Deutsche Bahn Fahrplanwechsel und höhere Preise

Pünktlich zum Fahrplanwechsel am Sonntag erhöht die Bahn auch ihre Preise. Um durchschnittlich 2,8 Prozent werden die Tickets teurer. Grund seien vor allem die gestiegenen Strompreise, teilte das Unternehmen mit.

Zum morgigen Fahrplanwechsel werden auch die Tickets teurer. Quelle: dpa

Verbraucherschützer kritisieren, die Kunden müssten mehr bezahlen, bekämen aber keine bessere Leistung. Der Fahrgastverband Pro Bahn hält zumindest im Moment teurere Tickets nicht für begründbar. „Die Qualität ist nicht so, als dass man eine Preiserhöhung rechtfertigen könnte“, sagte Sprecher Karl-Peter Naumann der dpa. Es gebe zu viele Verspätungen. „Solange die Bahn das nicht im Griff hat, kann sie nicht mehr Geld verlangen“, meinte Naumann. Die jüngste Statistik der Bahn belegt das: Demnach waren im Oktober 27,4 Prozent der Fernzüge mit Verspätung unterwegs. Im März hatte diese Quote noch bei 14,4 Prozent gelegen.

Die skurrilsten Durchsagen der Bahn
„Die Weiterfahrt wird sich in Leverkusen verzögern. Wir werden von einem hochwichtigen Zug überholt“, zwitscherte @BahnAnsagen beispielsweise in die Runde. Die - unbekannten - Betreiber des Accounts nehmen auf, was ihnen ihre Follower aus ganz Deutschland schicken. Auf unserem Bild sieht man übrigens, wie der französische TGV in Stuttgart ankommt und begeistert empfangen wird. Quelle: dpa
Auch der nächste Tweet nimmt die Verspätungen der Deutschen Bahn aufs Korn: „Durchsage im Zug am Bahnhof Hamm: 'Wir warten noch auf auf Fahrplanabweichungen'.“ Ein anderer Twitter-Nutzer antwortet mit ironischem Unterton: „Bei der S-Bahn in Stuttgart muss man da nicht drauf warten. Einfach an den Bahnsteig stellen, und sie sind da.“ Quelle: dpa
Dieser Tweet kommt wohl ohne Kommentare aus: „An das Zugpersonal: Bitte die Türen noch einmal öffnen, damit der Zugführer einsteigen kann!“ Quelle: dpa
Die armen Zugbegleiter haben es aber auch nicht immer leicht. Eigentlich wollen sie sich nur artig bedanken - und dann das: „Wir wünschen einen angenehmen Abend und danken, dass Sie uns benutzt haben.“ Quelle: AP
Dieser Tweet wird vor allem Pendler, die viel im Ruhrgebiet oder Düsseldorf unterwegs sind, zum Lachen bringen: „Ist etwas voll geworden. Sonst wären wir auch nicht die S1“, so eine Lautsprecherdurchsage in der S-Bahn-Linie 1. Im Ursprungs-Tweet war die Rede davon, dass die Ansage in Köln aufgeschnappt worden sein soll. Allerdings - in Köln gib es keine S1. Tatsächlich verkehrt die Bahn zwischen Solingen und Dortmund. Die beschriebene Situation dürfte allerdings trotzdem vielen bekannt vorkommen oder, wie @BahnAnsagen schreibt: „Der Inhalt der Aussage transportiert sich auch so, ob nun S1, U1 oder RE1.“ Quelle: AP
Und wieder eine Verspätung - und ein kleiner Versprecher: „Wie Sie gemerkt haben, sind wir 7,5 Minuten später gestartet. Wir bitten Sie, dies zu bedauern!“ Quelle: dpa
Auch Fotos zwitschert @BahnAnsagen. Wie zum Beispiel dieses hier (Screenshot) mit der Anmerkung: „Lässt die Bahn jetzt Raum für eigene Notizen?“ Quelle: Screenshot
Häufig ein Ärgernis in Zug und Bahn: Türen, die nicht richtig schließen. Manchmal sind die Fahrgäste allerdings selbst schuld, wie dieser Tweet beweist: „Der Fahrgast an der einzig offenen Tür: Bitte ziehen Sie den Bauch ein, damit die Lichtschranke die Tür freigibt!“ Quelle: dpa
Vor der Zugfahrt lieber nochmal eine Toilette aufsuchen? Besser ist es, wie dieser Tweet beweist: „Die WC sind defekt und werden nicht repariert. Das ist ein Management-Fehler. Beschweren Sie sich!“ Quelle: dpa
Laut @BahnAnsagen ein Klassiker: „Wer Alkohol trinkt, zahlt 40 Euro, wer raucht, 60. Sie können auch beides zusammen für 100 bekommen! Wir geben keinen Rabatt.“ Quelle: AP
Auch ein netter Versprecher, der via @BahnAnsagen bei Twitter verbreitet wurde: „Ich bitte Sie, die Entschuldigung zu verspäten!“ Quelle: dpa
Diese Ansage erinnert an heiße Tage! „Um Ihnen einen Hitzschlag beim Aussteigen zu ersparen, haben wir die Klimaanlage ausfallen lassen.“ Quelle: dpa

Die Bahn will mit dem Fahrplanwechsel freitags und sonntags auf einigen Strecken mehr Fernzüge einsetzen. So sollen Wochenendpendlern auf besonders stark genutzten Verbindungen mehr Sitzplätze angeboten werden. Der höchste Preis für eine Strecke im ICE steigt am Sonntag von 135 auf 139 Euro. Das betrifft etwa die Fahrt von Hamburg nach München. Die Strecke Stuttgart-München verteuert sich um einen Euro von 54 auf 55 Euro. Bahncards kosten durchschnittlich 2,4 Prozent mehr. Die Bahncard 25 gibt es dann für 60 Euro (bisher 59 Euro), die Bahncard 50 für 247 Euro (bisher 240 Euro). Neu: In 120 deutschen Städten können Inhaber der Bahncard 25 oder Bahncard 50 mit dem öffentlichen Nahverkehr ohne Extra-Ticket zum Startbahnhof fahren. Bislang war das nur am Zielort möglich.

Die Deutsche Bahn erhöht die Fahrpreise am 9. Dezember zum fünfzehnten Mal seit ihrer Gründung Anfang 1994. Bis 1999 gab es Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Das Ost-Niveau wurde schrittweise dem des Westens angeglichen. Seit Ende 2003 hat die Bahn die Preise im Regional- und Fernverkehr teils in verschiedenen Schritten angehoben. In den neun Jahren bis Ende 2012 wurden Fernstrecken um 34,7 Prozent teurer, Regionalstrecken um 35,4 Prozent.

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