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Deutsche Bahn Drohender Zugausfall in NRW: Düsseldorf muss handeln

Die Deutsche Bahn warnt vor Zugausfällen in Nordrhein-Westfalen, wenn das Kraftwerk Datteln nicht weiter laufen darf. Die Gefahr ist realistisch. Die Landesregierung in Düsseldorf kann das Desaster noch verhindern.

Das EON Kraftwerk Datteln IV - Sollte es abgeschaltet werden, droht der Deutschen Bahn ein Blackout Quelle: dpa

Den Pendlern in Nordrhein-Westfalen droht ein harter Winter. Bis zu 30 Prozent der Züge im Nahverkehr könnten an sehr kalten Wintertagen und in Stoßzeiten ausfallen, weil der Deutschen Bahn der Strom fehlt. Davor warnt Bahnchef Rüdiger Grube im Interview mit der WAZ. Hintergrund ist die Stilllegung von drei Blöcken im Kraftwerk Datteln im Dezember 2012, die durch einen vierten leistungsfähigeren Block abgelöst werden sollen. Doch Datteln IV liegt wegen Planungsproblemen auf  Eis. Die Gefahr eines Blackouts ist keineswegs übertrieben. Die Deutsche Bahn benötigt im Ruhrgebiet Energie von rund 400 Megawatt (MW), den bislang die Altkraftwerke Datteln mit 303 MW und Lünen mit 110 MW decken. Beide KW sind älter als 40 Jahre. Auch Lünen soll laut Betreiber E.on Ende 2012 abgeschaltet werden. Ohne ein neues Kraftwerk kann die Deutsche Bahn ihren erhöhten Strombedarf zu Pendlerzeiten in NRW aber nicht decken. An eisigen Tagen steigt der Strombedarf zusätzlich durch den Betrieb von Weichenheizungen. Züge ziehen zudem mehr Strom, weil sie zum Beispiel vor der Fahrt vorgeheizt werden müssen.

