Defizitäre Nachtzüge Deutsche Bahn plant alternatives Konzept

Exklusiv

Die Deutsche Bahn will das Geschäft mit den defizitären Schlafwagen outsourcen und stattdessen nachts mehr ICE fahren. Eine Exklusivmeldung.

Die Deutsche Bahn will das defizitäre Nachtzuggeschäft outsourcen - und stattdessen nachts mehr ICE fahren. Quelle: dpa

Die Deutsche Bahn will das defizitäre Nachtzuggeschäft mit Schlafwagen im Laufe des kommenden Jahres an die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) outsourcen. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen. Einen entsprechenden Plan will der Konzern dem Aufsichtsrat auf der morgigen Sitzung vorstellen. Gespräche mit den ÖBB laufen derzeit. Die Österreicher betreiben bereits die Nachtreisezüge Wien-Hamburg und Wien-Düsseldorf durchgehend.

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Parallel dazu will die Bahn den Nachtverkehr mit eigenen ICE-Zügen ausbauen. „In den Aufsichtsratsunterlagen ist von bis zu zehn ICE die Rede, die nachts durch Deutschland fahren“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der WirtschaftsWoche. Diese Züge wären dann ohne Schlafwagen und Schlafsessel unterwegs. Derzeit betreibt die Deutsche Bahn bereits vereinzelt ein paar ICE, die auch nachts zum Einsatz kommt. So startet etwa ein ICE auf dem Weg nach Düsseldorf in München gegen Mitternacht. Die Deutsche Bahn wollte sich zu den geplanten Maßnahmen vor der morgigen Aufsichtsratssitzung nicht äußern.

Fest steht jedenfalls, dass die Deutsche Bahn eigene Nachtzüge in der klassischen Variante mit Schlafmöglichkeiten ab Mitte 2016 nicht mehr in Eigenregie betreiben will. Ab Mitte 2016 gebe es „keine weiteren Ansätze für Nachtreiseverkehre" in der mittelfristigen Planung, heißt es in den Aufsichtsratsunterlagen. Investitionen in die Fahrzeuge ließen sich wirtschaftlich nicht rechtfertigen.

Die Sparte schreibt nach Informationen der WirtschaftsWoche bei einem Jahresumsatz von rund 100 Millionen etwa 40 Millionen Euro Verlust.

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