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Deutsche Bahn Zuverlässigerer Betrieb durch acht neue ICEs

Nach langem Warten hat die Bahn acht neue ICEs in ihrer Flotte - von der größeren Zugreserve und moderner Technik sollen auch die Kunden etwas haben. Eigentlich sollen die ICEs aber in Nachbarländer rollen.

Ein neuer ICE 3, Baureihe 407, steht am Hauptbahnhof in Berlin zur symbolischen Übergabe bereit. Im Dezember 2013 haben die ersten neuen ICE-3-Züge den Fahrgastbetrieb aufgenommen. Quelle: dpa

Die Bahn setzt dank einer lange überfälligen Lieferung weiterer ICE-Züge auf einen zuverlässigeren Betrieb für die Passagiere. „Die neuen ICEs erhöhen unsere Fahrzeugreserve“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube bei der Vorstellung eines ICE 3 am Mittwoch im Berliner Hauptbahnhof. Dies schaffe spürbare Entlastung angesichts knapper Ersatzzüge für Störungen „und damit auch eine bessere Pünktlichkeit“. Mit mehrjähriger Verspätung hat Siemens nun acht von 16 ursprünglich bestellten neuen ICE 3 an den bundeseigenen Konzern übergeben. Grube betonte, Ziel bleibe ein Einsatz der Züge auf grenzüberschreitenden Strecken. Es fehlen aber noch Zulassungen.

Die größten Pannen der Deutschen Bahn
Juli 2015Wegen der großen Hitze sind die Luftkühlungen mehrerer IC-Züge ausgefallen. Anders als im Sommer 2010 reagierte die Bahn diesmal schnell: Sie stellte für die besonders betroffene Linie Berlin-Amsterdam zwei Ersatzzüge bereit. Sie sollen eingesetzt werden, wenn die Luftkühlung in anderen IC auf der Strecke versagt, wie ein Sprecher mitteilte. Außerdem wurden in Osnabrück mehrere Busse stationiert. Dort mussten insgesamt mehrere Hundert Fahrgäste in nachfolgende Züge umsteigen, weil in ihren Zügen die Klimaanlage ausgefallen war. Es habe aber kein Fahrgast gesundheitliche Probleme bekommen, so der Sprecher. Bei etwa einem Dutzend älterer Intercitys auf der Linie Berlin-Amsterdam hatten die Klimaanlagen ihre Arbeit eingestellt. Quelle: dpa
Oktober 2014Ein Warnhinweis sorgt für Lacher, Spott und eine Entschuldigung der Deutschen Bahn: „Cannstatter Wasen: Es ist mit Verspätungen, überfüllten Zügen und verhaltensgestörten Personen zu rechnen“ ist am Samstag auf den Anzeigetafeln an mehreren Bahnhöfen in der Region Stuttgart zu lesen gewesen, wo das Volksfest an seinem letzten Wochenende in diesem Jahr wieder Tausende Besucher anlockte. „Wir entschuldigen uns dafür“, sagte eine Bahn-Sprecherin am Sonntag und bestätigte Online-Berichte der „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“. Ein Mitarbeiter habe den Text entgegen aller Vorgaben verfasst. Er werde Anfang der Woche zum Rapport bestellt. Dann solle auch der gesamte Vorgang aufgeklärt werden. Quelle: dpa
August 2013Ein ungewöhnlich hoher Krankenstand in der Urlaubszeit sorgte im August 2013 für ein Fahrplanchaos am Mainzer Hauptbahnhof - und für massiven Ärger bei den Fahrgästen. Die Deutsche Bahn hat für das Chaos am Mainzer Hauptbahnhof wegen massiver Personalprobleme auf Facebook um Entschuldigung gebeten. „Für die derzeitigen Einschränkungen möchte ich mich entschuldigen“, antwortete ein Mitarbeiter in dem Sozialen Netzwerk auf Beschwerden einer Nutzerin. Die Situation sei „wahrlich nicht schön“. Quelle: dpa
August 2013Um dem Problem der häufig verstopften und verdreckten Zugtoiletten Herr zu werden, setzt die Bahn ab sofort neue Reinigungskräfte, sogenannte Unterwegsreiniger, in ICE-Zügen ein. Die Reinigungskolonne, die auf der Fahrt die Toiletten putzt, wird um 50 Beschäftigte auf 250 aufgestockt, wie der Vorstandsvorsitzende DB Fernverkehr, Berthold Huber, ankündigte. Die Mitarbeiter sollen zugleich stärker entsprechend der Zugauslastung eingesetzt werden. Damit würden die Toiletten in besonders gefragten Bahnen mindestens zweimal und damit doppelt so oft auf der Fahrt gereinigt wie bisher. Der Fahrgastverband Pro Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) lobten die Initiative, wiesen aber zugleich auf andere Probleme hin. „Neben den kaputten oder dreckigen Toiletten gibt es tagtägliche Kundenbeschwerden vor allem über die Klimaanlagen und Verspätungen“, sagte Pro-Bahn-Bundessprecher Gerd Aschoff. Und das sind nicht die einzigen Pannen der Deutschen Bahn... Quelle: dpa
November 2011Nach der persönlichen Anmeldung im neuen elektronischen Ticketsystem „Touch & Travel“ waren für nachfolgende Nutzer die Kundendaten sichtbar. Quelle: dpa
Juli 2010Am einem Wochenende fallen in mehreren ICE-Zügen die Klimaanlagen aus. Fahrgäste kollabierten, Schüler mussten dehydriert ins Krankenhaus eingeliefert werden. Im Zuge der Panne wurde bekannt, dass die Klimaanlagen der Bahn nur bis 32 Grad funktionieren. Damals fielen in Dutzenden Zügen die Klimaanlagen aus. Quelle: dpa
April 2010 - ICE verliert TürBei voller Fahrt verliert ein ICE auf dem Weg von Amsterdam nach Basel eine Tür. Das Stahlteil schlägt in einen entgegenkommenden ICE ein. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Frankfurt und Köln werden sechs Menschen leicht verletzt. Ursache für den Unfall ist eine lose Stellmutter an der Verriegelung. Foto: dpa

