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Dirk Markus im Interview Aurelius will zukaufen und Dividende erhöhen

Der Vorstandschef der Beteiligungsgesellschaft Aurelius will noch in diesem Jahr zukaufen und geht davon aus, dass die Dividende erneut steigt.

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Aurelius hat die Mehrheit am ZDF-Traumschiff, der MS Deutschland Quelle: dpa

WirtschaftsWoche: Herr Markus, löst die Euro-Krise schon Panikverkäufe unter Unternehmern aus?

Markus: Die Krise führt derzeit zu sehr viel Verunsicherung, in Deutschland nicht so sehr wie in Südeuropa, wo US-Konzerne entschieden haben, sich generell aus der Region zurückzuziehen. Daraus ergeben sich für uns Kaufgelegenheiten. Aktuell schauen wir uns deshalb auch aktiv in Italien, Frankreich und Spanien um.

Was planen Sie noch bis Ende Dezember?

Wir können uns gut vorstellen, dass wir 2012 noch das eine oder andere Unternehmen kaufen. Welche Transaktion letztlich klappt, hängt dann auch stark von Dritten ab. Grundsätzlich geben wir für einen Kauf bis zu 50 Millionen Euro aus und erwerben Unternehmen, die im Schnitt über 100 Millionen Euro Umsatz machen.

Aurelius ist an 18 Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern und Branchen beteiligt. Wie viel geht noch?

Ich sehe die Grenze bei 25 bis 30 Unternehmen in unserem Portfolio erreicht. Dabei verkaufen wir auch immer wieder mal. Aber wir stehen da nicht unter Zeitdruck. Wir müssen nicht verkaufen.

Über die Reederei Deilmann sind Sie Eigner der MS Deutschland, bekannt als ZDF-Traumschiff. Wie läuft’s?

Diese Frage wird mir ständig gestellt, obwohl Deilmann nur 2,7 Prozent von unserem Jahresumsatz ausmacht. Wir haben mit der Geschäftsführung der Reederei einen Zwei-Jahres-Plan entworfen, wohin sich das Unternehmen entwickeln soll, und sind guter Dinge, dass wir in einem wachsenden Markt als Fünf-Sterne-Grandhotel auf See weiter zulegen werden.

Was steht in dem Plan?

Das wird die Reederei kommunizieren, wenn alle Details geklärt sind.

Chemie und Apfelkorn

Berentzen Quelle: Presse

Zum Aurelius-Portfolio gehört der Apfelkornhersteller Berentzen.

Das Unternehmen richtet sich massiv auf die Wachstumsmärkte in Asien aus, auf China, Indien und die Türkei. Mittel- und langfristig soll das den Rückgang im westeuropäischen Spirituosenmarkt kompensieren. Als wir 2008 eingestiegen sind, machte das Unternehmen 16 Millionen Euro Verlust, jetzt macht es Gewinn.

Warum musste dann Berentzen-Chef Stefan Blaschak gehen?

Stefan Blaschak soll ja in den Aufsichtsrat wechseln. Er hat Berentzen enorm vorangebracht, jetzt haben wir eine weitere Phase der Entwicklung, und da sind wir mit der neuen Konstellation ausgezeichnet aufgestellt.

Sie haben zuletzt vor allem Chemieunternehmen gekauft. Wird Chemie Ihr Schwerpunkt?

Das ist ein interessantes Feld. Im Chemiebereich gibt es den Trend, dass sich die großen Spieler auf Forschung und Entwicklung auf der einen Seite und auf Vertrieb und Marketing auf der anderen Seite konzentrieren, die Produktion aber gerne an Dritte abgeben. Wir engagieren uns mit verschiedenen Tochterunternehmen, der Calachem, Isochem und Briar Chem, in der Produktion und sehen uns als erfolgreicher Spezialchemieproduzent.

Bisher hat Aurelius in jedem Jahr die Dividende erhöht. Wie sieht es für 2012 aus?

Ohne der Hauptversammlung vorgreifen zu wollen, gehe ich davon aus, dass wir aufgrund der erfreulichen Verkaufserlöse deutlich mehr als die zwei Euro aus dem letzten Jahr zahlen können.

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