Ende der Streik-Krise? Lufthansa-Piloten stimmen Schlichtung zu

In zwölf Streikrunden legte die Pilotenvereinigung Cockpit den Flugverkehr der Lufthansa lahm. Nun stehen die Zeichen auf Einigung: Die Piloten wollen das Angebot der Fluggesellschaft für eine Gesamtschlichtung annehmen.

Keine Streiks bis Ende Juli. Die Lufthansa-Piloten nehmen das Angebot einer Gesamtschlichtung an. Quelle: REUTERS

Die Vereinigung Cockpit (VC) hat den Vorschlag der Lufthansa für eine Gesamtschlichtung angenommen. Bis Ende Juli sollten mit Fluggesellschaft Möglichkeiten zur Lösung der verschiedenen Konflikte ausgelotet werden, sagte ein Sprecher der Pilotengewerkschaft am Mittwoch. Bis Ende Juli 2015 sei VC bereit, auf Streiks zu verzichten. Zunächst solle gemeinsam ein Schlichter gefunden werden.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr war auf der Hauptversammlung Ende April einen Schritt auf die Pilotengewerkschaft zugegangen und hatte eine Gesamtschlichtung angeboten, um weitere Streiks zu vermeiden. Lufthansa begrüßte die Entscheidung. Man werde zeitnah auf die Gewerkschaft zugehen, um Details wie den genauen Zeitplan zu besprechen, sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Die sechs größten Baustellen der Lufthansa

Als Grund für die Annährung zwischen Piloten und Fluggesellschaft gilt ausgerechnet das tragische Germanwings-Unglück. "Da erkannten alle: Es gibt größere Probleme als den alten Tarifzwist", sagte ein VC-Insider im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

Doch auch wenn die Zeichen auf einigung stehen, ausgestanden ist der Streit längst nicht. Der Lufthansa zufolge sind mit der VC sechs Tarifverträge offen. Geht es nach dem Willen der Fluggesellschaft, müssen die Piloten sichtbare Sparbeiträgen zum Wohle des schwächelnden Konzerns liefern. Dazu zählen Abstriche beim Mindesteinkommen und ein Einsehen, dass der Vorruhestand erst ab 60 statt mit 55 Jahren möglich ist.

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Die Gewerkschaft will auch über Arbeitsplatzverlagerungen zur Billigplattform Eurowings sprechen, was Lufthansa bisher strikt abgelehnt hatte. Das Thema "mit Arbeitsgruppen außerhalb der Schlichtung anzugehen, sehen wir daher mit gewisser Skepsis", sagte VC-Sprecher Markus Wahl.

Im härtesten Tarifkonflikt der Unternehmensgeschichte hat es seit April 2014 bislang zwölf Streikrunden gegeben. Lufthansa bezifferte die Schadenssumme inklusive aktueller Buchungsausfälle auf zuletzt mehr als 300 Millionen Euro.

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