Flüge deutschlandweit betroffen Lufthansa-Langstreckenflüge bleiben am Boden

Die Piloten der Lufthansa haben ihren Streik am frühen Dienstagmorgen wie angekündigt auf Langstreckenflüge ausgeweitet. Betroffen sind etwa 166.000 Passagiere der Airline.

Nur noch 20 Flüge bundesweit sind von den Nachwirkungen des Streiks betroffen. Quelle: REUTERS

Pech für Lufthansa-Passagiere: Von 06.00 Uhr an bis kurz vor Mitternacht bestreikt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit nun zusätzlich zu Kurz- und Mittelstrecken auch Interkontinentalflüge. Entsprechende Sonderflugpläne bestätigte ein Lufthansa-Sprecher am Morgen. Die Airline hat insgesamt 1511 Flüge im gesamten Flugverkehr gestrichen, betroffen sind etwa 166.000 Passagiere. Am Montagmittag hatte der 35-stündige Streik der Flugkapitäne zunächst auf der Kurz- und Mittelstrecke begonnen.

Der Konzern warf der VC vor, „eine Stillstands-Nation aus Deutschland zu machen“. Es ist der achte Pilotenstreik bei der Lufthansa binnen eines knappen halben Jahres. In sieben Bundesländern ist am Montag der erste Tag der Herbstferien, in zwei weiteren dauern sie an. Bereits am Wochenende hatte ein Streik der Lokführer Reisende und Urlauber empfindlich getroffen.

Welche Rechte Fluggäste bei Streik haben

„Es ist traurig, dass wir nun zum achten Mal streiken müssen“, sagte VC-Sprecher Wahl, der Bedauern über Unannehmlichkeiten für die Passagiere äußerte. Bestreikt würden Maschinen vom Typ Airbus A320-Familie, Boeing 737 und Embraer. Die Airline prüft, welche Flüge trotz des Streiks starten können. Langstreckenflüge sind nach Lufthansa-Angaben nicht betroffen, genauso wie Verbindungen von Konzern-Gesellschaften wie Germanwings, Swiss oder Austrian Airlines. Fluggäste werden gebeten, sich auf der Internetseite des Unternehmens zu informieren.
In dem Tarifkonflikt geht es um die sogenannte Übergangsversorgung. Die Lufthansa will, dass ihre Piloten später als bisher in den bezahlten Vorruhestand gehen - die Gewerkschaft wehrt sich dagegen.
Das Unternehmen habe nach nunmehr sieben Streiks seit April die Kompromissvorschläge nicht aufgegriffen, kritisierte die Gewerkschaft. Ziel des Ausstands sei ein neuer Tarifvertrag für alle Beschäftigten des Cockpit-Personals. Die Lufthansa hielt der Gewerkschaft vor, bislang keinen Vorschlag zu Neuregelung der Übergangsversorgung vorgelegt zu haben.

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Zuletzt hatten die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings am vergangenen Donnerstag zwölf Stunden lang gestreikt. 100 Flüge wurden gestrichen, 13 000 Passagiere waren betroffen. Einen Tag zuvor hatten auch die Lokführer die Arbeit niedergelegt.
Nach Angaben der Lufthansa mussten seit April wegen der Pilotenstreiks mehr als eine halbe Million Passagiere von Lufthansa und Germanwings ihre Reisepläne ändern. Rund 4400 Flüge seien gestrichen worden. Die Höhe des Gesamtschadens nach sieben Streikwellen bezifferte Lufthansa nicht. Allein für den dreitägigen Vollstreik zum Auftakt im April hatte sie von einem Verlust in Höhe von rund 60 Millionen Euro berichtet. Auch bei der Frachtsparte Lufthansa Cargo hatten die Piloten schon ihre Arbeit niedergelegt.

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