Fitnessbänder und Smartwatches Das Geschäft mit der Fitness boomt

Ob Laufband, Elektrostimulationstraining oder Hantelbank – immer mehr Deutsche trainieren im Fitnessstudio. Die Betreiber freuen sich: Seit 2000 hat sich der Umsatz der Branche verdoppelt.

Eine junge Frau läuft in einem Sportstudio auf einem Laufband. Quelle: dpa

Fitnessbänder und Smartwatches, mit denen Sportler Leistung und Gesundheitsdaten im Blick behalten können, sind ein großes Thema: Die nach Veranstalterangaben weltweit größte Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit (Fibo) hat in Köln begonnen. Mehr als 700 Aussteller stellen neue Trends bei Trainingsmethoden, Sportgeräten und Nahrungsergänzungsmitteln vor. Rund 110 000 Besucher werden von Donnerstag an bis zum Sonntag erwartet. In den ersten beiden Tagen hat die Fitness-Messe ihre Pforten nur für Fachbesucher geöffnet.
Mehr als elf Prozent der Deutschen trainieren in Fitnessstudios - das sind mehr als neun Millionen Menschen. Zum Vergleich: In Fußballvereinen sind sechs Millionen Deutsche angemeldet. Unter den 15- bis 65-Jährigen geht sogar fast jeder Fünfte ins Fitnessstudio. Das zeigt eine aktuelle Studie, die Deloitte im Auftrag des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen erarbeitet hat. In den mittlerweile 8000 Fitness-Anlagen in Deutschland wollen die Kunden vor allem zweierlei: An ihrer Fitness und an ihrer Gesundheit arbeiten. Möglichst günstig – die größte Kette ist mit Abstand McFit mit mehr als einer Million Mitglieder.

Die deutsche Fitnesswirtschaft auf einen Blick

Der Anteil der Frauen ist mittlerweile auf mehr als 56 Prozent gestiegen. Fitnessstudios mit Zugang ausschließlich für Frauen sind dagegen immer noch selten. Nicht einmal in jedem zehnten Studio heißt es: Männer müssen draußen bleiben.

Im Schnitt zahlen die Mitglieder für eine zwölfmonatige Standardmitgliedschaft 53,20 Euro. Bei den großen Ketten zahlt die Hälfte der Mitglieder unter 26 Euro, dem untersten Ende der Preisspanne. Die teuersten Studios verlangen pro Monat mehr als 105 Euro.

Wieder mehr Auszubildende

Der durchschnittliche Umsatz, den die Studios vor allem mit den Mitgliedsbeiträgen generieren, liegt pro Mitglied bei 518 Euro im Jahr. Rund ein Zehntel des Umsatzes machen die Betreiber mit Zusatzleistungen wie etwa Gastronomie-Angeboten oder Personal-Training.

Lag der Umsatz der Branche im Jahr 2000 noch bei 2,3 Milliarden Euro, hat er sich in den vergangenen 15 Jahren auf 4,7 Milliarden Euro verdoppelt. Mehr als 80 Prozent der Betreiber erwarten zudem, dass sich die wirtschaftliche Situation in den nächsten zwölf Monaten sogar noch verbessern wird.

Leistungsumfang der Fitnessketten

Das macht die Branche als Arbeitsmarkt immer attraktiver. Mehr als 200.000 Deutsche finden dort mittlerweile Arbeit. Als Ausbildungsmarkt stockt die Fitnessbranche allerdings. Im Gegensatz zum Vorjahr hat sich die Anzahl derer, die eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann absolvieren, zwar um 1,3 Prozent gesteigert – auf 4100. Das ist aber seit 2008 der erste Zuwachs - damals waren es noch mehr als 4300 Auszubildende.

Drei Viertel der Betriebe bieten mittlerweile einen Ausbildungsplatz an. Mehr als 70 Prozent von ihnen beschäftigen mittlerweile Studenten, die ein duales Studium im Fitness- und Gesundheitsbereich absolvieren.

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Investitionsbereitschaft verdoppelt sich

Die Investitionsbereitschaft steigt weiter an. Gaben im Vorjahr noch 56,5 Prozent an, investieren zu wollen, sind es in diesem Jahr knapp 95 Prozent. Im Schnitt wollen sie 152.000 Euro pro Anlage investieren – das sind 52 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Da lag das Investitionsvolumen noch bei 100.000 Euro pro Anlage.

Einer der wichtigsten Investitionsposten ist mit rund 60 Prozent die Weiterbildung der Mitarbeiter – sowohl bei den Ketten als auch bei den Einzelanbietern. Die Ketten investieren zudem stark in Umbauten und Modernisierungen. Auch neue Kraft- und Herz-Kreislauf-Geräte wollen die Betreiber der Studios anschaffen.

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