FC-Bayern-Chef Rummenigge Neue Rekordmarke beim Umsatz in Sicht

Der Vorstandschef des FC Bayern München über den wirtschaftlichen Erfolg des Klubs, Sponsoring-Partner und Fairplay in Europa.

Foto Karl-Heinz Rummenigge Quelle: dpa

WirtschaftsWoche: Der FC Bayern steht zum dritten mal in vier Jahren im Finale der Champions League, im ersten rein deutschen Endspiel gegen Borussia Dortmund. Mit Millionen gepamperte Oligarchen- und Scheich-Klubs wie Paris St. Germain oder Manchester City sind längst ausgeschieden. Zeigt das nicht, dass die ganze Aufregung um die schwerreichen Investoren übertrieben ist?

Karl-Heinz Rummenigge: Nein, das ist doch nur eine Momentaufnahme. Tatsächlich haben die von milliardenschweren Geldgebern unterstützten Klubs die Preise auf dem Transfermarkt enorm in die Höhe getrieben. Sie sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass Transfer- und Gehaltskosten für die Vereine so hoch sind.

Die Fußballclubs und ihre Inhaber
Celtic Glasgow Quelle: REUTERS
Juventus Turin Quelle: dpa
FC Valencia Quelle: dpa
Paris Saint-Germain Quelle: dpa
FK Schachtar DonezkUkraine Mehrheitseigentümer: Rinat Achmetow Umsatz: k.A. Trikotsponsor: SCM (Holding) Spielerkader: 24 Marktwert des gesamten Kaders: 147 Millionen Euro Achmetow ist Chef der Holding System Capital Management (SCM) und kontrolliert mehr als 30 Kohle- und Stahlunternehmen. Quelle: dapd
Dortmund Quelle: REUTERS
Real Madrid Quelle: dapd
Manchester United Quelle: dpa
FC Arsenal Quelle: dapd
FC Bayern München Quelle: dpa
FC Porto Quelle: AP
FC Málaga Quelle: dpa
Galatasaray Istanbul Quelle: dapd
FC Schalke 04 Quelle: dapd
FC Mailand Quelle: AP
FC Barcelona Quelle: dapd

Der Fußball hat ein generelles Problem: Mehr als 60 Prozent der Profiklubs in Europa arbeiten mit Verlusten. Das ist für mich der Beweis, dass die Regeln zum finanziellen Fairplay, die die UEFA nun schrittweise einführt, dringend nötig sind. Die UEFA darf da nicht locker lassen.

