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Deutsche Bahn Bahn muss Gewinneinbruch hinnehmen

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Im Fernverkehr brach das operative Ergebnis um mehr als die Hälfte ein

Die Zahl der Reisenden bei der Deutschen Bahn im Personenverkehr in Deutschland ging nach jahrelangen Zuwächsen im ersten Halbjahr um 1,6 Prozent zurück. Die Bahn-Spitze führte auch das auf die Streiks und Unwetter zurück. Generell aber hat die Bahn vor allem im Fernverkehr wegen der Konkurrenz der Fernbusse und des niedrigen Spritpreises für Autos zu kämpfen. Der gesunkene Dieselpreis macht auch der Güterbahn zu schaffen, weil er Lastwagenfahrten billiger macht.

Im Fernverkehr brach das operative Ergebnis um mehr als die Hälfte auf nur noch 58 Millionen Euro ein. Im Schienengüterverkehr schrieb der Konzern rote Zahlen mit einem Minus von 74 Millionen Euro. Viele Kunden hatten der Bahn wegen der Streiks den Rücken gekehrt. Die Güterbahn DB Schenker Rail ist allerdings schon seit längerem ein Sorgenkind. Der Vorstandschef der Gütersparte, Alexander Hedderich, verlässt den Konzern Ende August.

Um gegenzusteuern, hatte der Aufsichtsrat auf Vorschlag Grubes am Montag einen Sechs-Punkte-Plan zum Umbau des Konzerns vorgelegt. Der Teilkonzern DB Mobility Logistics wird aufgelöst; er war für den einst geplanten Börsengang geschaffen worden. Rund 5000 Mitarbeiter aus der Zentrale will Grube in eine Servicetochter verschieben. Eine Teilprivatisierung der Gütersparte DB Schenker und der profitablen europäischen Bustochter Arriva ist möglich, wobei die Bahn die Mehrheit und die unternehmerische Führung behalten will. Die Zahl der Vorstandsmitglieder wird von acht auf sechs verringert.

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Die Neuausrichtung gehe in die richtige Richtung, bemerkte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Der Verkehrsclub Deutschland forderte indes, der Bund müsse sich selbst stärker für den Bahnverkehr einsetzen und etwa durch Ausschreibungen auch im Fernverkehr für Wettbewerb sorgen. Die Grünen warfen der Bahn vor, ihre internen Baustellen Jahre zu spät anzugehen.

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    Neu in der Führungsriege ist ab 1. August der frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla. Infrastruktur-Vorstand Volker Kefer wird zusätzlich Vize-Konzernchef. Allein in ihrer Zentrale will die Bahn außerdem bis zum Jahr 2020 rund 700 Millionen Euro einsparen. Zunächst muss sie jedoch frühzeitig ausscheidenden Vorständen 10 Millionen Euro an Abfindungen überweisen, wie Grube einräumte. Das Bundesfrauenministerium nannte es „mehr als bedauerlich, dass die Deutsche Bahn es versäumt hat, wieder eine Frau in ihren Vorstand zu berufen.“

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