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Coronavirus Adidas macht Läden in China dicht

Adidas betreibt in China knapp 500 eigene Stores, will nun aber einige schließen. Quelle: REUTERS

Immer mehr Konsumgüterhersteller spüren die Folgen des Coronavirus. Auch Europas größter Sportkonzern Adidas schließt Geschäfte und fürchtet negative Auswirkungen auf sein Geschäft.

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Europas größter Sportartikelhersteller Adidas hat bestätigt, dass er wegen des Ausbruchs des Coronavirus „negative Auswirkung“ auf sein Geschäft im wichtigen Markt China erlebt. Der Dax-Konzern habe „eine beträchtliche Anzahl“ seiner eigenen Geschäfte im Land geschlossen. Darüber hinaus würden auch zahlreiche Franchise-Läden der Marke vorübergehend schließen. Damit folge das Unternehmen mit Hauptsitz im fränkischen Herzogenaurach den lokalen Richtlinien der chinesischen Behörden.
Über die genaue Zahl der geschlossenen Standorte machte Adidas gegenüber der WirtschaftsWoche keine Angaben, ebenso zum Ausmaß der Auswirkungen. Dazu sei es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh. Adidas betreibt in China knapp 500 eigene Stores. Dazu kommen rund 11.500 Geschäfte, die von Franchisenehmern betrieben werden.

Der Adidas-Konkurrent und Weltmarktführer Nike hat wegen des Coronavirus vor empfindlichen Einbußen auf dem chinesischen Markt gewarnt. Es sei mit „erheblichen Auswirkungen“ auf das China-Geschäft zu rechnen, so Nike nach US-Börsenschluss. Die US-Marke sagte, es sei bereits die Hälfte der eigenen Filialen geschlossen, für die übrigen gelten eingeschränkte Öffnungszeiten, weil weniger Kunden kämen.

Anleger reagierten nervös auf Nikes Mitteilung, was nachbörslich zu Verlusten in Höhe von mehr als drei Prozent führte. Wenige Stunden später hatte sich der Kurs allerdings wieder etwas berappelt. Auch die Titel der Konkurrenten Adidas und Puma fielen am Mittwoch zeitweise um bis zu 1,9 und 1,4 Prozent. Für Nike wie für Adidas ist der chinesische Markt von enormer Bedeutung, beide Marken sind beliebt bei Chinas Konsumenten und melden dort seit Jahren starkes Wachstum. Hinter den USA ist China inzwischen zum wichtigsten Markt für die Sportmarken aufgestiegen.

Die beiden Sportgrößen gehören zu den ersten Konsumgüterkonzernen, die deutlich auf die Folgen des Ausbruchs des Coronavirus auf ihr Geschäft in China hinweisen. Betroffen sind allerding auch andere. So hat auch Apple seine Geschäfte in China vorübergehend geschlossen. Der iPhone-Konzern zeigte sich zudem besorgt wegen möglicher Beeinträchtigungen für die Zuliefererkette.

Auch Kaffeehaus-Betreiber Starbucks hat mehr als die Hälfte seiner Läden in China dichtgemacht. Welche Folgen die Filialschließungen für den Umsatz im laufenden Jahr haben könnte, ließe sich derzeit aber noch nicht ernsthaft beurteilen.

Neben den Konsumgüterherstellern sind auch Fluggesellschaften vom Corona-Virus stark betroffen. So haben die US-Linien Delta und American Airlines vorübergehend alle Flüge von und nach China gestrichen, Delta gar voraussichtlich bis zum 30. April. American Airlines setzt Flüge bis zum 27. März aus. In Deutschland hat die Lufthansa und in Frankreich Air France-KLM entschieden, Flüge nach China einzustellen. Boeings Finanzchef Greg Smith warnte bereits vor Folgen für den Flugverkehr. Konkurrent Airbus schloss sein Werk in Tianjin.

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