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Diskriminierung bei der Trassenvergabe? Flixtrain zofft sich mit der Deutschen Bahn

Exklusiv
Das Verkehrsunternehmen Flixmobility hat Ärger mit der Deutschen Bahn. Quelle: dpa

Zwischen der Deutschen Bahn und Flixtrain ist ein offener Konflikt ausgebrochen: Der Fahrplan 2019 würde die Züge des Staatskonzerns bevorzugen, so der Vorwurf. Nun legt Flixtrain offiziell Beschwerde ein – und hofft auf ein Machtwort der Wettbewerbsbehörde. 

Der Angriffsplan war minutiös ausgefeilt. Das Verkehrsunternehmen Flixmobility wollte ab Dezember dieses Jahres auf der Schiene richtig Gas geben. Schon heute pendeln Flixtrain-Züge zwischen Hamburg und Köln und sowie Stuttgart und Berlin. Auf zwei weiteren Linien von Köln beziehungsweise München nach Berlin sollten weitere Züge in grüner Lackierung den ICE der Deutschen Bahn Konkurrenz machen. Dafür hat das Unternehmen beim Schienennetzbetreiber DB Netz, einer Tochter der Deutschen Bahn, konkrete Routen und Abfahrtszeiten beantragt. Doch das Ansinnen könnte scheitern. 

Denn die von DB Netz angebotenen Fahrtzeiten und Halte in einzelnen Städten würden Flixtrain laut eigenen Angaben gegenüber dem ICE der Deutschen Bahn benachteiligen. Die Muttergesellschaft Flixmobility legt nun Einspruch gegen das Angebot von DB Netz ein. „Es scheint, als würde die Bahn Flixtrain als Wettbewerber nicht willkommen heißen“, sagte Flixmobility-Gründer und -Chef André Schwämmlein der WirtschaftsWoche. 

Die von der DB Netz vorgeschlagenen Trassen jedenfalls seien für das Unternehmen „sehr schwer wirtschaftlich zu betreiben“, so Schwämmlein. „Wir beanstanden dies nun bei der DB Netz und gehen von einer Prüfung durch die Bundesnetzagentur aus.“

Damit ist klar: Zwischen der Deutschen Bahn und Flixmobility ist ein offener Konflikt ausgebrochen, der bald auch die Politik beschäftigen könnte. Das Start-up aus München ist der erste ernsthafte Konkurrent des Staatskonzerns im Fernverkehr auf der Schiene. Viele hoffen auf mehr Wettbewerb. Noch immer hat die Deutsche Bahn einen Marktanteil von 99 Prozent. 

Der Vorwurf der Diskriminierung könnte eine erneute Debatte über die Rolle der Deutschen Bahn auslösen, die als integrierter Konzern organisiert ist. Sie betreibt nicht nur die Züge für den Personen- und Güterverkehr, sondern gleichzeitig auch das Schienennetz. Die Tochter DB Netz repariert Gleise, Weichen und Bahnhofskanten und verantwortet Fahrpläne und die Trassenvergabe. Damit entscheidet also eine Schwestergesellschaft von DB Fernverkehr, wann ein ICE-Konkurrent fahren darf. Den Wettbewerbern ist diese enge Verflechtung zwischen Zug- und Netzbetrieb schon immer ein Dorn im Auge.

Zwar gibt es zwischen den Konzernsparten der Deutschen Bahn eine klare Trennung von Verantwortlichkeiten und Regeln, nach denen Anträge auf Trassen berücksichtigt werden müssen. So haben tägliche Taktverbindungen Vorrang vor Gelegenheitsfahrten. Ebenso prioritär gelten Züge mit längeren Laufwegen und höheren Umsätzen. Allerdings gibt es auch Spielräume. Fahrpläne im Schienenverkehr sind komplexe Gebilde. Die Bundesnetzagentur als unabhängige Wettbewerbsbehörde wacht darüber, dass die Regeln eingehalten werden.

Doch an der Fairness gibt es nun erneut Zweifel.

Es seien „Punkte auffällig, die den Verdacht auf Diskriminierung und Ungleichbehandlung untermauern“, heißt in der Stellungnahme eines Gutachters für Flixmobility, die der WirtschaftsWoche in Auszügen vorliegt. Nur die Linie Köln-Hamburg, die derzeit schon gefahren wird, wäre im neuen Fahrplan wirtschaftlich zu betreiben. Aber das auch nur mit „starken Einbußen“ im Vergleich zu heute, da in Hauptreisezeiten ein Halt in Essen nicht möglich sei. 

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