Emirates Airline 40 Prozent mehr Firmenkunden

Exklusiv

Die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai wächst in Deutschland trotz der nachlassenden Konjunktur um ein Vielfaches schneller als der Markt und legt dabei offenbar immer stärker auf Kosten der Lufthansa zu.

Die Probleme der europäischen Airlines
Problem 1: Fehlende KonsolidierungEine der größten Hürden der europäischen Luftfahrtbranche ist die starke Fragmentierung. Nach wie vor werden die nationalen Fluggesellschaften in den meisten Ländern Europas als Symbol des Nationalstolzes angesehen. So gibt es auch heute noch in fast allen Ländern klare Vorgaben, dass ausländische Investoren nicht die Mehrheit an dem nationalen Anbieter übernehmen dürfen. Quelle: dpa
Problem 1: Fehlende KonsolidierungZwar hat es auch in Europa in den vergangenen Jahren Übernahmen und Fusionen gegeben. So gingen die französische Air France und die niederländische KLM zusammen, vor kurzem erst British Airways und die spanische Iberia. Gleichwohl hat fast jeder Staat in Europa seinen eigenen nationalen Anbieter. Quelle: dpa
Problem 1: Fehlende KonsolidierungWie es besser geht, zeigen die USA. Dort fusionierten 2008 Delta und Northwest, im vergangenen Jahr dann United Airways und Continental. Derzeit gibt es Gespräche zwischen US Airways und der insolventen American Airlines. Aus einst sechs großen Linienfluggesellschaften, die in ganz USA und weltweit fliegen, könnten am Ende nur drei übrig bleiben. Je größer die Flugzeugflotte, desto effizienter kann sie eingesetzt werden, und desto günstiger ist auch der Kerosineinkauf. So konnte Delta im vergangenen Jahr ein Nettoergebnis von 845 Millionen Dollar einfliegen. Quelle: ap
Problem 2: Die Kosten sind zu hochLufthansa-Chef Christoph Franz (Foto) hat es schon vor mittlerweile drei Jahren erkannt, damals war er noch Chef der Passagiersparte: Lufthansa, aber auch die anderen europäischen ehemaligen Staatsairlines produzieren zu teuer. Wie teuer, das zeigt der Vergleich von Lufthansa mit dem Anbieter Emirates. Bei diesem machen die Kosten 85 Prozent des Umsatzes aus. Bei Lufthansa werden 96,6 Prozent der Erlöse durch die Kosten wieder aufgezehrt. Quelle: dpa
Problem 2: Die Kosten sind zu hochDas hat mehrere Gründe. Zum einen kämpfen alle ehemaligen Staatsairlines mit
Problem 2: Die Kosten sind zu hochHinzu kommt: Die Arbeitskosten sind in Dubai oder Abu Dhabi deutlich niedriger. Auch gibt es hier keine Gewerkschaften. Dagegen haben sich die Gehälter bei den etablierten Airlines in Europa über die Jahre immer mehr in die Höhe geschraubt. Doch ein Zurück ist schwer. Ein Arbeitskampf etwa der Piloten oder des Kabinenpersonals legt schnell den gesamten Betrieb lahm, die Kosten werden dann noch mehr steigen. Auch andere Kosten - wie etwa die für die Flugsicherung - sind hierzulande höher. Quelle: dpa
Problem 3: Die politische Unterstützung fehltEs ist ein Satz, der alles sagt. Gesagt hat Thierry Antinori (links im Bild), ein ehemaliger Lufthansa-Manager und seit einiger Zeit Top-Manager bei der Golfairline Emirates.

Als der frühere Lufthansa-Vertriebschef Thierry Antinori vor einem Jahr in den Vorstand des Erzrivalen Emirates wechselte, beruhigte Lufthansa-Chef Christoph Franz seine Aktionäre: So schlimm sei das nicht. Nun aber zeigt sich, dass Antinori seinem Ex-Arbeitgeber stärker zusetzt als erwartet.

„Wir haben den Umsatz in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent erhöht“, sagt Antinori. „Bei Firmenkunden lag das Plus sogar bei gut 40 Prozent.“ Dafür sorgen vor allem das dichtere Netz in Asien, neue Verträge mit Großkunden und die bessere Businessclass. Für die Lufthansa ist Letzteres besonders bitter.

Denn mit Geschäftsreisenden verdient sie mehr als mit Urlaubern. Antinori jagt der Lufthansa auch Manager ab. So engagierte er jetzt den gerade ausgeschiedenen Lufthansa-Marketingchef Hubert Frach. Insider glauben, dass bald weitere Manager folgen könnten.

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