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Dieselsubventionen Flixbus fordert Ende des Dieselprivilegs

Exklusiv
Seite 2/2

Vorstöße von Volkswagen und Flixbus kommen unerwartet

Für die Bundespolitik kommen die Vorstöße von Volkswagen und Flixbus unerwartet. Die Verhandlungsführer einer möglichen Großen Koalition müssen sich möglicherweise umstellen. Viele Verkehrspolitiker bei CDU/CSU und SPD dürften gerade dabei sein, ihre Konzepte zu überarbeiten. Denn kaum einer hatte damit gerechnet, dass Vertreter der Auto- und Fernbusbranche sich ideologisch hinter diejenigen stellen, die nachhaltige Mobilität ohne Dieseltechnologie fordern.

Gleichwohl ist der Schwenk der Unternehmen auch nicht uneigennützig. Volkswagen startet mit Moia gerade einen Sammeltaxi-Service mit Elektrofahrzeugen. Ridehailing und Ridepooling sind plötzlich Vokabeln, auf die Vorstandschef Müller abfährt. VW will damit den Dieselskandal hinter sich lassen.

Da kommt es für das Image nicht schlecht, die steuerlichen Privilegien für den Diesel infrage zu stellen. Der Diesel bläst zwar weniger Kohlendioxid in die Luft als ein Benziner, aber dafür mehr Stickoxide. In Innenstädten drohen deswegen Fahrverbote.

Auch Flixbus würde langfristig profitieren, wenn der Bund die Milliarden-Einnahmen aus der Angleichung der Steuersätze in neue Mobilitätsformen investieren würde. Boomt etwa das Carsharing, verzichten Großstädter bei gutem Nahverkehr eher auf ein eigenes Auto. Für lange Reisedistanzen käme dann der Zug oder der Fernbus in Frage. Auf das grüne Image des Betreibers mit den grünen Bussen dürfte die Forderung daher gewiss einzahlen.

Mehr Angst hat das Münchener Unternehmen derzeit ohnehin vor dem Ansinnen einiger Länder im Bundesrat, das Thema Busmaut auf die Tagesordnung zu setzen. Diese Forderungen werden von einzelnen Landesregierungen immer wieder hervorgebracht. „Die Einführung einer Busmaut wäre für das Ziel nachhaltiger Mobilität absolut kontraproduktiv“, sagt Flixbus-Chef Schwämmlein. „Fernbusse sind die ökologischsten Verkehrsträger.“

Bei der Debatte gehe es seiner Meinung nach ausschließlich darum, den Zug zu bevorteilen. „Beide Verkehrsträger sind ökologisch, beide müssten gefördert werden“, sagt Schwämmlein. Hinzu kommt: „Wer Fernbusse bemauten will, der muss verstehen, dass er damit vor allem die kleinen Leute trifft.“

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