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Die Reise-Gurus Wie neue Portale den Urlaub billiger machen

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„Das Helfersyndrom – das ist unsere Strategie“

Die benötigt auch der deutsche Rivale Urlaubsguru nicht. Das im Sommer 2012 von Daniel Krahn und Daniel Marx auf einem Balkon in Unna gegründete Unternehmen ist als Hobby zweier Reisebegeisterter gestartet – und seitdem ausschließlich aus Mitteln des laufenden Geschäfts gewachsen. Im Gegensatz zur Konkurrenz aus Berlin wirkt der Auftritt von Urlaubsguru geradezu bescheiden: Krahn, Marx und ihr Team sitzen in einem Büro direkt gegenüber dem Flughafen Dortmund. Derzeit beschäftigen die Urlaubsgurus rund 150 Mitarbeiter, die zehn Länder-Blogs vom Ruhrgebiet sowie von Wien und Rio de Janeiro aus betreuen. „Das Helfersyndrom – das ist unsere Strategie“, sagt der 31-jährige Marx. Heißt: gute Deals finden und sie „schnell zu unserer Community bringen“.

Welche Länder die Deutschen lieben und welche sie meiden
KanadaKanada steht auf Platz vier der Länder, in denen die Deutschen gerne auf Dauer wohnen würden. Länder auf den Plätzen darunter sind: Spanien, Dänemark, Neuseeland, USA, Australien und Italien. Quelle: SPLENDID RESEARCH GmbH Quelle: dpa
SchwedenDas Königreich Schweden mit seinen Wäldern und Elchen ist nicht nur das drittliebste Land als Wohnort, sondern auch das viertbeliebteste Land, um Urlaub zu machen, und steht in der Sympathie der Deutschen gar auf Platz eins. Quelle: dpa
SchweizDas Land der Gipfel und Höhen liegt auf Platz zwei der Länder als Wohnort. Quelle: dpa
ÖsterreichDas Geburtsland des Schriftstellers Thomas Bernhard ist nicht nur der beliebteste Ort, an dem die Deutschen im Ausland leben würden, sondern zugleich auch auf Platz vier der Urlaubsländer. Quelle: REUTERS
ItalienDie vom Mittelmeer umgebende Halbinsel hat es auf Platz zwei der beliebtesten Urlaubsziele geschafft. Weitere Urlaubsländer mit abfallender Beliebtheit sind Schweden, das erwähnte Österreich, Kanada, Neuseeland, Australien, Irland, Dänemark und Frankreich. Quelle: dpa
SpanienPablo Picassos Geburtsland ist das beliebteste Urlaubsland der Deutschen. Quelle: dpa
NeuseelandBei der Sympathie für die Länder der Welt liegt Neuseeland auf Platz vier. In dem artenreichen Inselstaat trifft man auf Pinguine im Wald. Andere Sympathie-Länder mit absteigender Beliebtheit sind: Dänemark, Österreich, Spanien, Italien, Schweiz und Irland. Quelle: obs

Mit mehr als sechs Millionen Facebook-Fans sind auch die Urlaubsgurus drauf und dran, den großen Rivalen Expedia zu überholen. Bucht jemand eines der selbst recherchierten Angebote, erhalten die Urlaubsgurus einen Teil vom Umsatz. Im vergangenen Jahr hat das Start-up Reisen im Wert von 200 Millionen Euro vermittelt, davon dürfte ein zweistelliger Millionenbetrag hängengeblieben sein.

Auch Geschäftskunden im Visier

Der neue Reisemarkt lockt selbst Branchenfremde an, so wie Michael Riegel. Schon einmal hat sich der Start-up-Profi als Industrieschreck versucht: Einst leitete Riegel die deutsche Dependance des Putzkräfte-Vermittlungsdienstes Homejoy aus dem Silicon Valley. Mit seinem neuen Start-up Comtravo zielt Riegel nun auf jene, für die Reisen eher lästige Pflicht ist als sehnlich erwartete Erholung: Geschäftskunden. Die sollen ihre Reisen so schnell und einfach buchen können wie nie: Eine E-Mail oder SMS mit dem gewünschten Ziel reicht aus. „Statt sich durch nervige Eingabemasken zu klicken, kann die Sekretärin auch die Mail vom Chef weiterleiten“, erklärt Riegel. Die Berliner schicken die vier vermeintlich besten Optionen für Flug oder Hotel. Mit einem Klick können die Kunden dann buchen.

Die zehn besten Reiseländer
Äthiopien Quelle: DPA
Myanmar Quelle: DPA
Oman Quelle: Fotolia
Mongolei Quelle: REUTERS
Bermuda Quelle: AP
Nepal Quelle: REUTERS
Dominica Quelle: Fotolia

Comtravo versucht dabei, den manuellen Aufwand durch Texterkennungssoftware zu minimieren. Diese sei inzwischen so gut trainiert, dass sie einfache Flug- oder Hotelkombinationen zuverlässig erkenne. Mehr als ein Viertel der Anfragen würden automatisiert erkannt und beantwortet. Zudem lernt der Algorithmus durch die Buchungen dazu und richtet spätere Vorschläge an den Erwartungen der Kunden aus.

Comtravo verlangt pro Buchung eine Gebühr zwischen fünf und zwölf Euro. Gerade einmal anderthalb Jahre nach der Gründung erzielt das Start-up so schon einen Jahresumsatz in zweistelliger Millionenhöhe. Mehr als 150 kleine und mittlere Unternehmen sind bereits Kunden. Da ist also noch einiges zu holen.

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