Etihad, Emirates und Qatar sorgen für Zoff Streit um Subventionen spaltet die Flugbranche

Beim jährliche Treffen der Weltluftfahrt in Miami streiten die Fluglinien aus der EU und den USA mit den Airlines vom Golf um Subventionen. Dabei riskieren die westlichen Linien eine Spaltung und noch mehr Gegenwind von ihren Regierungen.

Der Streit um Subventionen überschattet den Weltluftfahrt-Gipfel Quelle: dpa

Wie schlecht es der Flugbranche auch ging, auf das erste Wochenende im Juni freuten sich die Chefs der weltgrößten Airlines immer. Dann trifft sich alles was rund um die Fliegerei Rang und Namen hat, zur Jahrestagung des Weltluftfahrtverbandes Iata an einem schönen Ort wie Singapur, Kapstadt oder Doha.

Und weil neben Gesprächen und Feiern in lockerer Runde meist auch sonnig-warmes Wetter lockt, bleiben selbst Vorstandsvorsitzende krisengeschüttelter Airlines wie Air-Berlin-Chef Stefan Pichler länger als die 48 Stunden, auf die das Treffen angelegt ist. In diesem Jahr in Miami Beach, Florida, droht in den Konferenzsälen im Loewes Hotel am Strand ein ähnliches Gewitter wie es der Wetterbericht für die Stadt vorhersagt.

Ein tiefer werdender Riss droht die Branche in zwei Lager zu spalten. Grund ist der Konflikt zwischen den Fluglinien aus der EU und den USA einerseits sowie den Fluglinien vom Golf andererseits. Der Streit dreht sich um die Frage, welche Seite nun mehr Staatshilfen bekommen hat.

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Bei der letzten Zählung waren es fast 45 Milliarden Dollar illegale Subventionen für die drei großen Golflinien Emirate aus Dubai, Etihad aus Abu Dhabi sowie Qatar Airways aus Katar. Im Gegenzug sollen die drei großen US-Linien sogar weit über 70 Milliarden erhalten haben. "Die Diskussion ist nun globaler und was den Druck gegen Subventionen angeht glaubhafter denn je", erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr zu Beginn des Treffens.

Die Details des Streits

Für Außenstehende hat die Debatte etwas absurdes. So lebt wohl außer der Energiesparte keine Industrie so sehr von Hilfen aus der Politik wie die Luftfahrt-Branche. Schon das Verbandstreffen der gut 260 Airlines am Wochenende wäre anderswo wahrscheinlich am Argwohn der Kartellwächter gescheitet. Airlines zahlen keine Mineralölsteuern und auf internationalen Flügen auch keine Mehrwertsteuer. Und natürlich dürfen - allen gängigen Liberalisierungsabkommen zum Trotz - Flüge zwischen zwei Ländern in der Regel nur Unternehmen im Besitz von Investoren aus dem Start- oder Zielland anbieten.

Beim Blick in die Details des Zanks wird es noch schlimmer. Die US-Linien werfen alle Golfcarrier in einen Topf, obwohl Emirates ansonsten Subventionen bekämpft und im Gegensatz zu Etihad und Qatar komplett privatwirtschaftlich und transparent arbeitet. Dazu listen die US-Linien etwas diffuse sonstige Hilfen der Golfstaaten, die verdächtig an US-Vorschrift erinnern wie dass Staatsbedienstete  heimische Airlines buchen müssen.

 

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