„Wir haben mit jedem der acht Züge einen Puffer von mehr als 440 Sitzplätzen“, sagte Grube. Die Hochgeschwindigkeitszüge seien zudem sparsamer, robuster gegen winterliche Beschädigungen durch Eis und hätten stärkere Klimaanlagen. Eigentlich sollten die ersten neuen ICE 3 Ende 2011 geliefert werden. Nach schwierigen Zulassungsverfahren und Technikproblemen kamen vier Züge aber erst im vergangenen Dezember und vier weitere nun bis Ende März. Der Auftrag für die 16 Züge hatte ein Volumen von 500 Millionen Euro. Als Ausgleich für die Verspätungen soll die Bahn von Siemens einen 17. Zug bekommen.

Grube sagte: „Der neue ICE 3 war und ist vor allem für den Einsatz auf internationalen Verbindungen vorgesehen.“ Dies gelte für Strecken nach Brüssel, Paris und - als „unser Traum“ - nach London. Für die Fahrt durch den Ärmelkanaltunnel gebe es eine grundsätzliche Genehmigung. Zulassungen für andere Länder fehlten aber noch. Acht weitere ICEs aus dem Siemens-Auftrag machen derzeit Testfahrten in Frankreich und Belgien. Die Bahn will sie erst nach der Zulassung für beide Länder übernehmen. Ein Termin dafür steht vorerst nicht fest.

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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, die Zulassung neuer Züge solle beschleunigt werden. Dafür sollten unter anderem private Prüfer als Bahn-Tüv beauftragt werden können. Er kündigte ein gemeinsames „Digitalisierungskonzept“ für die Bahn an. In Zügen und an Stationen müssten Reisende leistungsfähige Internetzugänge haben, da Bahnfahren inzwischen für viele Passagiere Arbeitszeit sei.

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