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Filmwirtschaft Superhelden sollen das Kino retten

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Ideenschmiede Internet

Doch gehört das bisherige Modell des Kinos deswegen tatsächlich „in den Abfall“, wie es der CEO des digitalen Filmlieferanten Cinedigm, Chris McGurk, fordert? Mike Medavoy, der als Studiochef zahllose Klassiker wie „Apocalypse Now“ verantwortete, gibt sich kämpferisch: „Mache Filme, die deiner Meinung nach die Zuschauer emotional ansprechen. All die äußeren Bedingungen sollten nichts an deiner Überzeugung ändern.“

Dass das klappen kann, belegen Filme wie Angelina Jolies Kriegsdrama „Unbroken“, das beispielsweise schon nach wenigen Wochen bei einem Einspielergebnis von 140 Millionen US-Dollar liegt. Einer der großen Hits des letzten Jahres war der Thriller „Gone Girl“, der weltweit über 360 Millionen US-Dollar einspielte.

Dessen Produzent und Finanzier Arnon Milchan hat ein klares Rezept: „Wir setzen auf Qualität, und das heißt auf gute Filmemacher, die außerhalb der Norm denken.“ Milchans Laufbahn liefert dafür zahlreiche Beispiele – ob „Pretty Woman“, „JFK“ oder „LA Confidential“. Auch der diesjährige Oscar-Favorit „Birdman“ stammt aus seinem Unternehmen.

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Wie man einen relevanten Film kreiert, der sowohl bei Preisrichtern als auch beim Publikum abräumt, das bewies vor über 20 Jahren Kevin Costner mit „Der mit dem Wolf tanzt“. Milchan hält auch heute noch so eine Produktion für möglich: „Du musst nur etwas verrückt sein. Du liest einen Stoff, den du um jeden Preis mit den Zuschauern teilen möchtest. So ging es mir damals.“

Ausgerechnet das Internet ist für Filmemacher wie Milchan eigentlich eine herausragende Spielwiese und die Konkurrenz zum Film, bei Licht betrachtet, gar keine. Das sieht selbst Chris McGurk so: „Für Formate im Netz musst du nicht so viel Geld ausgeben. So kann jeder kreative Kopf mit geringer Investition eine ganz neue Welt schaffen, die dann ins Kino übertragen wird.“

Die virtuellen Plattformen würden zur Forschungs- und Entwicklungsabteilung einer ganzen Branche. Wenn sich ein innovatives Format im Fernsehen oder Netz bewährt, bekäme es auch seine Chance auf der großen Leinwand. Und dann auch wieder bei den Oscars, mit der die Academy zeigen könnte, dass ihr die ganze Bandbreite des Films am Herzen liegt.

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