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Fastfood-Kette Burger Kings unappetitliches Geschäftsgebaren

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Streit mit den Mitarbeitern

Nach Informationen der WirtschaftsWoche gab es schon im Sommer 2013 eine klare Anweisung wie viele Burger maximal wegen Verunreinigungen oder Problemen im Abfall landen dürfen. "Wir müssten weiterverkaufen, was eigentlich im Müll hätte landen müssen", sagte damals ein Mitarbeiter. Geändert hat sich daran nach den RTL-Recherchen nichts: Nur 4 von 1000 Burgern dürfen weggeschmissen werden.

Doch nicht nur die Hygienezustände bei Burger King stehen in der Kritik. Auch im Umgang mit den Mitarbeitern soll es alles andere als sauber zugehen. Schon kurz nach dem Kauf der Filialen hatte Burger-King-Boss Yildiz sämtliche Betriebsvereinbarungen für die mehr als 3000 Mitarbeiter gekündigt. Nach massiven Protesten von Angestellten und Gewerkschaft ließ er sie jedoch bestehen. Doch der Ärger hörte nicht auf. Tarifverträge seien nicht eingehalten, Zuschläge für Nacht- und Mehrarbeit nicht gezahlt worden, klagten Betriebsräte und die Gewerkschaft NGG immer wieder. Löhne wurden – so der Vorwurf nur mit erheblicher Verspätung - überwiesen. Gegenüber den Kritikern in den eigenen Reihen zeigt sich Burger King rigoros: Fast schon regelmäßig geht das Unternehmen gegen Betriebsräte vor: bislang wenig erfolgreich. Zuletzt scheiterte Yildiz mehrfach vor den Arbeitsgerichten. Die NGG hat eine Bilanz des Konflikts veröffentlicht: "Seit Mai 2013 habe die NGG ihren Mitgliedern Rechtsschutz in mehr als 320 Fällen gewährt", heißt es darin. Hinzu kommen offenbar noch viele Verfahren gegen die Betriebsräte des Unternehmens, unter anderem wegen versuchter Kündigung, ungerechtfertigter Abmahnungen und angeblichen Mobbings.

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Zumindest wirtschaftlich geht die Strategie von Yildiz bislang auf. Während der Umsatz von Burger King rückläufig ist, steigen die Gewinne. Die radikale Kostensenkung macht es möglich. Bei der Vorlage der Quartalszahlen lobte der Burgerbrater, dass die Geschäfte in Deutschland besonders gut gelaufen seien.

Inwieweit der RTL-Bericht daran etwas ändern wird, ist ungewiss. Zurzeit steht Burger King am Pranger. Das Presse-Echo nach Ausstrahlung der Sendung ist verheerend. In den Sozialen Netzwerken rufen die Kunden zum Boykott auf.  “Ekelhaft was ich da heute im Fernsehen gesehen habe. Die bekommen von mir kein Cent mehr”, schreibt etwa eine Nutzerin auf der Facebook-Seite des Unternehmens.

Der Fastfood-Riese selbst geht auf Distanz zu seinem Franchisenehmer, bezeichnet die Vorwürfe als "sehr beunruhigend" und verweist darauf, dass Yi-Ko Holding die Verantwortung trage. "Wir haben keinerlei Toleranz oder Akzeptanz für Handlungen, die das langjährige Vertrauen unserer Gäste und den Ruf, den wir über die vergangenen 60 Jahre aufgebaut haben, untergraben“, heißt es in einer Stellungnahme.

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