Deutsche Post Lahmende Frachtsparte wird zur Belastung

Die Deutsche Post hat im vergangenen Jahr von einem starken Paketgeschäft zu Weihnachten profitiert. Probleme gibt es aber mit der lahmenden Frachtsparte.

So haben E-Mails unser Leben verändert
Veränderung: E-Mails senken das EinfühlungsvermögenE-Mail-Schreiben macht Menschen gesichtslos. Weder sieht, noch hört man seinen Gegenüber - stattdessen hat man nur einen Bildschirm und Tasten vor sich. Daher erwartet CIA-Manager John K. Mullen, dass Computerkommunikation auf lange Sicht die Empathie senkt. Sein Argument: 55 Prozent der zwischenmenschlichen Kommunikation spielt sich nonverbal ab. Durch hauptsächlichen E-Mail-Verkehr verlieren Menschen die Fähigkeit, die Absicht anderer zu erkennen und andere zu beeinflussen.   Quelle: AP
Veränderung: E-Mails sorgen für unklare Botschaften„So meinte ich das doch gar nicht!“ Wer das nach einer geschriebenen E-Mail nicht sagen will, muss sich klar und deutlich ausdrücken. Denn bei Mails fallen Tonfall, Gesichtsausdruck & Co. weg. Auch die kurz reingrätschende Verständnisfrage des Gegenübers ist nicht drin. Das sorgt für falsch ankommende Botschaften: Autor John Freeman schreibt in seinem Buch „The Tyranny of E-Mail“, dass der Ton von E-Mails in 50 Prozent der Fälle falsch verstanden wird. Quelle: dpa
Veränderung: E-Mails machen uns zu LügnernEine Lüge abzutippen, fällt Menschen leichter, als sie mit einem Kugelschreiber aufzuschreiben. Das fanden US-Forscher in mehreren Experimenten heraus, in denen die Probanden per E-Mail oder mit Stift und Papier kommunizierten. Außerdem fühlten sich die Lügner mehr im Recht, wenn sie per E-Mail flunkerten. Quelle: Fotolia
Veränderung: E-Mails machen renitentEine unangenehme Nachricht ist leichter hingeschrieben und abgesendet, als sie seinem Gegenüber persönlich ins Gesicht gesagt. US-Forscher untersuchten, wie sich das auf Gruppenarbeit auswirkt. Ihr Ergebnis: Menschen zeigten sich bei E-Mail-Kommunikation unkooperativer und sahen sich mit diesem Verhalten auch mehr im Recht. Quelle: Fotolia
Veränderung: E-Mails stressenUrlaub von Mails entspannt: Auf Mails zu verzichten, gestatteten Forscher des U.S.-Militärs und der University of California in Irvine fünf Tage lang einigen Büromitarbeitern in einem amerikanischen Vorort. Sie arbeiteten konzentrierter und wiesen einen natürlicheren, wechselhaften Herzschlag auf. Anders ihre Kollegen, die immer wieder ins E-Mail-Postfach schauten: Diese zeigten sich weniger fokussiert, angespannter und wiesen einen konstanten Herzschlag auf. Quelle: Fotolia
Veränderung: E-Mails geben Schüchternen ein SprachrohrÜber Jahrtausende hinweg haben sich schüchterne Menschen schlecht ausgedrückt – oder einfach ihren Mund gehalten. Diese Zeiten sind dank der E-Mail vorbei. Nun können sie ihren nervigen Kollegen die Meinung sagen, ohne ihnen in die Augen sehen zu müssen. Tatsächlich bestätigt eine Studie, dass Introvertierte und Neurotiker E-Mails bevorzugen, während Extravertierte und emotional stabile Menschen lieber von Angesicht zu Angesicht kommunizieren. Quelle: REUTERS
Veränderung: E-Mails stehlen uns unsere ZeitDas gilt vor allem für ungebetene Werbemails. Spam macht laut dem Bonner Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) 70 Prozent des weltweiten Mailverkehrs aus und kostet jeden Angestellten jährlich durchschnittlich 20 Stunden seiner Zeit. Immerhin: Spam-Filter können mehr als ein Drittel dieses Zeitverlusts einsparen. Quelle: dpa
Veränderung: E-Mails lassen uns weniger überzeugend dastehenKommunikation über Ländergrenzen und Zeitzonen hinweg: Manchmal müssen wir schlichtweg auf E-Mails zurückgreifen. Doch wirken wir dabei genau so überzeugend, wie bei einem persönlichen Gespräch? Dieser Frage sind Forscher der Arizona State University nachgegangen. Ihrem Studienergebnis zufolge, finden lediglich Männer eine Botschaft per Mail genau so überzeugend, wie persönlich überbracht. Anders bei Frauen: Sie sprangen auf Mails weniger an. Quelle: AP
Veränderung: E-Mails machen süchtigGelegenheit macht Diebe. Dank Smartphones, Tablets, Notebooks und PCs daheim sind E-Mails überall abrufbar. Dieser Verlockung können Menschen kaum widerstehen. Eine Studie, in der insgesamt 7.827 alltägliche Begierden von 205 Erwachsenen aufgezeichnet wurden, kam zu folgendem Ergebnis: Die Wünsche nach Schlaf und Sex waren zwar am stärksten, aber die Wünsche, Medien zu nutzen oder seiner Arbeit nachzugehen, waren am schwierigsten zu widerstehen. Quelle: dpa
Veränderung: E-Mails knabbern an unserer LeistungStändiges Texten und Mailen schmälert unsere Leistung. Autor David Rock berichtet in seinem Buch „Your brain at Work“ von einer Studie der Universität London, in der die Teilnehmer nach ständigem Mail-Verkehr durchschnittlich zehn IQ-Punkte schlechter in einem Intelligenztest abschnitten. Frauen waren im Schnitt fünf IQ-Punkte schlechter und Männer 15 IQ-Punkte. Damit hat übermäßiges Texten einen ähnlichen Einfluss, wie zu wenig Schlaf.
Veränderung: E-Mails machen Kommunikation nüchternerSmileys, Ausrufezeichen und Abkürzungen, wie „lol“ oder „rofl“: All das kann die Emotionen in persönlichen Gesprächen nicht ersetzen. Autor Steven Johnson schreibt in seinem Buch „Mind Wide Open“, das E-Mail-Verkehr Lacher dämpft, die in persönlichen Gesprächen aufkommen würden. Das macht die Kommunikation per Mail nüchterner und auch etwas kälter. Quelle: dpa

