Deutsche Bahn 20 Milliarden Euro Schulden erwartet

Das Fernverkehrsgeschäft der Deutschen Bahn ist zuletzt gewachsen. Quelle: dpa

Die Schulden des Bahn-Konzerns sollen dieses Jahr auf bis zu 20 Milliarden Euro steigen. Laut einem Konzerndokumenten sei das Deutschland-Geschäft in wirtschaftlicher Schieflage.

Trotz milliardenschwerer Hilfen des Steuerzahler dreht sich die Schulden-Spirale bei der Deutschen Bahn immer schneller. Aufgrund der notwendigen Qualitäts- und Investitionsoffensive sei davon auszugehen, dass 2018 eine "Verschuldung in Höhe von 20,0 Milliarden Euro erreicht wird", heißt es in Konzerndokumenten, die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlagen. Schon 2017 seien die Verbindlichkeiten um eine Milliarde auf 18,6 Milliarden gestiegen, heißt es in den Unterlagen. Der Verzicht des Bundes auf einige Dividenden-Zahlungen und die Kapitalspritze von einer Milliarde Euro hätten den Anstieg gedämpft. Grund der Misere sei auch die "wirtschaftliche Schieflage" des Deutschland-Geschäfts, besonders der Güterbahn.

Die Bahn konnte 2017 zwar den Betriebsgewinn um 200 Millionen Euro auf 2,15 Milliarden Euro steigern. Dies ist aber in erster Line der internationalen Spedition Schenker sowie dem boomenden Fernverkehr von IC und ICE zu verdanken. Nach Abzug von Zinszahlungen für die Schulden, Steuern und der Dividende für den Bund bleiben dem Staatskonzern unter dem Strich nur etwas über 300 Millionen Euro - zu wenig, um notwendige Investitionen zu bezahlen. Sollte die Phase der Niedrigzinsen enden, käme die Bahn zusätzlich unter Druck. Der Konzern wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Die Jahresbilanz wird offiziell am 22. März vorgestellt.

Prekär ist den Unterlagen zufolge erneut die Lage beim kriselnden Güterverkehr DB Cargo. Obwohl dort erst 2015 rund 1,3 Milliarden Euro abgeschrieben wurden - was dem Konzern den ersten Verlust seiner Geschichte bescherte - droht eine Wiederholung: Schon eine Ergebnisverschlechterung von jährlich gut 15 Millionen Euro oder eine Abweichung von weniger als drei Prozent gegenüber der Planung habe "einen erneuten Wertminderungsbedarf zur Folge", heißt es in den Dokumenten. Und: "Den Risiken von DB Cargo gegenüber der aktuellen Planung stehen keine wesentlichen Chancen gegenüber." 2017 hat die Güterbahn einen Verlust von 90 Millionen Euro eingefahren und damit die Planung um etwa den gleichen Betrag verfehlt.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%