Ehemalige Niki-Maschinen Lufthansa und Ryanair streiten um Flugzeuge

Die Rivalen Lufthansa und Ryanair streiten um die Flugzeuge der ehemaligen Air-Berlin-Tochter Niki. Quelle: dpa

Im Herbst 2017 hatte die Lufthansa zehn Flugzeuge von der damaligen Air-Berlin-Tochter Niki gekauft, musste diese aber dem Niki-Käufer Laudamotion herausgeben. Jetzt streiten sich Lufthansa und Ryanair um die Maschinen.

Die Erzrivalen Lufthansa und Ryanair streiten weiter um die bei Laudamotion gelandeten Flugzeuge der früheren Air-Berlin-Tochter Niki. Ryanair nahm die Genehmigung der EU-Kommission zur Übernahme von Laudamotion am Freitag zum Anlass für Vorwürfe gegen die Lufthansa. Laudamotion werde derzeit vom Vorgehen der Lufthansa "bedroht". Der Konzern wolle dem Ferienflieger aus Österreich neun Flugzeuge wieder wegnehmen, erklärte Ryanair. Die Lufthansa wolle Laudamotion destabilisieren und ihr schaden.

"Die Behauptungen entbehren jeder Grundlage", wehrte sich die Lufthansa. Laudamotion habe die Leasinggebühren für die neun Flugzeuge wiederholt nicht gezahlt. Deshalb seien die Verträge gekündigt worden, um die Flieger bei der Lufthansa-Tochter Eurowings einzusetzen.

Der schon länger schwelende Streit um die Flugzeuge gewinnt an Schärfe vor dem Hintergrund des stark wachsenden Luftverkehrs im Sommer und der notorischen Knappheit an Maschinen. Die Lufthansa hatte im Herbst 2017 während der Aufspaltung von Air Berlin zehn Flugzeuge von Niki gekauft in der Hoffnung, die Tochter der Berliner übernehmen zu können. Doch die EU-Kommission sah dadurch den Wettbewerb zu stark eingeschränkt, sodass die Kranich-Airline sich mit 77 der zuletzt 144 bei Air Berlin eingesetzten Flugzeugen zufrieden gab.

Die zehn Maschinen von Niki musste die Lufthansa nach einer Vorgabe der EU dem endgültigen Niki-Käufer Laudamotion herausgeben. Laudamotion-Chef Niki Lauda beklagte sich schon früher, der Dax-Konzern blockiere. Die Lufthansa erklärte hingegen, sie habe die Flugzeuge dem Österreicher zum Kauf angeboten. "Dies hatte Laudamotion abgelehnt und ein Leasing der Flugzeuge vorgezogen." Über die Kündigung der Leasingverträge ist an einem Gericht in London mittlerweile ein Verfahren anhängig. So lange dies nicht geklärt sei, blieben die Flugzeuge bei Laudamotion, erklärte ein Lufthansa-Sprecher. Ein Verhandlungstermin sei für den 20. Juli angesetzt, wann eine Entscheidung falle, sei offen. Der neue Laudamotion-Eigner Ryanair wandte sich zudem an die EU-Kommission. Die EU-Wettbewerbsaufsicht solle weitere Versuche der Lufthansa unterbinden, den Wettbewerb zu beeinträchtigen. Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte, dazu wolle die Behörde keine Stellung nehmen.

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