WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

FlixTrain „Wir bauen eine Alternative zum ICE auf“

André Schwämmlein Quelle: dpa

Der Fernbus- und Zuganbieter Flixmobility will die Deutsche Bahn attackieren. Wie Chef André Schwämmlein mit neuen Strecken, kombinierten Zug-Bus-Tickets und gutem Service Deutschlands Mobilität erneut verändern will.

WirtschaftsWoche: Herr Schwämmlein, seit Anfang März fahren Sie mit dem Flixtrain im Linienverkehr, also einmal pro Tag von Köln nach Hamburg und zurück. Ist der Start gelungen?
André Schwämmlein: Wir sind sehr zufrieden. Wir haben seit März mehr als 100.000 Tickets für den Flixtrain verkauft. Damit liegen wir über Plan. Die Züge sind voll, teilweise sind es 500 Passagiere pro Zug. Die durchschnittliche Auslastung ist zum Teil noch höher als in den Fernbussen und liegt zwischen 50 und 70 Prozent.

Was heißt das für die Zukunft?
Wir bauen aus. Zunächst starten wir Ende April mit FlixTrain einen zweiten Zug auf der Strecke von Stuttgart nach Berlin, ab Sommer folgt ein dritter Zug. Das haben wir bereits angekündigt. Aber wir wollen mittelfristig auf der Schiene in Deutschland eine ernsthafte Alternative zum Fernverkehr der Deutschen Bahn aufbauen.

Was sind Ihre Pläne?
Wir haben beim Schienennetzbetreiber DB Netz neue Trassen beantragt, die wir ab dem Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres bedienen könnten. Jetzt hängt es von den Deutsche-Bahn-Kollegen ab, ob wir fahren können oder nicht.

Wo greifen Sie an?
Zunächst wollen wir auf der Strecke von Köln nach Hamburg und von Stuttgart nach Berlin den Takt erhöhen. Das heißt, wir fahren die Strecken dann mindestens zwei mal pro Tag. Außerdem sehen wir Potenzial auf den Strecken von München nach Berlin und von Köln nach Berlin. Wir wollen hier mit jeweils einem Zug pro Tag hin und zurück starten und die Zahl der Züge auf zwei oder drei Züge pro Tag und Strecke erhöhen.

Das dürfte die Deutsche Bahn, die auf den jeweiligen Linien jede Stunde einen ICE auf die Strecke schickt, kaum schocken...
Wir sehen den FlixTrain als Ergänzung zwischen dem Fernbus und dem ICE. Wir sind in der Regel zwar ein wenig langsamer als ein ICE, aber dafür preiswerter. Außerdem werden wir unsere Züge mit unseren Fernbuslinien vernetzen. So schaffen wir ein bundesweites Mobilitätsnetz, dass mehr als 600 Ziele auf der Straße und Schiene verbindet.

Wollen die Kunden denn wirklich Zug und Bus miteinander kombinieren?
Die Leute gibt es natürlich. Wer mit dem Zug nach Berlin fährt, kann von dort mit dem Fernbus schon jetzt fast im S-Bahntakt weiter nach Hamburg fahren oder direkt an den Ostseestrand. Es gibt genügend Menschen, die das tun. Außerdem gibt es viele Reisende, die hin mit dem Bus und zurück mit dem Zug fahren. Wir wollen beide Verkehrsträger künftig noch besser verbinden, indem wir Umstiege optimieren und Wartezeiten verkürzen. Wir haben bei FlixTrain sehr viele Neukunden, die vorher nur mit der Deutschen Bahn oder nur mit dem Auto gefahren sind.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%