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Das Geschäft mit den Leihwagen Wie Sixt die Autobranche aufmischt

Dank seiner Werbekampagnen gilt Sixt als frecher Rebell. Diesem Image bleibt die Autovermietung treu, denn inzwischen legt sie sich auch mit Traditionsbranchen an.

Die aufsehenerregendsten Kampagnen von Sixt
Sixtwerbung zu CSU-Chef Horst Seehofer Quelle: Screenshot
Sixtwerbung zu AfD-Vize Gauland Quelle: Screenshot
Sixt Merkel Quelle: Screenshot
Zum mittlerweile neunten Mal kommt es im Mai 2015 im Tarifkonflikt zwischen Deutscher Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL zum Arbeitskampf. Auf Twitter kursiert derzeit ein Bild, das eine witzige Reaktion des Autovermieters Sixt darauf zeigt: Ein Miet-Lkw der aussieht, als ob er einen Bahn-Waggon an Bord hätte, zusammen mit dem Spruch: "Die Bahn kommt". Quelle: Screenshot
Auch, als im April zum siebten Mal der Bahnstreik die Republik lahm legte, war das Grund genug für Sixt, Claus Weselsky erneut zum Mitarbeiter des Monats zu ernennen. Quelle: Screenshot
Sixt-Werbekampagnen-Bild mit Mario Draghi Quelle: Screenshot
Sixt-Werbekampagnen-Bild mit Mario Draghi

Die Fahrer trägt schwarzen Anzug, die Mercedes S-Klasse schwarzen Lack. Wer über den Dienst MyDriver eine Limousine bucht, bekommt sie inklusive Luxus-Versprechen und Chauffeur.

Der Service ist der aktuelle Streich aus dem Hause Sixt. Nach einer einjährigen Sondierungsphase will das Unternehmen nun nicht mehr nur fremde Fahrer vermitteln, sondern auch eigene Chauffeure anstellen. Die sollen ihre Gäste stilvoller und bequemer von A nach B transportieren als herkömmliche Taxis.

Deutschlands größter Autovermieter mit dem Niedrigpreis-Versprechen spielt Taxi-Unternehmer für Komfort-Liebhaber. Strategiewechsel? Stil-Bruch? Nein. Bloß ein Zeichen dafür, dass Sixt sich wandelt. Und das ist auch gut so.

Das Geschäft von Sixt

Aus dem reinen Autovermieter ist ein Konzern geworden, dessen Portfolio den gesamten Automarkt abdeckt. Bis zu zehn Prozent seiner Fahrzeugflotte verkauft Sixt zum Beispiel selbst als Händler weiter. Und mit der Onlineplattform Autohaus24 tritt das Unternehmen als Vermittler zwischen Autohändlern und Käufern auf.

Erfolgsmeldungen auf der Hauptversammlung

Bislang sind das Randgeschäfte. Sein Geld macht das Unternehmen bei der Autovermietung und im Leasinggeschäft - und fährt damit hervorragend.

Auf der heutigen Hauptversammlung konnte sich die Konzernspitze selber auf die Schulter klopfen. Finanziell steht der Konzern gut da.

2013 strich Sixt einen Konzernüberschuss von 94,4 Millionen Euro ein und überraschte damit alle, sogar den Chef selbst. Erich Sixt hatte zuvor tief gestapelt und einen rückläufigen Gewinn angesagt.

Die Eigenkapitalquote liegt bei 28,5 Prozent, der Aktienkurs steigt. Analysten loben die strategische Unternehmensführung.

Wer bei Sixt nach einer Schwäche sucht, findet sie höchstens beim Wachstum. Das ist solide, sagen Optimisten. Pessimisten erklären, es bleibt hinter den Möglichkeiten. Das Umsatzwachstum in den Bereichen Leasing und Vermietung in Deutschland beträgt gerade mal rund ein Prozent.

Beide Märkte sind hart umkämpft. Große, internationale Unternehmen wie Hertz, Avis und Europcar wetteifern um die Gunst der Kunden. Der Preiskampf zwischen den Wettbewerbern drückt auf die Margen. Und das Stationsnetz der Autovermieter ist mittlerweile so dicht, dass eine Ausdehnung ohne Übernahmen nur noch schwer möglich ist.

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