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Empörung um Werbekampagnen Wenn Werber daneben greifen

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Altenpfleger fühlen sich beleidigt

Sorgte für mächtig Ärger: Das Plakat der Familienversicherung Quelle: Caritas-Berufsfachschule Bamberg

Richtig dumm gelaufen ist dagegen die Sache für die Deutsche Familienversicherung. Denn was hat die Kasse mit ihrem Pflege-Motiv eigentlich sagen wollen? Etwas ganz simples: Wer nicht rechtzeitig vorsorgt für die professionelle Pflege seiner Angehörigen, indem er etwa eine entsprechende Versicherung abschließt, der wird womöglich eines Tages in die Lage kommen, seine alten oder kranken Angehörigen selber pflegen zu müssen. Das kann je nach Lage ein Ganztags-Job sein, ein sehr anspruchsvoller, und im schlimmsten Fall einer, der Menschen dazu zwingt, ihren eigentlichen Beruf aufzugeben. Es ist schlicht: ein Fakt.

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Das wollte die Kasse wohl sagen. Aber viele Altenpfleger bekamen den Satz so derart in den falschen Hals, dass der Versicherer nun verbal mit einer Vehemenz geprügelt wird, als sei er ganz allein verantwortlich für Pflegenotstand und alles das, was im Gesundheitswesen so schief läuft.

Hofft Autovermieter Sixt im besten Falle auf die Macht der Masse, die seine Werbemotive verhundertfacht in die sozialen Netze ballert, geht hier der Schuss ungewollt massiv nach hinten los: Ein Pfleger nach dem anderen fühlt sich nun beleidigt, und man wird den Verdacht nicht los, als hätten sich die wenigsten die Mühe gemacht, das Motiv überhaupt einmal anzuschauen. Einmal angefacht, fegt ein wahrer Buschbrand über die Familienversicherung hinweg, der mit dem ursprünglichen Anlass immer weniger zu tun hat, sondern vielmehr die Berührungsempfindlichkeit einer ganzen Berufsgruppe dokumentiert. Auslöser: ein handwerklich nicht zu Ende gedachter Werbespruch. Da sage noch mal einer, dass Werbung nicht wirkt.

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