Die Nebeneinkünfte der Fluglinien Was Airlines abseits der Ticketverkäufe verdienen

Das Geschäft mit Sitzplatz-Upgrade und Zusatzgebühr ist einkömmlich wie nie. Die großen Airlines verdienen Milliarden daran – für manche sind die Zusatzumsätze überlebenswichtig.

Die Lufthansa verdient jährlich Millionen mit Zusatzeinnahmen abseits des Ticketverkaufs. Quelle: dpa

Airlines machen nur mit dem Ticketverkauf Kasse? Von wegen. Mit Nebeneinnahmen, die mit dem eigentlichen Kerngeschäft nichts zu tun haben, generieren die Fluggesellschaften riesige Umsätze.

Das Geschäft mit Sitzplatz-Upgrade, Gepäckgebühren oder dem Verkauf von Bonuspunkten ist lukrativ - und die Bedeutung der Zusatzeinnahmen wächst. Das geht aus dem aktuellen “Yearbook of Ancillary” der internationalen IdeaWorksCompany, einer Untersuchung von 63 internationalen Airlines, hervor.

Im Durchschnitt zahlt demnach jeder Passagier 17,49 US-Dollar zusätzlich zum Ticketpreis. Das sind 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Spitzenreiter ist der britische Charterflieger Jet2, der jedem Kunden im Schnitt sogar gut 50 Euro aus der Tasche lockte.

Allein die zehn Großverdiener im Nebeneinkünfte-Bereich machten 2014 damit einen Umsatz von knapp 25 Milliarden Dollar, fast 4,6 Milliarden mehr als noch im Vorjahr.

Dazu setzten die Airlines auf unterschiedlichste Strategien: American Airlines machte über eine Kreditkartenkarten-Kooperation mit der Citibank rund 624 Millionen. Delta verdiente gut am Aufschlag für das Economy-Upgrade Comfort Plus, Tigerair aus Singapur verdient vor allem am Verkauf von Bustickets ins Zentrum des Stadtstaates. Und Lufthansa konnte die Einnahmen seines Vielfliegerprogramms Miles&More auf rund 90 Millionen Euro mehr als verdoppeln.

Wie stark die Airlines von den Nebeneinkünfte profitieren, hängt von Region und Art der Airline ab. Vor allem für Billig-Airlines ist das Zusatzgeschäft überlebenswichtig. Die amerikanische Spirit Airlines macht so 38,7 Prozent seines gesamten Umsatzes, die ungarische Wizz Air 33,7 und Ryanair 24,6 Prozent. Allein durch die Ticketerlöse wäre kein Billigheimer zu finanzieren.

Die Nebeneinkünfte der Airlines abseits des Ticketverkaufs

Bei den großen europäischen oder amerikanischen Premium-Airlines ist der Umsatzanteil der Nebeneinkünfte geringer. Die Lufthansa etwa machte über Nebeneinkünfte 2014 nur 4,9 Prozent des Jahresumsatzes.

In Zukunft dürfte der Anteil höher liegen. Ab Oktober werden für die Plätze der Kranich-Economy neue Tarife angeboten - und für manche Serviceangebote Zusatzgebühren erhoben.

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