Fluggesellschaften Erfolgreich mit dem Billig-Pendant

Warum sich Billig-Airlines als Tochterunternehmen für Lufthansa und Co rechnen.

Mit ihrer Billigfluglinie German Wings ist die Lufthansa bereits seit längerem im Metier der Billigflieger aktiv. Quelle: dpa/dpaweb

Wer heute nach dem passenden Flug sucht, weicht gerne von den großen Airlines ab, und recherchiert, ob es nicht vielleicht doch ein günstigeres Angebot einer Billig-Airline gibt. Was wie ein erbitterter Konkurrenzkampf wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als lukratives Zweitgeschäft für renommierte Fluggesellschaften. Größen wie Lufthansa und Singapore Airlines verfügen bereits oder planen eigene Billig-Pendants. Die Branche wächst und wächst.

Die größte Billigfluglinie der Welt ist gleichzeitig die zweitgrößte Fluggesellschaft im internationalen Vergleich: Southwest Airlines. 1973 traten die Gründer Rollin King und Herb Kelleher in den USA mit der Idee an, Passagiere mit möglichst niedrigen Preisen in ihre Flugzeuge locken. Das Motto: Weniger Service, aber dafür auch günstig.

Was folgte, war eine Erfolgsgeschichte. Heute beherrscht SouthWest mit rund 84 Millionen Passagieren pro Jahr den Markt der Billigflieger. Schärfster Konkurrent ist die US-amerikanische Fluggesellschaft Delta Airlines.

Die größten Billig-Flieger Europas
Mit einer eigenen Billigfluglinie will die größte Airline Russlands nach finanziellen Turbulenzen 2014 wieder durchstarten. Für den umkämpften russischen Flugmarkt sind die Pläne von Marktführer Aeroflot eine Revolution. Dobroljot - zu Deutsch: guter Flug - heißt die neue Airline, die sich der vom Kreml kontrollierte Konzern allein in den ersten beiden Jahren rund 100 Millionen US-Dollar kosten lässt. „Nur ein großer Player wie Aeroflot ist in der Lage, mit Macht von Null ein Unternehmen aufzubauen“, sagt der Flugexperte Roman Gussarow der Zeitung „Iswestija“. Das Ziel: Die meist hohen Preise für Flugreisen im größten Land der Erde sollen um bis zu 40 Prozent sinken. Derzeit kosten Inlandsflüge oft deutlich mehr als vergleichbare Auslandsstrecken. Vorbild für die Pläne von Aeroflot-Chef Witali Saweljew ist der irische Billigflieger Ryanair. Wie bei anderen Linien sollen Gepäckaufgabe und Essen nur gegen hohe Aufschläge möglich sein. „Schnell, angenehm, günstig“ - so wirbt Dobroljot bereits im Internet. Schon ab Mitte 2014 will die neue Airline abheben, zunächst mit acht modernen Boeing 737-800. Später soll die Flotte auf 40 Maschinen wachsen. Als erstes stehen einige beliebte Ziele im westlichen Teil des Riesenreichs auf dem Flugplan wie die Touristenmetropole St. Petersburg oder die Millionenstadt Jekaterinburg. Tickets sind aber noch nicht zu kaufen. Quelle: dpa
Lettische Fluggesellschaft Air Baltic startet 1.200 Mal wöchentlich. Quelle: Pressebild
German Wings liegt auf Platz 9 der europäischen Billig-Airlines Quelle: AP
Die ungarische Airline Wizz belegt Platz 8 der europäischen Low-Cost-Airlines. Quelle: dpa/dpaweb
Aer Lingus belegt Platz 7 im Ranking der größten europäischen Airlines. Quelle: Pressebild
Norwegian Air Shuttle belegt Platz 6 im Ranking der größten europäischen Billig-Airlines Quelle: Pressebild
Die spanische Fluggesellschaft Vueling schafft es auf Platz 5 im Ranking der europäischen Billig-Fluglinien. Quelle: screenshot
Die britische Flybe landet in Europa auf Platz vier der größten Billig-Airlines Quelle: Pressebild
Air Berlin belegt Platz 3 im Vergleich der europäischen Billig-Airlines Quelle: dapd
Easyjet fliegt mit 8.200 Starts wöchentlich auf Platz 2 der größten europäischen Billig-Airlines Quelle: dapd
Platz 1 der europäischen Billigflieger belegt Ryanair Quelle: dpa

Der Trend zur Billig-Tochter

King und Kelleher fanden in den vergangenen Jahren zahlreiche Nachahmer. Neue Billig-Airlines wie Ryanair und Easyjet mischten den internationalen Luftverkehr auf. Weltweit folgten auch renommierte Fluggesellschaften dem Trend. Sie erweitern ihr Angebot oder gründen Tochterfirmen und positionieren sich damit neu am Markt.

Erst im Oktober 2011 gab die spanische Fluggesellschaft Iberia bekannt, dass sie ab Mitte 2012 eine neue Tochter abheben lassen will. Die Billig-Airline mit dem Namen Iberia Express soll mit vier Flugzeugen starten und Kurz- und Mittelstrecken von und nach Madrid anbieten. Man wolle der Konkurrenz der Billigfluggesellschaften Paroli bieten, so Iberia.

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