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Entscheidung um Hochtief-Service-Sparte Bilfinger-Chef Koch unter Zugzwang

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Jetzt zuzuschlagen oder nicht - beides birgt Gefahren

Die größten Baukonzerne Europas
Bauarbeiter arbeiten auf einem Gerüst Quelle: AP
Bauarbeiter arbeiten auf einer Baustelle des Konzerns Strabag Quelle: dpa
Platz 8: COLAS SADer französische Konzern hat sich auf Straßen- und Schienenbau spezialisiert. Der Name des Konzerns, für den 73.600 Menschen arbeiten, setzt sich aus den englischen Wörtern "cold" und "asphalt" zusammen. Umsatz 2012: 13 Milliarden Euro Quelle: dpa
Baukräne unter grauem Himmel Quelle: AP
Ein Bauarbeiter erhitzt auf einer Baustelle Rohre Quelle: APN
Bauarbeiter in einem neu gebauten U-Bahn-Schacht Quelle: dpa/dpaweb
Ein Arbeiter des Bauunternehmens Hochtief weist einen Container ein Quelle: dpa

Für deutsche Familienunternehmen wie Dussmann, Klüh oder Piepenbrock dürfte das zuviel sein. Der österreichische Baukonzern Strabag aber hat bereits Interesse angemeldet: Es gebe "vermutlich eine perfekte strategische Passung zwischen unserem und Hochtiefs Dienstleistungsgeschäft". Strabag will im Rahmen eines Bieterverfahrens in die Bücher des Hochtief-Bereichs werfen, um festzustellen, „was das Unternehmen tatsächlich wert ist". Ausländische Anbieter sind bereit, einen "strategischen Aufpreis" zu zahlen, sagt ein Hochtief-Manager. Dazu zählen offenbar auch der finnische Baukonzern YIT, die dänische ISS-Gruppe, der französische Baukonzern Vinci und der Dienstleister Cofely, der zum französischen Energieriesen GDF Suez gehört.

Lässt Koch sie zum Zuge kommen, wird einer dieser Konkurrenten Bilfinger im Gebäudemanagement-Branchenranking von der Spitze verdrängen oder zumindest gleich ziehen. Das ist in Mannheim sicher nicht erwünscht. Andererseits ist der Margendruck im Dienstleistungsbereich, den auch Bilfinger längst spürt, im Gebäudemanagement besonders groß. Bilfinger wolle seine Marge von 4,5 bis fünf Prozent im Facility-Management "nicht gefährden", sagte Koch dazu bei der Bilanz-Pressekonferenz. Ein diskreter Hinweis darauf, dass die Umsatzrendite der Hochtief-Sparte nur bei knapp drei Prozent liegt und Fernandez Angebot zur Unzeit kommt.

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Die Hochtief-Service-Sparte würde "prinzipiell gut zu Bilfinger passen", sagt Jörg Hossenfelder von der Marktforschungs- und Beratungsgesellschaft Lünendonk. Koch gibt sich cool: "Das Thema schauen wir uns mit einer sichtbaren Entspanntheit an", sagte er heute in Mannheim - die Botschaft "wir wollen das unbedingt haben, wäre falsch". Klar - es würde die Verhandlungsposition schwächen. Aber tatsächlich beschäftigt die Kauf-Option Koch intensiver als er zugibt. Jetzt zuzuschlagen oder es nicht zu tun - beides kann falsch sein und birgt Gefahren für die bisher glatte Manager-Karriere des Ex-Politikers Koch.

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