Deutsche Post Schon 1.000 Zusteller bei Niedriglohntochter

Exklusiv

Post-Vorstand Gerdes weist Vorwürfe der Gewerkschaften wegen Lohndrückerei bei der neuen Zusteller-Tochter DHL Delivery zurück. 1000 Mitarbeiterverträge sind schon unterschrieben.

Paketzentrum der Deutsche Post DHL Quelle: REUTERS

Trotz des Gewerkschaftsvorwurfs der Lohndrückerei haben bereits 1000 Zusteller Verträge bei der neuen Post-Tochter DHL Delivery GmbH unterzeichnet. „Es haben bereits 1000 Menschen Verträge bei Delivery unterschrieben, wenige Tage nachdem wir die Pläne bekannt gegeben hatten. 1000 Mitarbeiter, die gerne unbefristet zu diesen Konditionen in unseren neuen Gesellschaften arbeiten wollen“, sagte Post-Vorstand Jürgen Gerdes im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Die Post steht in der Kritik, weil sie bis 2020 rund 10.000 neue Stellen für Paketzusteller schaffen will, die allerdings nicht mehr nach dem Haustarif bezahlt werden sollen. Dafür gründete die Post insgesamt 49 DHL Delivery-Regionalgesellschaften, in denen sie niedrigere Löhne nach Logistiktarif bezahlen kann.

Gerdes verteidigte den Schritt: „Unsere Regionalgesellschaften werden den regionalen Arbeitgeberverbänden beitreten, die unterschiedlich hohe und mit Verdi vereinbarte Tariflöhne haben. Die Spanne der Grundlöhne, die wir zahlen, reicht von 10,32 Euro in Niedersachsen bis hin zu rund 18 Euro in Nordbaden.“ Bisher befristet bei der Post tätige Mitarbeiter sollen bei einem Wechsel weiterhin ihr Grundgehalt erhalten, auch wenn das über dem Tarif liege. So reagiere man auf eine Gewerkschaftsforderung nach unbefristeten Verträgen mit einer langfristigen Perspektive. Die Stellen bei DHL Delivery seien ein „Angebot bis zur Rente“ für junge Menschen, so Gerdes. Hauptzielgruppe für dieses Angebot seien Mitarbeiter, die bislang noch nicht für die Post gearbeitet hätten.

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