Welche Fußballclubs ihre Sponsoren glücklich machen
Platz 20Die Wolfsburger landeten auf Platz 20. Auch Sponsor VW kann dem VfL offenbar nicht dabei helfen, über sein dauerhaft mieses Image hinwegzukommen. In einer weiteren Studie des Marktforschungsinstut mafo.de verbanden die Befragten den Verein mit Schlagworten wie „Söldnerverein“ und „Geld“. Markenindex: 39,82 Quelle: dpa
Platz 24Für den FC Augsburg wird es schwer, hochzukommen. Trotz Aufstieg in die erste Liga reicht es für die Augsburger nur für den vorletzten Platz. Keine Überraschung also, dass Augsburgs Marcel De Jong sich schon vor Scham auf den Boden wirft. Auch Sponsor AL-KO wird sich darüber kaum freuen können. Markenindex: 38,22 Quelle: dapd
Platz 16Der FC Freiburg hat die Wende geschafft. In der Hinrunde noch Tabellenletzter liegen die Freiburger jetzt im Mittelfeld. Das gilt auch für das Ranking der bekanntesten und beliebtesten Fußballvereine Deutschlands. Markenindex: 43,32 Quelle: dapd
Platz 13Der 1. FC Kaiserslautern hat den Abstiegskampf verloren. Bei der Markenmeisterschaft landet der Verein trotzdem noch im Mittelfeld. Dort tümmeln sich auch andere erfolgslose Vereine. Markenindex: 44,72 Quelle: dpa
Platz 14Kein Grund zur Freude auch bei Maskottchen Herthinho und Roman Hubnik: Die Hertha hätte sich wohl einen besseren Platz erhofft. Da ist vielleicht auch für Trikotsponsor Deutsche Bahn der Zug bald abgefahren. Markenindex: 44,48 Quelle: dpa
Platz 18Vielleicht hatte 1899 Hoffenheim einfach noch nicht genug Zeit, sich ein gutes Image zu erarbeiten. Mit dem „Retortenklub“-Ruf im Rücken ist das aber auch nicht einfach. Der Schriftzug des Solarherstellers Suntech brachte die Spieler bisher auch noch nicht zum strahlen. Da hilft nur: Am Ball bleiben. Markenindex: 41,96 Quelle: dpa
Platz 15Torjubel bei den Hannoveranern Jan Schlaudraff (l.) und Karim Haggui. In der Bundesliga liegt Hannover 96 aktuell auf Platz 7, auf das Markenranking färbte das jedoch nicht ab. Markenindex: 44,35 Quelle: dpa
Platz 10Nein, André Schürrle badet nicht im Erfolg. Zwar hat sich Bayer 04 Leverkusen durch die internationalen Erfolge der letzten Jahre einen gewissen Bekanntheitsgrad erarbeitet. Viel Präsenz also für Trikotsponsor und Solarzellenhersteller Sunpower. Doch den zehnten Platz in der Markenmeisterschaft sicherte sich Leverkusen nur sehr knapp. Markenindex: 45,64 Quelle: dpa
Platz 9Auf den Plätzen zehn bis fünf liegen die Vereine nicht weit auseinander. Mit dabei ist auch der VfB Stuttgart. Der Verein hat die schwierige Vorsaison längst hinter sich gelassen. Auch Sponsor Gazi dürfte das freuen. Markenindex: 47,00 Quelle: dpa
Platz 8Hinrunde versaut, prominente Spieler verloren, Trainer- und Präsidentenwechsel: Es sind unbeständige Zeiten beim Hamburger SV. Uwe Seeler bescheinigte dem Verein zuletzt die „schlechteste Saison aller Zeiten“. Viel Einfluss auf die Bekanntheit und Beliebtheit des Vereins hat das jedoch nicht. Markenindex: 48,89 Quelle: dpa
Ehrlich, sympathisch, natürlich - so das Image des 1. FC Nürnberg. Und das trotz der anhaltenden Kritik an Kernkraftsponsor Areva. Vor allem in Sachen Tradition punktet der ehemalige Deutsche Meister und Pokalsieger. Image-Score: 6,0 Quelle: dapd
Platz 17Noch ist Mainz nicht lange Teil der ersten Liga. Daher sind die Mainzer wohl auch eher mäßig bekannt. Der „Karnevalsverein“ weiß das Publikum aber nicht nur mit Tortanz zu begeistern, sondern gilt auch als ehrlich und natürlich. Markenindex: 43,13 Quelle: dpa
Ohne Aushängeschild Lukas Podolski und Geißbock „Hennes“ würde der 1. FC Köln wohl eher keinen höheren Bekanntheitsgrad erreichen als der Hamburger SV. Trikotsponsor Rewe profitiert so oder so. Dafür hapert es an anderer Stelle. Image-Score: 6,0 Quelle: dpa
Platz 3Torschütze Claudio Pizarro freut sich, denn Werder Bremen sichert sich den Bronzerang. Der Verein habe sich ein solides Markenfundament aufgebaut, das auch unabhängig vom sportlichen Erfolg wirkt, schreiben die Wissenschaftler. Markenindex: 55,96 Quelle: dapd
Platz 6Schalkes Torschütze Julian Draxler ist guter Laune: Besonders in Sachen Tradition macht Schalke 04 so schnell keiner was vor. Dass die Königsblauen soweit hinter dem Revierrivalen BVB landen, dürfte die Spieler trotzdem treffen. Markenindex: 50,43 Quelle: dpa
Platz 2Trotz des Toten Hosen-Hits „Ich würde nie zu Bayern München gehen“ - Rekordmeister Bayern München liegt auf Platz zwei. Gelungen ist auch der Claim des Vereins: „Mia san Mia“ stehe für die Aussage, sich von allen anderen zu differenzieren, so die Autoren der Studie. Grund zum Rückzug hat Trikotsponsor Deutsche Telekom also ganz und gar nicht. Markenindex: 59,82 Quelle: dpa
Platz 5Durchaus Grund zur Freude haben die Gladbacher Marco Reus (l.) und Mike Hanke. Die Fohlen liegen nur knapp hinter dem Kultverein St. Pauli. Der teuerste Platz auf dem Trikot hat sich für die Postbank vermutlich gelohnt. Markenindex: 53,29 Quelle: dpa
Platz 1Ein guter, sympathischer und attraktiver Verein - auf Borussia Dortmund treffen all diese Attribute zu. Und dafür steht auch der Slogan des Vereins „Echte Liebe“: Er bilde den Gedanken der „großen Fußballfamilie“ ab, so die Wirtschaftswissenschaftler der TU Braunschweig. Evonik hat sein Geld beim BVB also nicht schlecht angelegt. Weitere Erfolgsfaktoren: Eine gute Führung, das junge Team - und nicht zuletzt auch Trainer Jürgen Klopp. Markenindex: 62,41 Quelle: dpa

Aber es wird getrickst. Paris bekommt angeblich 150 Millionen Euro dafür, Tourismuswerbung für Katar zu machen – ist das ein marktgerechter Preis?

Ich weiß auch, dass Anwaltskanzleien und Steuerberaterkanzleien an Wegen arbeiten, die Regeln des Fairplay zu Gunsten ihrer Mandanten zu interpretieren. Zwischen Klubs und UEFA ist aber vereinbart worden, dass auch diese Löcher peu à peu geschlossen werden.

Steht PSG bei der UEFA unter verschärfter Beobachtung?

In den FFP-Statuten heißt es eindeutig, dass der Verkauf von Marketingrechten zu marktgerechten Preisen erfolgen muss. Es ist Sache der UEFA, dies im Blick zu haben.

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