Fluggesellschaft Lufthansa-Chef fordert Staatshilfe

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Christoph Franz hatte seine erste Bilanz als Chef der Lufthansa gerade vorgestellt, zwei Stunden lang erklärt und Fragen beantwortet, da gab er seine gewohnte Zurückhaltung auf.

Christoph Franz Quelle: dpa

„Hier müssen die Regierungen aktiv werden“, forderte der 51-jährige Manager am vergangenen Donnerstag. „So können wir auf Dauer nicht leben.“ Sein Angriff richtete sich gegen die arabischen Fluggesellschaften, die den europäischen Airlines zunehmend Geschäft und Kunden wegschnappen. Europas Politiker müssten „eine Kapazitätsgrenze einführen“, wetterte der Lufthansa-Chef.

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Auslöser für den Ruf nach staatlicher Hilfe war eine Ankündigung von Thierry Antinori, dem Verkaufschef von Emirates aus Dubai. Im Februar 2011 hatte der gebürtige Franzose überraschend die Lufthansa verlassen und bei Emirates angeheuert. Jetzt ärgerte er Franz mit dem Plan, Emirates wolle sein Angebot in Deutschland ausweiten, an einigen Flughäfen bis zu 50 Prozent. Eine ähnliche Expansion streben Qatar Airways und Etihad aus Abu Dhabi an, die überdies 27 Prozent an Air Berlin hält.

Aus Städten wie Düsseldorf fliegt Emirates laut Franz schon jetzt deutlich mehr Kunden in die Wachstumsmärkte Asiens als die Lufthansa. Besonders ereiferte er sich darüber, dass die Konkurrenz die Expansion als Erfolg darstellt.

Davon wolle er als Unternehmer erst sprechen, „wenn etwa Etihad erstmals Gewinn macht“. Dies Wachstum gehe am Marktbedarf vorbei. Ermöglicht werde das nur durch „wettbewerbsverzerrte Strukturen“ durch die Hilfen „staatlicher Eigentümer“, schimpfte Franz. Den Vorwurf von Emirates, die Lufthansa verteidige ihren Markt mit unlauteren Mittel, weil Emirates nicht in Berlin landen dürfe, nannte er „Kindergarten“.

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