Deutsche-Post-Streik Die Opfer des Poststreiks

Deutschland ächzt unter dem Poststreik. Pakete bleiben liegen, Rechnungen und Dokumente kommen nicht an. Und auch junge Start-ups, die verderbliche Ware verschicken, leiden unter dem Arbeitskampf bei der Deutschen Post.

Post-Streik Quelle: dpa

Woche vier im Zusteller-Streik. Die Zahl der nicht ausgelieferten Pakete und Briefe wächst – und der Frust vieler Bundesbürger gleich mit. Selbst beim Steuerbescheid kann es eng werden. Nicht alle sind vom Arbeitskampf zwischen Gewerkschaft und Post gleich betroffen. Manche leiden mehr als andere. Eine Übersicht der Post-Streik-Opfer.

Jungen Startups verdirbt die Ware

Junge Lieferdienste, die verderbliche Waren verschicken, stellt der Streik vor besonders große Herausforderungen. Startups wie "Gegessen wird immer" oder "Chocri" verschicken Fleisch, Obst und Gemüse, Schokolade oder Pralinen. Die halten sich bei den Temperaturen im Sommer ohnehin nicht lange. Und durch den Streik bleiben viele Essensboxen liegen und verderben. Manche Gründer, so wie die des Blumenversands "Bloomy Days" setzen auf den teureren Expressversand, der eine Lieferung garantiert. Das verursacht aber enorme Kosten – vor allem für junge Unternehmen.

Unternehmen kämpfen mit der Extra-Bürokratie

Doppelter Aufwand, fehlende Rechnungen und ausbleibende Zahlungseingänge. Unterlagen und Rechnungen, die sonst automatisch per Post versendet werden, müssen jetzt noch zusätzlich per Fax und Mail verschickt werden. Nicht überall ist der Umstieg auf den digitalen Versand ohne weiteres möglich, deshalb nehmen einige Unternehmen auch per Telefon Kontakt mit Kunden und Lieferanten auf. Doch selbst das ist keine Erfolgsgarantie: Zahlreiche Firmen – egal ob groß oder klein – berichten von offenen Rechnungen oder von Abbuchungen, ohne dass sie eine Rechnung gesehen haben.

Besonders vom Streik betroffen sind die Onlinehändler. Zwei von drei Unternehmen aus diesem Bereich mussten laut einer Umfrage des Bundesverbands Onlinehandel bereits Umsatzverluste hinnehmen. Bei etwa jedem fünften Onlinehändler sei es ein Umsatzeinbruch von mehr als 25 Prozent gewesen, so die Studie. Die Umfrage wurde während des Streiks unter 250 Onlinehändlern durchgeführt. Die Unternehmen müssten einen enormen Mehraufwand durch den Versand zu höheren Gebühren oder verstärkte Kundenkommunikation verkraften, so der Verband. Als Reaktion auf den Streik sind laut der Umfrage bereits 40 Prozent der Händler dabei, andere Versanddienstleister einzubinden. Sprich: Die Post verliert Kunden.

Post-Streik: Was Sie jetzt wissen müssen

Bewerbungsfrist an Unis verlängert sich nicht

Auch die angehenden Studenten sind vom Streik bei der Post betroffen. Denn wer noch in diesem Wintersemester ein Studium an einer deutschen Universität beginnen möchte, muss sich bis zum 15. Juli bewerben – und zwar schriftlich. An diesem Datum endet für viele Studiengänge die Frist. Entsprechend informieren viele Universitäten ihre Bewerber online. So heißt es beispielsweise auf der Homepage der Uni Oldenburg: „Aufgrund des Streiks bei der Deutschen Post kommt es zu Verzögerungen bei der Postzustellung. Stellen Sie bitte sicher, dass Ihre Unterlagen rechtzeitig vor Ende der Bewerbungsfrist eingehen. Der Streik hat keine fristverlängernde Wirkung!“

Abiturienten, die auf Nummer sicher gehen wollen, sollten ihre Studienplatz-Bewerbungen also entweder persönlich abgeben oder per Expressbrief versenden, da Express-Sendungen von streikbedingten Verzögerungen nicht betroffen sind. Gleiches gilt für Studierende, die Studienbescheinigungen und Co. innerhalb bestimmter Fristen beim Bafög-Amt oder der Krankenversicherung einreichen müssen.

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