Deutsche Bahn Bahn muss Gewinneinbruch hinnehmen

Die Gewinne der Deutschen Bahn sind im ersten Halbjahr dieses Jahres eingebrochen. Vorstandschef Rüdiger Grube führte das auf die Lokführer-Streiks und mehrere Unwetter zurück.

Das spiegelverkehrte Logo der Deutschen Bahn in Berlin an der Glasfassade des Hauptbahnhofes. Quelle: dpa

Ein Gewinneinbruch zwingt die Deutsche Bahn zu einem radikalen Konzernumbau. Bahnchef Rüdiger Grube führte den deutlichen Ergebnisrückgang im ersten Halbjahr vor allem auf die Lokführer-Streiks und mehrere Unwetter zurück. „Wir haben bewegte Wochen hinter uns“, sagte Grube.

Angesichts der anhaltenden Ertragsschwäche und Problemen in mehreren Geschäftsfeldern hatte der Bahnchef bereits im Vorfeld einen Konzernumbau angekündigt. Ziel ist es, das bundeseigene Unternehmen effizienter, wettbewerbsfähiger und profitabler zu machen.

Die wichtigsten Baustellen der Bahn 2015

Die Bahn schloss einen Stellenabbau nicht aus. Seine konkreten Vorstellungen wolle er am 16. Dezember dem Aufsichtsrat vorlegen, kündigte Grube in Berlin an. „Wir werden jetzt die Ärmel aufkrempeln.“ Kritik, er reagiere zu spät, wies der Konzernchef zurück. Die Bahn ist mit rund 196.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Im Ausland hat sie gut 100.000 Mitarbeiter.

Im ersten Halbjahr sank das Ergebnis nach Steuern von 642 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 391 Millionen Euro, ein Minus von gut 39 Prozent. Das operative Ergebnis verringerte sich um fast ein Fünftel auf 890 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich von Januar bis Juni um 1,3 Prozent auf 20 Milliarden Euro.

„Die Streiks haben unseren Kunden viel Geduld abverlangt“. Die Ausstände hätten die Mitarbeiter zudem viel Kraft gekostet, dem Unternehmen seien wichtige Einnahmen entgangen, sagte Grube. Er bezifferte den wirtschaftlichen Schaden in den Jahren 2014 und 2015 auf insgesamt rund 500 Millionen Euro. Der lange Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer ist mittlerweile gelöst.

Finanzchef Richard Lutz korrigierte die Jahresprognose des Konzerns nach unten. Das operative Ergebnis (Ebit) werde bei mindestens zwei Milliarden Euro liegen, damit mindestens 200 Millionen Euro niedriger als noch im März geplant. Im Vorjahr hatte es 2,1 Milliarden Euro betragen. Unterm Strich wird für 2015 nun ein Gewinn von ungefähr einer Milliarde Euro angepeilt - etwa so viel wie 2014. Im März waren noch mindestens 1,1 Milliarde Euro erwartet worden

Die Ertragslage der Bahn ist seit längerem angespannt. Von mittelfristigen Wachstumszielen musste sich Grube bereits verabschieden. Die Schulden des Staatskonzerns sind seit Jahresbeginn um 1,4 Milliarden Euro auf 17,6 Milliarden Euro gestiegen.

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