Die größten Pannen der Deutschen Bahn
Juli 2015Wegen der großen Hitze sind die Luftkühlungen mehrerer IC-Züge ausgefallen. Anders als im Sommer 2010 reagierte die Bahn diesmal schnell: Sie stellte für die besonders betroffene Linie Berlin-Amsterdam zwei Ersatzzüge bereit. Sie sollen eingesetzt werden, wenn die Luftkühlung in anderen IC auf der Strecke versagt, wie ein Sprecher mitteilte. Außerdem wurden in Osnabrück mehrere Busse stationiert. Dort mussten insgesamt mehrere Hundert Fahrgäste in nachfolgende Züge umsteigen, weil in ihren Zügen die Klimaanlage ausgefallen war. Es habe aber kein Fahrgast gesundheitliche Probleme bekommen, so der Sprecher. Bei etwa einem Dutzend älterer Intercitys auf der Linie Berlin-Amsterdam hatten die Klimaanlagen ihre Arbeit eingestellt. Quelle: dpa
Oktober 2014Ein Warnhinweis sorgt für Lacher, Spott und eine Entschuldigung der Deutschen Bahn: „Cannstatter Wasen: Es ist mit Verspätungen, überfüllten Zügen und verhaltensgestörten Personen zu rechnen“ ist am Samstag auf den Anzeigetafeln an mehreren Bahnhöfen in der Region Stuttgart zu lesen gewesen, wo das Volksfest an seinem letzten Wochenende in diesem Jahr wieder Tausende Besucher anlockte. „Wir entschuldigen uns dafür“, sagte eine Bahn-Sprecherin am Sonntag und bestätigte Online-Berichte der „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“. Ein Mitarbeiter habe den Text entgegen aller Vorgaben verfasst. Er werde Anfang der Woche zum Rapport bestellt. Dann solle auch der gesamte Vorgang aufgeklärt werden. Quelle: dpa
August 2013Ein ungewöhnlich hoher Krankenstand in der Urlaubszeit sorgte im August 2013 für ein Fahrplanchaos am Mainzer Hauptbahnhof - und für massiven Ärger bei den Fahrgästen. Die Deutsche Bahn hat für das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof wegen massiver Personalprobleme auf Facebook um Entschuldigung gebeten. „Für die derzeitigen Einschränkungen möchte ich mich entschuldigen“, antwortete ein Mitarbeiter in dem Sozialen Netzwerk auf Beschwerden einer Nutzerin. Die Situation sei „wahrlich nicht schön“. Quelle: dpa
August 2013Um dem Problem der häufig verstopften und verdreckten Zugtoiletten Herr zu werden, setzt die Bahn ab sofort neue Reinigungskräfte, sogenannte Unterwegsreiniger, in ICE-Zügen ein. Die Reinigungskolonne, die auf der Fahrt die Toiletten putzt, wird um 50 Beschäftigte auf 250 aufgestockt, wie der Vorstandsvorsitzende DB Fernverkehr, Berthold Huber, ankündigte. Die Mitarbeiter sollen zugleich stärker entsprechend der Zugauslastung eingesetzt werden. Damit würden die Toiletten in besonders gefragten Bahnen mindestens zweimal und damit doppelt so oft auf der Fahrt gereinigt wie bisher. Der Fahrgastverband Pro Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) lobten die Initiative, wiesen aber zugleich auf andere Probleme hin. „Neben den kaputten oder dreckigen Toiletten gibt es tagtägliche Kundenbeschwerden vor allem über die Klimaanlagen und Verspätungen“, sagte Pro-Bahn-Bundessprecher Gerd Aschoff. Und das sind nicht die einzigen Pannen der Deutschen Bahn... Quelle: dpa
November 2011Nach der persönlichen Anmeldung im neuen elektronischen Ticketsystem „Touch & Travel“ waren für nachfolgende Nutzer die Kundendaten sichtbar. Quelle: dpa
Juli 2010Am einem Wochenende fallen in mehreren ICE-Zügen die Klimaanlagen aus. Fahrgäste kollabierten, Schüler mussten dehydriert ins Krankenhaus eingeliefert werden. Im Zuge der Panne wurde bekannt, dass die Klimaanlagen der Bahn nur bis 32 Grad funktionieren. Damals fielen in Dutzenden Zügen die Klimaanlagen aus. Quelle: dpa
April 2010 - ICE verliert TürBei voller Fahrt verliert ein ICE auf dem Weg von Amsterdam nach Basel eine Tür. Das Stahlteil schlägt in einen entgegenkommenden ICE ein. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Frankfurt und Köln werden sechs Menschen leicht verletzt. Ursache für den Unfall ist eine lose Stellmutter an der Verriegelung. Foto: dpa

Das Problem mit der Frequenz

Das Verrückte: An Strom mangelt es in NRW eigentlich nicht. Doch Züge fahren in Deutschland mit einer gegenüber öffentlichen Stromnetzen verminderten Frequenz von 16,7 Hz statt 50 Hz. Aufgrund der niedrigen Spannung ist das Bahnstromnetz daher nur ein Verteil- und kein Übertragungsnetz. Für einen Stromtransport über mehr als 70 Kilometer ist es nicht geeignet. Das heißt, der Bahnstrom kann nicht ohne Weiteres aus anderen Regionen geholt werden.

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Selbst innerhalb von NRW behilft sich die Deutsche Bahn teilweise mit Umrichtern, die normalen Haushaltsstrom in Bahnstrom umformen. Technisch ist das kein Problem. Solche Umrichter stehen etwa in Köln und Borken. Die Deutsche Bahn lässt zusätzliche Umrichter bauen. Doch die sind erst 2014 fertig.

Die Landesregierung in Düsseldorf ist daher dringend aufgefordert, den Betrieb der Kraftwerksblöcke I bis III in Datteln per Sondergenehmigung mindestens ein Jahr lang weiter zu erlauben. "Wir wissen, dass die Landesregierung daran intensiv und engagiert arbeitet", sagte Grube der WAZ. "Aber wir haben den Entscheid noch nicht, und der Winter steht bevor."

Es ist verständlich, dass die Deutsche Bahn öffentlich Druck macht. Schon vor einem Jahr warnte der Konzern in einem Schreiben an die Landesregierung vor dem Engpass. Damals blieb die Bahn aber noch sehr vage und sprach von "Zugausfällen zu Stoßzeiten". Heute beziffert die Bahn den Stillstand im Zugbetrieb konkret auf 30 Prozent. Die Zeit wird knapp.

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