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Deutsche Post Schwere Vorwürfe gegen DHL in Südamerika

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Verhandlungen mit dem ITF

Eigentlich gilt die Deutsche Post DHL als Vorzeige-Arbeitgeber. Regelmäßig erscheint der Name der Deutschen Post an der Spitze von Arbeitgeberrankings, gerade erst hatte die Sparte DHL Express den Titel als "Top Employer Global 2016" erhalten. "Wir sind begeistert", freute sich der zuständige Vorstand Ken Allen laut einer offiziellen Mitteilung über die Auszeichnung. "Wir haben viel in unser Unternehmen und unsere Leute investiert, um eine Atmosphäre und Mentalität des Gewinnens und des erfolgreich-sein-zu-Wollens zu etablieren."

Der Bericht des ITF jedoch zeigt ein anderes Bild: Mitarbeiterumfragen und Rankings seien gezielt durch Vorgesetzte manipuliert, werfen einige der Angestellten in Südamerika der Konzernführung vor. Demnach sollen sich Manager gezielt ihre Lieblinge für die Umfragen aussuchen, oder sie ködern die Beschäftigten mit der Aussicht auf Bonuszahlungen. Viele Mitarbeiter fürchteten außerdem, dass sich die eigentlich anonymen Umfragen leicht auf sie zurückverfolgen ließen, heißt es in dem Bericht.

"Unsere Jährliche Mitarbeiterbefragung wird durch unabhängige Dritte durchgeführt. Es werden alle Mitarbeiter weltweit eingeladen, daran teilzunehmen. Deswegen sehen wir keine Möglichkeiten, dass der Einladungsprozess für die Befragung durch individuelle Führungskräfte beeinflusst wurde", erklärte ein Post-Sprecher der WirtschaftsWoche.

Es ist nicht das erste Mal, dass die internationale Gewerkschaft ITF die Post wegen ihrer Arbeitsbedingungen angreift. In den vergangenen Jahren hatte der Gewerkschaftsverbund, der weltweit etwa 4,5 Millionen Beschäftigte des Transportgewerbes vertritt, bereits Berichte zu der Situation in Indien und der Türkei veröffentlicht. Bereits vor einem Jahr einigte sich die Deutsche Post DHL deshalb mit der Gewerkschaft bei Verhandlungen vor einem Gremium der OECD. "Der Konzern plant, auch in Zukunft den Austausch mit den globalen Gewerkschaftsbündnissen fortzuführen", hieß es aus der Post-Zentrale.

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