Europäischer Gerichtshof Airlines müssen bei Online-Buchung sofort Endpreis anzeigen

Wer online einen Flug bucht, muss manchmal mit weiteren Kosten rechnen. Der Europäische Gerichtshof stellt nun klar: Ticketpreise im Internet müssen von Anfang an inklusive Steuern und Gebühren angezeigt werden.

Hier buchen Sie die günstigsten Flüge im Netz
Die Stiftung Warentest hat acht Preissuchmaschinen und neun Online-Reisebüros unter die Lupe genommen und jeweils nach dem günstigsten Preis für 15 One-Way-Flüge ab deutschen Flughäfen gesucht. Darunter waren je fünf innerdeutsche Flüge, fünf Flüge innerhalb Europas und fünf weltweite Flüge. Quelle: dpa
Wir haben jeweils fünf Preissuchmaschinen und Online-Reisebüros aus dem Test zusammengestellt, die den günstigsten Durchschnittspreis bei den 15 überprüften Flügen liefern. Quelle: dapd
Bei den Preissuchmaschinen belegt das Berliner Unternehmen flug.idealo.de den fünften Platz. Der Durchschnittspreis der 15 überprüften Flüge liegt bei 199 Euro. Auf der Seite können außerdem auch Hotelpreise verglichen werden.
Auf dem vierten Platz bei den Preissuchmaschinen landet swoodoo.com mit Firmensitz in München. Der Durchschnittspreis der 15 Testbuchungen betrug hier 198 Euro. Swoodoo.com bietet außerdem Preisvergleiche bei Hotels, Mietwagen und Pauschalreisen an.
Den zweiten Platz bei den Preissuchmaschinen belegt der Leipziger Anbieter billigflieger.de. Hier kosteten die getesteten Flüge durchschnittlich 197 Euro. Neben Flügen kann man hier auch Preise von Hotels und Mietwagen vergleichen. Den zweiten Platz teilt sich das Unternehmen mit...
... checkfelix.com aus Wien. Dort lag der Durchschnittspreis der Testflüge ebenfalls bei 197 Euro. Auf dem Portal können außerdem Preise für Hotels, Mietwagen, Pauschalreisen und Kreuzfahrten verglichen werden.
Die günstigsten Flüge fand Stiftung Warentest bei der Preissuchmaschine momondo.de mit Sitz in Kopenhagen. Hier kosteten die überprüften Flüge durchschnittlich 196 Euro. Der Vorsprung vor den anderen Suchmaschinen ist aber sehr knapp. Auf der Seite kann man auch Preise für Hotels und Mietwagen vergleichen.
Bei den Online-Reisebüros waren die Testflüge etwas teurer, aber sie übernehmen nach der Suche auf Wunsch auch die Buchung der gewünschten Leistung. Den fünften Platz belegt lastminute.de, wo die 15 gesuchten Flüge durchschnittlich 210 Euro kosteten. Neben Flügen können hier auch Pauschalreisen, Hotels, Mietwagen, Ferienwohnungen und Kreuzfahrten gebucht werden.
Auf dem vierten Rang findet sich opodo.de mit Sitz in London und Hamburg. Hier kosteten die 15 überprüften Flüge durchschnittlich 209 Euro. Zudem kann eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen werden.
Die getesteten Flüge kosteten bei ebookers.de durchschnittlich 205 Euro. Damit belegt das Unternehmen mit Sitz in Chicago und Bonn den dritten Platz bei den günstigsten Online-Reisebüros.
Expedia.de kommt mit einem Durchschnittspreis von 204 Euro bei den Testflügen auf den zweiten Platz. Neben Flügen, Reisen und Hotels können hier auch Tickets für Konzerte oder andere Kultur-Events gebucht werden.
Das günstigste Online-Reisebüro ist laut Stiftung Warentest cheaptickets.de. Hier kosteten die getesteten Flüge im Durchschnitt 200 Euro. Den kompletten Bericht erhalten Sie auf test.de für 1,50 Euro.

Sie warben mit Flügen ab 99 Cent - doch zahlen mussten Reisende durch Steuern und Gebühren ein Vielfaches. Solch irreführende Lockangebote gibt es auf dem Billigflieger-Markt zwar seit längerem nicht mehr. Die Preise von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin aber beschäftigen am Donnerstag trotzdem den Europäischen Gerichtshof. Es geht um einen Fall von 2008.

Flugpreise bei Online-Buchung: Der Fall Air Berlin

Kunden müssen bei Online-Buchungen eines Fluges sofort den Endpreis inklusive Steuern und Gebühren erkennen können. Das hat der EuGH klar gestellt (Rechtssache C-573/13). Die Luxemburger Richter erklärten die Praxis von Air Berlin aus dem Jahr 2008 für nicht rechtens. Airlines müssten bei jedem Flug von einem Flughafen in der EU schon von Anfang an den Endpreis anzeigen. Das gelte nicht nur für den vom Kunden ausgewählten Flug, sondern auch für alternative Verbindungen.

Die Vorwürfe sind nach Einschätzung von Air Berlin inzwischen überholt, weil das Unternehmen die Preisanzeige auf seiner Internetseite geändert habe. Verbraucherschützer sehen das Urteil als Signal zur Stärkung der Rechte der Kunden.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte in Deutschland gegen Air Berlin geklagt, weil der Endpreis nicht in jedem Fall ersichtlich gewesen sei. So habe Air Berlin in einer Tabelle Preise ohne Steuern, Flughafengebühren oder Kerosinzuschlägen angezeigt. Damit habe die Airline sich nicht an die EU-Regeln zur Transparenz von Preisen gehalten. Der Streit ging bis vor den Bundesgerichtshof, der den Europäischen Gerichtshof um Hilfe bei der Auslegung von EU-Recht bat.

Laut einer EU-Verordnung muss dem Kunden sofort der Endpreis für Flüge inklusive Steuern, Gebühren und Entgelten gezeigt werden, damit er Angebote besser vergleichen kann.

Die EU-Gesetzgebung schreibt auch vor, dass der Kunde Extras wie Hotels, Mietwagen oder Versicherungen bei der Online-Flugbuchung ausdrücklich wählen muss. Auch in diesem Fall hatte der Luxemburger Gerichtshof schon die Rechte von Verbrauchern gestärkt, weil Billigfluggesellschaften in der Vergangenheit solche Zusatzleistungen einfach automatisch beim Online-Ticketkauf dazugebucht hatten.

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