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Die Reise-Gurus Wie neue Portale den Urlaub billiger machen

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Travel-Deal-Hunter machen's möglich

Immer mehr Reisende lassen sich in den sozialen Netzwerken für den nächsten Urlaub inspirieren oder suchen nach Schnäppchen. Und dort warten schon die Urlaubspiraten. Die Überlegenheit des Berliner Start-ups liegt weniger im technologischen Know-how als darin, dass sie äußerst geschickt in eine Lücke geprescht sind. „Während viele andere Reiseanbieter Social Media lange Zeit kritisch beäugt haben, waren Facebook und Co. für uns von Beginn an einer unserer Schwerpunkte, um eine Community aufzubauen“, sagt Firmenchef David Armstrong.

David-Armstrong Quelle: Dominik Butzmann für WirtschaftsWoche

Sechs Tage im Fünf-Sterne-Hotel auf der griechischen Insel Mykonos für 388 Euro? Acht Tage all inclusive im Beach Hotel auf Mauritius ab 962 Euro inklusive Flügen? Dafür muss heute niemand mehr endlos bei Expedia oder Tripadvisor suchen. Diese Schnäppchen standen Ende März auf der Facebook-Seite der Urlaubspiraten.

Zusammengetragen werden sie von Mitarbeitern, die sich selbst Travel-Deal-Hunter nennen: Sie durchsuchen das Internet nach den besten Schnäppchen und veröffentlichen diese als „Deals“ nicht nur auf der Webseite des Unternehmens, sondern eben auch über Facebook und WhatsApp. Teilweise sind sie sogar selber unterwegs, laden eigene Videos hoch oder übertragen ihren Urlaub live auf Facebook. „Das erzeugt Nähe zwischen uns und unseren Kunden“, sagt Armstrong. 20 spezialisierte Community- und Social-Media-Manager beantworten zudem die Fragen potenzieller Kunden – etwa wenn jemand wissen will, ob es den Mauritius-Deal auch an einem anderen als dem angegebenen Zeitraum gibt.

So haben es die Urlaubspiraten zu etwas gebracht, was im digitalen Geschäft von unschätzbarem Wert ist: einem direkten Draht zu einer Zielgruppe, die Reisebüros nur noch aus den Erzählungen ihrer Eltern kennt. Die Urlaubspiraten steuern auf acht Millionen Facebook-Fans zu und sind damit laut eigenen Angaben die weltweit größte Onlinereisecommunity – deutlich vor Expedia mit 6,4 Millionen Facebook-Fans. Wer so viele Menschen erreicht, wird zu einer mächtigen Instanz, an der die Reiseanbieter aus der analogen Welt und auch die digitalen Buchungsportale immer seltener vorbeikommen. Umarmen statt Bekriegen heißt deshalb die Devise. „Die verschiedenen Reiseportale werden auf absehbare Zeit mit- und nebeneinander existieren“, prognostiziert Markus Orth, bis vergangenes Jahr Chef von L’Tur und nun Digitalberater in der Branche.

Der Kurs von Armstrong, dem obersten Urlaubspiraten, der seit Ende 2014 an Bord ist und davor unter anderem bei dem Reiseanbieter Congrex Travel in der Schweiz tätig war, rechnet sich: Sechs Jahre nach ihrer Gründung beschäftigen die Urlaubspiraten bereits 180 Mitarbeiter aus 35 Nationen, davon 130 in Berlin. Das Unternehmen war vom Start profitabel. Den Umsatz, der vor allem von Provisionen für vermittelte Reisen kommt, konnte das Start-up bislang von Jahr zu Jahr mehr als verdoppeln. Zuletzt lag er in zweistelliger Millionenhöhe – und dies ohne Fremdfinanzierung.

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