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Fehlende Coronahilfen Starkoch Alfons Schuhbeck meldet Insolvenz an

Sternekoch Alfons Schuhbeck kommt in das Käferzelt auf dem Oktoberfest auf der Theresienwiese in München Quelle: dpa

Der Gastronomieunternehmer Alfons Schuhbeck hat die Reißleine gezogen: Insolvenzverwalter Max Liebig übernimmt das Kommando bei dem Starkoch.

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Der Münchner Starkoch und Gastronomieunternehmer Alfons Schuhbeck kämpft mit den wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie. Bereits in der vergangenen Woche haben die Schuhbeck's Partyservice GmbH & Co. KG sowie weitere Gesellschaften des Gastronomen Insolvenzantrag gestellt. Am 14. Juli wurde der Jurist Max Liebig von der Kanzlei Jaffé Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, geht aus Gerichtsunterlagen hervor. Ein Kanzleisprecher bestätigte die Informationen. Schuhbeck ließ eine Anfrage der WirtschaftsWoche am Freitag zunächst unbeantwortet. Erst am Sonntag erklärte Schuhbeck in einer Pressemitteilung: „Nachdem die vollmundig angekündigten Staatshilfen bei mir bis heute ausgeblieben sind, muss ich für meine Betriebe Insolvenz anmelden.“ Er selbst werde schon einen Neustart  hinbekommen, „aber meine rund 50 Mitarbeiter trifft das richtig hart,“ so Schuhbeck. 

Demnach hatte Schuhbeck bis zuletzt auf staatliche Finanzhilfen gehofft. „Doch jetzt ist Schluss“, heißt es in der Erklärung. Neben dem Partyservice habe er für seine Gastronomiebetriebe am Münchner Platzl Insolvenz angemeldet. Der Unternehmer hofft nun, seinen Gewürzhandel und das Beratungsgeschäft retten zu können.

„Ich will weitermachen und vielleicht ist die Insolvenz sogar eine Chance“, gibt sich der Gastronom optimistisch. „Ich habe schon viele Krisen überstanden.“ Wie es weiter geht, hängt nun vor allem von der Insolvenzverwaltung ab. Vorerst sollen die Betriebe geöffnet bleiben. 

Probleme bei den Promiköchen

Schuhbeck ist kein Einzelfall. In der Branche wird auf die generell schwierige Lage von Restaurants und Cateringunternehmen in der Coronapandemie verwiesen. Diese würden noch immer unter den Folgen des Lockdowns leiden und stünden zugleich vor der Herausforderung, genug Mitarbeiter für den Neustart zu finden. 

Bereits im vergangenen Sommer hatte Fernsehköchin Sarah Wiener für ihre Restaurants in Berlin sowie ihren Cateringservice Insolvenz angemeldet. Zudem durchliefen Unternehmen wie die Pizza-und-Pastakette Vapiano und der Steakhausbetreiber Maredo Insolvenzverfahren. Vapiano macht nun unter neuer Führung und mit verändertem Konzept weiter. Bei Maredo gelang es Insolvenzverwalter Nikolaos Antoniadis jüngst, zumindest die Markenrechte an einen Investor zu verkaufen.

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Bis Jahresende sollen in bis zu 12 Maredo-Lokalen wieder Steaks gegrillt werden, unter anderem in Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf. Etwa 300 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Mehr zum Thema: Chefs von Krisenunternehmen müssen keinen Insolvenzantrag stellen? Von wegen, warnt Insolvenzverwalter Christoph Morgen. In den meisten Fällen gelten seit Monaten die alten Regeln. Ein Risiko für Geschäftsführer.

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