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Fastfood-Kette Burger Kings unappetitliches Geschäftsgebaren

Nach einer RTL-Reportage steht Burger King unter Beschuss. Die Journalisten berichten über unhygienische Zustände und Sozial-Dumping. Wirtschaftlich geht die unappetitliche Strategie jedoch auf – die Frage ist, wie lang.

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Noch macht Burger King ordentlich Geschäft, die Frage ist, wie lange noch. Quelle: dapd

Bei dieser Reportage vergeht der Appetit. Für RTL hat ein Reporter-Team unter Leitung von  Günther Wallraff verdeckt in mehreren Restaurants der Fastfood-Kette Burger King recherchiert. Die Ergebnisse schockten manchen Zuschauer: Die Mitarbeiter stehen offenbar unter hohem Druck und die Hygiene ist mangelhaft, auch wenn anscheinend nicht einmal die Lebensmittelkontrolleure etwas dagegen ausrichten können.

Natürlich wird in der Reportage stark zugespitzt. Ekelaufnahmen mit dramatischer Musik wirken schließlich gleich doppelt drastisch: eine klassische RTL-Masche. Doch die Vorwürfe sind nicht aus der Luft gegriffen. Seit auch das letzte der 91 firmeneigenen Restaurants im vergangenen Jahr an die Yi-Ko Holding in Stade verkauft wurde, steht die Burger King GmbH permanent in der Kritik. Yi-Ko-Miteigentümer und Burger-King-Chef Ergün Yildiz hat einen radikalen Sparkurs eingeschlagen. Zahlreiche Mitarbeiter mussten gehen, viele Filialen müssen mit weniger Personal auskommen. 

Immer wieder geriet das Unternehmen in die Schlagzeilen, weil Löhne oder Zuschläge gar nicht oder verspätet gezahlt wurden. Auch die WirtschaftsWoche berichtete wiederholt kritisch über die Zustände bei dem Burgerbrater. Im Wettkampf mit McDonald´s und neuen lokalen Konkurrenten versucht Burger King die Kosten zu drücken. Die Folgen bekommt der Kunde zu schmecken.

Dass die Strategie auf Kosten der Kunden geht, hat die WirtschaftsWoche bereits im vergangenen Sommer aus erster Hand erfahren. Angestellte übten massive Kritik an ihrem Arbeitgeber, sprachen von Kostenschinderei. "Die Wartezeiten sind länger, und die Beschwerden häufen sich", sagte etwa Burger-King-Mitarbeiterin Dilek Korkmaz (Name geändert). "Wir kommen auch kaum noch zum Saubermachen."

Dass es um die Hygiene in Burger-King-Restaurants schlecht bestellt ist, hat auch die RTL-Recherche ergeben. In den Proben, die in einer Ratinger Filiale entnommen worden waren, fanden Lebensmittelkontrolleure Darmbakterien. Und zwar so viele, dass sie schon gar nicht mehr zu beziffern waren.

Um die strengen Vorschriften der Lebensmittelkontrolle zu umgehen, ließ sich Burger King allerhand einfallen, wie die TV-Doku zeigte. So wurden die Lebensmittel laut RTL kurzerhand umetikettiert, um sie länger im Umlauf zu lassen. Statt der erlaubten vier, blieb der Salat dann schonmal acht Stunden bei Raumtemperatur auf der Theke liegen. Zwischen den Brötchen den Kunden landeten so Lebensmittel, die laut Vorschrift nicht mehr hätten verwendet werden dürfen.

Streit mit den Mitarbeitern

Nach Informationen der WirtschaftsWoche gab es schon im Sommer 2013 eine klare Anweisung wie viele Burger maximal wegen Verunreinigungen oder Problemen im Abfall landen dürfen. "Wir müssten weiterverkaufen, was eigentlich im Müll hätte landen müssen", sagte damals ein Mitarbeiter. Geändert hat sich daran nach den RTL-Recherchen nichts: Nur 4 von 1000 Burgern dürfen weggeschmissen werden.

Doch nicht nur die Hygienezustände bei Burger King stehen in der Kritik. Auch im Umgang mit den Mitarbeitern soll es alles andere als sauber zugehen. Schon kurz nach dem Kauf der Filialen hatte Burger-King-Boss Yildiz sämtliche Betriebsvereinbarungen für die mehr als 3000 Mitarbeiter gekündigt. Nach massiven Protesten von Angestellten und Gewerkschaft ließ er sie jedoch bestehen. Doch der Ärger hörte nicht auf. Tarifverträge seien nicht eingehalten, Zuschläge für Nacht- und Mehrarbeit nicht gezahlt worden, klagten Betriebsräte und die Gewerkschaft NGG immer wieder. Löhne wurden – so der Vorwurf nur mit erheblicher Verspätung - überwiesen. Gegenüber den Kritikern in den eigenen Reihen zeigt sich Burger King rigoros: Fast schon regelmäßig geht das Unternehmen gegen Betriebsräte vor: bislang wenig erfolgreich. Zuletzt scheiterte Yildiz mehrfach vor den Arbeitsgerichten. Die NGG hat eine Bilanz des Konflikts veröffentlicht: "Seit Mai 2013 habe die NGG ihren Mitgliedern Rechtsschutz in mehr als 320 Fällen gewährt", heißt es darin. Hinzu kommen offenbar noch viele Verfahren gegen die Betriebsräte des Unternehmens, unter anderem wegen versuchter Kündigung, ungerechtfertigter Abmahnungen und angeblichen Mobbings.

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Zumindest wirtschaftlich geht die Strategie von Yildiz bislang auf. Während der Umsatz von Burger King rückläufig ist, steigen die Gewinne. Die radikale Kostensenkung macht es möglich. Bei der Vorlage der Quartalszahlen lobte der Burgerbrater, dass die Geschäfte in Deutschland besonders gut gelaufen seien.

Inwieweit der RTL-Bericht daran etwas ändern wird, ist ungewiss. Zurzeit steht Burger King am Pranger. Das Presse-Echo nach Ausstrahlung der Sendung ist verheerend. In den Sozialen Netzwerken rufen die Kunden zum Boykott auf.  “Ekelhaft was ich da heute im Fernsehen gesehen habe. Die bekommen von mir kein Cent mehr”, schreibt etwa eine Nutzerin auf der Facebook-Seite des Unternehmens.

Der Fastfood-Riese selbst geht auf Distanz zu seinem Franchisenehmer, bezeichnet die Vorwürfe als "sehr beunruhigend" und verweist darauf, dass Yi-Ko Holding die Verantwortung trage. "Wir haben keinerlei Toleranz oder Akzeptanz für Handlungen, die das langjährige Vertrauen unserer Gäste und den Ruf, den wir über die vergangenen 60 Jahre aufgebaut haben, untergraben“, heißt es in einer Stellungnahme.

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