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Deutsche Bahn Weniger Gewalt an Bahnhöfen

Der Konzern verschärft seinen Kampf gegen Gewalt in Zügen und Bahnhöfen. Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen. Nur die Mitarbeiter müssen leiden.

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Die Deutsche Bahn hat ihr Sicherheitspersonal in Zügen und Stationen bereits 2010 aufgestockt. Quelle: dpa

Die Deutsche Bahn wird sicherer. In Zügen und Bahnhöfen kam es in den ersten neun Jahren dieses Jahres zu knapp 1200 Fällen von Körperverletzung gegen Reisende, im Durchschnitt fünf Fälle pro Tag. Im gleichen Zeitraum 2010 lag die Zahl bei um 17 Prozent höher. Prognostiziert auf das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem Rückgang der Körperverletzungen von 18 Prozent und insgesamt mit rund 1600 Fällen.

Im Vergleich zu den insgesamt zwei Milliarden Bahnreisenden pro Jahr ist das Risiko, in Bussen, Bahnen und Bahnhöfen Opfer von Gewalt zu werden, vergleichsweise gering. „Die Bahn ist viel sicherer als der restliche öffentliche Raum“, sagt Gerd Neubeck, Leiter der Konzernsicherheit beim Konzern. „Das belegen alle Statistiken.“

Offenbar zeichnet sich nun aus, dass die Deutsche Bahn seit Dezember 2010 rund 500 mehr Sicherheitsmitarbeiter einsetzt – ein Plus von 16 Prozent. Verändert hat sich auch das Sicherheitskonzept: Die Zusatzkräfte kommen vor allem in Nachtstunden und Wochenendnächten zum Einsatz.

Auch im Vorfeld von Großveranstaltungen wie Fußballspielen habe die Deutsche Bahn die Zusammenarbeit mit örtlichen Organisatoren und Verbänden verbessert, so Neubeck. Zwei Drittel der Angriffe passieren im Rahmen von Großveranstaltungen, also Fußballspielen, Oktoberfest und dem Partyverkehr.

Berlin bleibt sozialer Brennpunkt

Berlin unternimmt ingesamt weniger gegen Gewalt als andere Großstädte. Quelle: dpa/dpaweb

Die Hauptstadt ist „eine besonders aggressive Stadt“, sagt Neubeck. Durch die Dichte der Menschen und die sozialen Verhältnisse habe sich hier eine spezielle Situation entwickelt. Hinzu komme, dass Berlin insgesamt weniger gegen Gewalt unternehme als vergleichbare andere Städte.

So sei Hamburg mit der Sozialstruktur vergleichbar, aber die Hansestadt habe sehr viel mehr für Sicherheit getan als Berlin, so Neubeck. Die Anzahl der Gewaltdelikte in Hamburg ging in den ersten neun Monaten um fast 50 Prozent auf 145 Fälle zurück. Berlin verharrt unverändert auf dem Niveau von 275. Einen leichten Rückgang von Gewalt in Bussen und Bahnen verzeichnet die Deutsche Bahn in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.
Was den Fahrgästen nützt, bekommen die Mitarbeiter der Deutschen Bahn negativ zu spüren. Die Zahl der Körperverletzungen gegen die eigenen Beschäftigten stieg im Zeitraum 2011 um elf Prozent auf 515 Fälle.

Ein Grund dafür ist, dass die Deutsche Bahn eben mehr Sicherheitsmitarbeiter einsetzt. Die Sicherheitskräfte sind in 45 Prozent aller Fälle das Ziel von Gewalt. Insgesamt würden 80 Prozent der aggressiven Vorfälle im Rahmen von Fahrscheinkontrollen passieren.

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