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„Ein Betrieb, ein Tarifvertrag“ Post holt Delivery-Mitarbeiter zurück in den Haustarifvertrag

Deutsche Post holt Delivery-Mitarbeiter in den Haustarifvertrag Quelle: REUTERS

„Der Irrweg zweier Gesellschaften ist beendet“, kommentiert Verdi den Schritt der Deutschen Post, die Mitarbeiter der Billig-Tochter Delivery in den Haustarifvertrag zu holen. 13.000 Beschäftige werden davon profitieren.

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Unter dem Dach der Deutschen Post sollen in Deutschland nicht mehr verschiedene Tarifverträge gelten. Der Bonner Konzern holt nach einer Einigung mit der Gewerkschaft Verdi die rund 13.000 Beschäftigten seiner Billig-Tochter Delivery wieder in seinen Haustarifvertrags. „Der Irrweg zweier Gesellschaften ist beendet“, sagte die für die Post zuständige stellvertretende Verdi-Chefin Andrea Kocsis: „Künftig gilt wieder: ein Betrieb, ein Tarifvertrag.“ Auch Verträge zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und zum Schutz vor der Fremdvergabe von Aufträgen wurden verlängert.

Im Gegenzug müssen sich neue Mitarbeiter nun aber länger gedulden, bis sie automatische Lohnsteigerungen erhalten. Die Lohnkosten der Post in Deutschland würden durch den neuen Vertrag langfristig deutlich weniger stark ansteigen, sagte ein Post-Sprecher.

Die Post hatte die Delivery-Gesellschaften unter ihrem damaligen Brief- und Paketvorstand Jürgen Gerdes 2015 gegründet, die Gewerkschaft Verdi hatte mit erbitterten Protesten und Streiks geantwortet. In den neuen Gesellschaften zahlte die Post Löhne nach den Tarifverträgen für die Logistik. Mit wenigen Ausnahmen waren die Beschäftigten unter dem Hausvertrag indes besser gestellt. Doch über die Jahre holten die neuen Gesellschaften auf, zum 1. Juli soll für sie nun der Haustarifvertrag der Post gelten. Die Post hat in Deutschland bereits über 130.000 Tarif-Beschäftigte, die Delivery-Mitarbeiter kommen dann dazu. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als eine halbe Million Mitarbeiter.

Die Post habe mit der Einigung „einen wichtigen Meilenstein erreicht, der Sicherheit für die Beschäftigten bedeutet und dem Unternehmen langfristig Chancen bietet“, sagte Konzern-Chef Frank Appel. „Im Gesamtpaket ermöglichen uns die getroffenen Vereinbarungen, unsere Attraktivität als Arbeitgeber zu stärken und zugleich eine wirtschaftlich tragbare Lösung für das Unternehmen zu erreichen“, betonte Personalvorstand Thomas Ogilvie.

Appel arbeitet gerade an der Sanierung des deutschen Brief- und Paketgeschäfts und ist dabei mehr denn je auf motivierte Mitarbeiter angewiesen. Getrieben durch den boomenden Online-Handel war das Paket-Geschäft rasant gewachsen - noch schneller waren aber die Kosten gestiegen. Appel will nun das Ruder herumreißen, etwa dadurch, dass Beamte vorzeitig in Rente geschickt werden. „2019 werden wir einen großen Schritt nach vorne machen und im deutschen Brief- und Paketgeschäft deutlich besser aufgestellt sein“, hatte Appel versprochen. Eine Sanierung des Brief- und Paketgeschäfts in Deutschland ist eine Voraussetzung dafür, dass die Post das operative Gewinnziel 2020 von mindestens fünf Milliarden Euro erreicht.

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