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Deutsche Bahn im Umbau Grubes Trio für das Kerngeschäft

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Richard Lutz und Berhold Huber

Richard Lutz

Die Karriere von Lutz liest sich nicht gerade wie die eines international erfahrenen Top-Managers. Sie umfasst nur zwei Stationen: Universität und Deutsche Bahn. Der 51-Jährige promovierte am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre in Kaiserslautern und wechselte 1994 zur Bahn.

Den Grundstein für seinen Aufstieg zum Finanzvorstand legte Lutz in seiner Zeit als enger Vertrauter des langjährigen Bahn-Finanzvorstands Diethelm Sack. Bereits als 39-Jähriger übernahm Lutz die Leitung des Bereichs Konzerncontrolling. Dann folgte er Sack 2010 auf den Vorstandsposten.

In Branchenkreisen galt Sack als gewiefter Zahlenfuchs, der es verstand, Risiken in den Bilanzen geschickt zu verstecken. Lutz ist eher der Kumpeltyp. Er pflegt das offene Gespräch und macht gerne reinen Tisch. Schon früh wies er in Hintergrundgesprächen daraufhin, dass die für 2020 anvisierte Verdopplung des Konzernumsatzes nicht zu halten sei. Das werde man „abmoderieren müssen“, bekannte er als einer der Ersten im Vorstand.

Die schönsten Bahnstrecken der Welt
Bahnreisen scheint zu Zeiten von Flugzeugen schon fast antiquiert. Viele Unternehmen versuchen aber weiterhin mit der besonderen Reiseerfahrung Kunden zu werben. Vom renovierten Luxuszug, über den hochmodernen Schnellzug bis hin zur uralten Kolonialdampfmaschine - eines haben sie alle gemeinsam: eine atemberaubende Natur. Quelle: PR
Von Kapstadt bis zu den Victoriafällen oder Daressalam - die Rovos Linie macht es möglich. Die 1989 gegründete private Bahnlinie verbindet den Süden Afrikas mit umgebauten südafrikanischen Reisewagen. Das hier Luxus vorrangig ist sieht man an der maximalen Anzahl an Reisenden: nur 72 Menschen kommen in einem ganzen Zug unter. Ein Drei-Tage-Trip kostet hier in der untersten Preisklasse umgerechnet knapp 1 200 Euro. Quelle: PR
Die wohl bekannteste aller Zugstrecken: die Transsibirische Eisenbahn. Von Wladiwostok bis Moskau verbindet eine fast 10 000 Kilometer lange Bahntrasse den östlichen Teil Russlands mit der Hauptstadt. Damit ist die Bahnstrecke die längste befahrene Bahnstrecke der Welt. Alternativ kann von Moskau aus auch nach Peking gefahren werden - was auch knapp 8 000 Kilometer sind. Ein Ticket erster Klasse kostet für diese Strecken circa 1 000 Euro. Nach Wladiwostok sind es ungefähr 1 700 Euro. Quelle: dpa
Mit Bildern wie diesem versucht Kanada Menschen vom eigenen Land zu begeistern. Mitten durch die Rocky Mountains geht der Vier-Tage-Trip von Toronto nach Vancouver. Damit verbindet der Zug, den sie The Kanadian nennen, die größte Stadt Kanadas mit der Pazifikküste. Fast 4 500 Kilometer können die Zuggäste die Natur des Landes bestaunen. In der Economy Class geht das schon für umgerechnet 520 Euro. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Der Wolkenzug oder Tren a las Nubles war ursprünglich als Transport und Güterzug geplant. Mittlerweile transportiert die im Norden Argentiniens gelegene Bahnstrecke aber hauptsächlich nur noch Touristen. Startpunkt ist die Stadt Salta von wo aus die Reisenden die knapp 500 Kilometer lange Reise in Richtung chilenischer Grenze antreten. Zur Sicherheit der Passagiere fährt der Zug mit Geschwindigkeiten von 30 bis 40 Kilometern pro Stunde. Reisezeiten von über 15 Stunden sind daher einzuplanen. Eindrucksvoller Höhepunkt ist die Überquerung des Viadukts La Polvorilla auf fast 4 200 Metern Höhe. Quelle: Creative Commons - Mariana Grisie
In rund 51 Stunden verbindet der California Zephyr die Ost- und die Westküste der USA. Dabei durchquert er die Rocky Mountains, die Felder Nebraskas und die verschneite Sierra Nevada. Einmal täglich bietet das betreibende Unternehmen Amtrak die Strecke von Chicago nach San Francisco an. Ein Ticket in der günstigsten Klasse ist dabei schon ab Preisen von 150 Euro aufwärts erhältlich. Quelle: Creative Commons - Kabelleger
Von Bangkok aus bietet der östliche Orient-Express Luxus auf Schienen. Für zwei Personen sind Tickets ab 4 500 Euro erhältlich. Dafür erhält man eine Reise am Kwai River entlang, durch Malaysia bis in den vier Tage entfernten Stadtstaat Singapur. Quelle: PR

Lutz‘ Bewährungsprobe steht nun bevor. Dass er was von Zahlen versteht, hat er bewiesen. Nun soll er auch operativ glänzen. Nach bisherigen Informationen soll er den Logistikbereich übernehmen und möglicherweise auch das Auslandsgeschäft verantworten. Beide Bereiche gelten als Wachstumsmotoren. Während die Auslandstochter Arriva glänzend läuft, macht die Logistiktochter Schenker Probleme. Ein möglicher Verkauf der Sparte gilt nicht als unwahrscheinlich.

Berthold Huber

Er ist der neue wichtige Mann bei der Deutschen Bahn. Der derzeitige Chef der Fernverkehrssparte soll künftig das Kerngeschäft der Deutschen Bahn übernehmen: den Personen- und Güterverkehr. Dort hakt es gewaltig. Der Fernverkehr leidet unter den Fernbussen, der Nahverkehr unter neuen Wettbewerbern aus dem Ausland und die Güterbahn unter den hohen Fixkosten und der agileren Konkurrenz auf der Straße.

Huber steigt somit zum „Super-Manager“ auf, der fast die Hälfte des Umsatzes und des Gewinns der Bahn verantwortet. Huber gilt als Pragmatiker, der einen guten Draht zu den Arbeitnehmern pflegt. Seit fast 20 Jahren ist der 51-jährige Politikwissenschaftler im Konzern, seine Karriere hatte er als Unternehmensberater bei Ernst & Young begonnen.

In Arbeit
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Das neue Fernverkehrskonzept der Deutschen Bahn, das einen deutlichen Ausbau der ICE- und Intercity-Verbindungen bis 2030 vorsieht, trägt auch seine Handschrift. Gegen die flexibel agierenden Fernbusse tat sich aber auch Huber schwer. WLAN in den ICE-Zügen kam viel zu spät. Als Antwort auf die niedrigen Preise der Fernbusse vermarktet die Bahn ihre Sparpreise nun bis kurz vor Abfahrt. Das alles wirkte bislang sehr reaktiv. Hubers Aufgabe wird es sein, das Bahnfahren in Deutschland wieder zu einem Statement zu machen.

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