Die Sanierung ihrer kriselnden Frachtsparte belastet die Deutsche Post. Trotz eines boomenden Expressgeschäfts und einer Paketflut zu Weihnachten blieb der Gewinnanstieg des Konzerns im vierten Quartal deutlich unter den Markterwartungen - denn der operative Ertrag im Frachtgeschäft brach um knapp die Hälfte ein. "Unter dem Strich bleibt ein signifikanter Ergebnisrückgang im Frachtgeschäft", beklagte Konzernchef Frank Appel am Mittwoch in Bonn. Auf die Kostenbremse treten will Appel weiter im deutschen Brief- und Paketgeschäft. Hier droht ein offener Konflikt mit der Gewerkschaft Verdi.

Was die Post mit ihrer Strategie 2020 erreichen will

Trotz der lahmenden Frachtsparte verbuchte der Konzern 2014 aber insgesamt ein Plus bei Umsatz und operativen Gewinn (Ebit). Der operative Gewinn kletterte auf 2,965 (Vorjahr: 2,865) Milliarden Euro, die Dividende soll um fünf Cent auf 0,85 Euro je Aktie steigen. Mit der seit Januar geltenden Portoerhöhung im Rücken will Appel 2015 den Ertrag auf 3,05 bis 3,2 Milliarden Euro in die Höhe schrauben. Das Plus soll aber ein wenig geringer ausfallen als Experten erwarten, die im laufenden Jahr im Mittel 3,24 Milliarden Euro für möglich halten.

Wie sich Umsatz und Gewinn verteilen

Während die Post im weltweiten Express-Geschäft ihre Gewinne immer weiter erhöht und auch in Deutschland vom boomenden Online-Handel profitiert, bereitet Appel die Fracht-Sparte Sorge. "Der Preis- und Margendruck ist branchenweit weiterhin hoch", räumte der Post-Chef ein. Er will das Frachtgeschäft wieder auf Kurs bringen, das rund ein Viertel zum Konzernumsatz beiträgt. Appel steckt Geld in die Datenverarbeitung der Frachtsparte, die Warenlogistik soll umgebaut werden. Die Investitionen lasten jedoch auf dem Gewinn.

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Appel steht in Deutschland zudem ein heftiger Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft ins Haus. Verdi wirft ihm Vertragsbruch vor, nachdem der Konzern damit begonnen hat, Tausende Zusteller in der Brief- und Paketsparte zu niedrigeren Löhnen als bisher einzustellen. Die Gewerkschaft hatte im Gegenzug Tarifregelungen zur Arbeitszeit gekündigt und damit erste Weichen in Richtung eines möglichen Streiks gestellt. Der künftige Erfolg im deutschen Brief- und Paketgeschäft hänge davon ab, "dass wir eine wettbewerbsfähigere Kostenstruktur schaffen", unterstrich Appel nun.

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