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Dropbox-Rivale Warum der Box-Gründer Paranoia hat, disruptiert zu werden

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Heute braucht man mindestens zehn Millionen Dollar

Stimmt es eigentlich, dass Sie Box mit dem Pokerspielgewinnen ihres Mitgründers Dylan Smith gestartet haben?
Ja, Dylan ist ein wirklich guter Pokerspieler. Es waren so 12.000 oder 13.000 Dollar, zusätzlich mit ein paar Ersparnissen konnten wir so Box starten. Das geht heute nicht mehr. Es scheint so, als ob man mit weniger als zehn Millionen Dollar erst gar nicht loslegen sollte.

Das nötige Kapital vorausgesetzt, könnten Sie ein Unternehmen wie Box heute noch hochziehen?
Einerseits sind die Infrastrukturkosten im Geschäft mit Unternehmenssoftware viel niedriger. Man muss kein eigenes Datenzentrum aufbauen, kann sofort loslegen, auch international. Andererseits gibt es genau deswegen eine Menge Wettbewerb. Als wir 2005 starteten, hatten wir mit unserer Idee eigentlich keine Konkurrenz. Heute gibt es bei Unternehmenssoftware in jedem Segment gefühlt mindestens fünf Wettbewerber.

Box ist bereits 12 Jahre alt. Zeit, um selber „disrupted“ zu werden?
Die Gefahr ist immer da. Weil wir selber eine Branche verändert haben wissen wir, wie schnell das geschehen kann, manchmal innerhalb von ein paar Monaten. Wir sind da sehr paranoid und ruhen uns nicht auf unseren Erfolgen aus.

Sind Unternehmen wie Google, Facebook oder Amazon bereits zu mächtig im Internet und behindern so Innovation?
Keine Frage, der Wettbewerb wird immer schwieriger. Nicht nur um Talente und Ideen. Sondern auch um den Kunden, dessen Budget für Aufmerksamkeit und Zeit beschränkt ist.

Ist das Silicon Valley dann noch ein guter Ort, um ein Unternehmen zu starten?
Der Kampf um die besten Köpfe ist hier besonders hart, die haben viele Alternativen. Andererseits kommen die Talente genau deswegen hierher, was Unternehmern wiederum eine große Auswahl ermöglicht. Es zwingt uns, eine gute Unternehmenskultur zu pflegen und diese gleichzeitig so transparent zu gestalten, dass sich alle entfalten können und nicht nur gern kommen, sondern auch bleiben. Das ist ein immenser Vorteil, wie wir gerade sehen.

Sie haben ihre Mitarbeiter im Silicon Valley an einem Ort zusammengezogen, hier in dem Bürohochhaus in der Innenstadt von Redwood City, in dem wir gerade sitzen. Dabei bietet Box Werkzeuge an, mit denen man von überall her auf Daten zugreifen kann. Ist das nicht ein Widerspruch?
Ich bin überzeugt, dass man Probleme am schnellsten angehen, definieren und lösen kann, wenn man die richtigen Leute miteinander in einen Raum bringt. Ich glaube auch nicht, dass die Cloud das ändern wird. Klar, das hat schon eine gewisse Ironie. Anderseits erlauben unsere Produkte, dass man Informationen effektiver austauschen und dabei auch Mitarbeiter in Außenbüros oder Partner besser einbinden kann.

Wie unterscheidet sich Ihr internationales Geschäft von dem in den USA?
Unsere Lösungen sind in den USA verbreiteter. Aber wir sehen wachsenden Bedarf und Interesse in Europa. Wir haben schon viele internationale Kunden, die mit deutschen Unternehmen arbeiten.

Sie sind einer der wenigen Silicon-Valley-CEOs, die sich öffentlich kritisch über Präsident Trump äußern. Hat sich nach fast einem Jahr mit Trump im Weißen Haus die Lage etwas normalisiert?
Von Normalität kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Es wird jeden Tag seltsamer. Weil das so ist, nimmt man das fast schon als Normalität wahr. Das ist gefährlich. Wir sollten uns nicht daran gewöhnen. Die US-Politik war schon vor Trump dysfunktional genug. Dabei gibt es so viele Probleme, die wir lösen müssten.

Hat die Politik von Trump das Silicon Valley weniger attraktiv gemacht?
Sagen wir es mal so: Der internationale Wettbewerb ist bereits hart genug. Da müssen wir nicht noch Zweifel säen, ob ausländische Talente bei uns noch willkommen sind.

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