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"Der Ring" nach Schalke Rock am Abgrund

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Potenzielle Millionenlöcher

Problematisch für die Deag: In München arbeitet sie bei Rockavaria mit der Global Concerts GmbH zusammen, die allerdings eine hundertprozentige Tochter der Deag ist, in Wien bei Rock in Vienna mit der Blue Moon Entertainment GmbH, ebenfalls eine Deag-Tochter. Die Risiken für diese Konzerte trägt Deag also weitgehend alleine. Mit bis vergangene Woche gut 33.000 verkauften Tickets inklusive Tageskarten dürfte auch Rockavaria (Kapazität: 68.000 Besucher) noch nicht kostendeckend sein, ganz zu schweigen von Rock in Vienna (Kapazität: 55.000 bis 60.000), wo bis vergangene Woche inklusive Tagestickets erst rund 16.000 Karten verkauft waren.

Wachstumsstrategie könnte voll nach hinten losgehen

Der von der Deag als große Wachstumsstrategie gefeierte „massive Eintritt in den Rockfestivalmarkt“ könnte somit voll nach hinten losgehen: Die Deag rockt mit ihren Festivals an einem Abgrund, hinter dem sich potenzielle Millionenlöcher auftun. Mit Spannung darf erwartet werden, wie die Deag die Situation bei der Veröffentlichung ihrer Zahlen für das Jahr 2014 beurteilt. Die sollten eigentlich am vergangenen Dienstag präsentiert werden, die Vorstellung wurde wegen des Zoffs am Ring aber kurzfristig auf den 20. April verschoben.

Auffällig in der Ad-Hoc-Meldung vom Montag ist, dass die Deag ein bereinigtes operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern sowie den Umsatz 2014 mitteilt, sich zum Jahresergebnis aber ausschweigt. Mehr als den Hinweis, dass das Jahresergebnis durch Risikovorsorge wegen der Probleme am Nürburgring und vorgezogener Investitionen bei der Tochter MyTicket mit bis zu drei Millionen Euro belastet wird, gibt die Deag nicht.

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Die ARD bezeichnet die Ad-Hoc-Meldung daher sogar als „verkappte Gewinnwarnung“. Zum Vergleich: 2013 wies Deag einen Netto-Konzerngewinn von 975.000 Euro aus, nachdem es im Vorjahr noch 2,68 Millionen Euro gewesen waren. Die Diskussionen und Probleme sind jedenfalls mit dem Umzug nach Schalke noch lange nicht erledigt.

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