Risiko-Management zufolge sind zwar 71 Prozent aller Travel Manager dafür verantwortlich, dass das Tracking der Reisenden reibungslos funktioniert und 63 Prozent sind auch für die Kommunikation mit den Reisenden im Krisenfall zuständig – doch die sind sich ihrer Verantwortung offenbar häufig nicht bewusst, 30 Prozent lehnen sogar jede Hilfe ab, wenn die Reisenden außerhalb der unternehmenseigenen Programme gebucht haben.

Merkel, Putin, Trump & Co.

Wie viel Beinfreiheit genießen die Staatschefs?

Branchenexperten sehen ohnehin die Gefahr, dass im Travel Management nicht mehr die richtigen Schwerpunkte gesetzt werden. Hochqualifizierte Fachkräfte sind Mangelware, vor allem für Unternehmen an weniger attraktiven Standorten wird es immer schwieriger, Ingenieure oder IT-Spezialisten zu finden. Travel Manager, die ihre reisenden Kollegen aus Kostengründen mit rigorosen Reiserichtlinien traktieren, in enge Economy-Sitze oder auf zeitaufwändige Umsteigeflüge zwingen und in unattraktiven Hotels unterbringen, wirken da eher kontraproduktiv.

Zumal der Managernachwuchs der Generation Y bei Mobilitätsfragen ohnehin anders tickt als Reisende älterer Semester. Bei ihren Reise-Präferenzen ebenso wie bei Dienstwagen. Der BMW auf Firmenkosten etwa hat seinen Nimbus als Prestigeobjekt bei vielen jüngeren High-Potentials längst verloren. Sie fahren lieber Taxi oder manchmal sogar Fahrrad.

Geschäftsreisen

Krisen bringen positive Nebeneffekte

von Hans-Jürgen Klesse

Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group hat daraus die Konsequenzen gezogen: Dort hat jeder reisende Berater ein Mobilitätsbudget zur Verfügung. Ob er das für einen Dienstwagen oder ein E-Bike, für Carsharing oder eine Geschäftsreise verwendet, bleibt jedem selbst überlassen.

KI, AR und VR machen das Reisen bequemer

Auch wenn solche neuen Ansätze bisher eher die Ausnahme sind –deutlich sichtbar werden die Veränderungen schon heute in der technischen Aufrüstung. Künstliche Intelligenz (KI), Augmented Reality (AR) oder Virtual Reality (VR) verändern vor allem die Reiseplanung. KI etwa kann in Zukunft nicht nur Travel Managern helfen, Unstimmigkeiten in der Reisekostenabrechnung aufzudecken oder Verstöße gegen Reiserichtlinien offen zu legen, sie macht auch das Buchen für den Reisenden bequemer, weil sie individuelle Gewohnheiten und Vorlieben analysiert und für zukünftige Reisen nutzt.

Wer etwa häufig das gleiche Ziel ansteuert, muss sich nicht mehr durch lange Hotellisten scrollen, sondern bekommt gleich sein „Lieblingshotel“ vorgeschlagen. Solche personalisierten Buchungsmöglichkeiten werden – basierend auf früheren Reisen und den dort gesammelten Erfahrungen – ständig verfeinert und angepasst. AR und VR ermöglichen den Reisenden zum Beispiel, neue Hotels vorab zu „besichtigen“, im Shopping Center bestimmte Läden zu suchen oder sich auf einem unbekannten Flughafen zurechtzufinden.

Buchen können die Reisenden vom Desktop-Rechner im Büro, vom Laptop daheim oder – vor allem für jüngere Mitarbeiter heute ein Muss – über eine Tablet- oder Smartphone-App im Taxi, auf dem Flughafen und während der Pause im Park. Bei Anbietern wie Egencia funktioniert das demnächst sogar ganz bequem über Sprachsteuerung.

Die Expedia-Tochter setzt, was neue Anwendungen und den Einsatz mobiler Techniken angeht, mittlerweile Maßstäbe. Das komplett auch über sogenannte Mobile Devices nutzbare Egencia-Portfolio umfasst Airlines, Hotels, Mietwagen und Bahn, integriert sind über eine Open-Connect-Plattform außerdem verschiedene Reisekostenabrechnungssysteme.

Neu ist vor allem aber der clevere Fokus bei den Entwicklungen. Denn anders als bei konventionellen Reisebüroketten steht bei den intuitiv gesteuerten Egencia-Anwendungen der Reisende im Mittelpunkt und nicht das Travel Management. Das behält trotzdem die Hoheit über die Travel Policy des Unternehmens und kann die Mitarbeiter steuern, wenn es um deren Dienstreisen geht. Mit dem Unterschied, dass der Reisende das kaum merkt und sich weniger gegängelt fühlt.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick