Flughäfen Flüssigkeiten dürfen nicht vor 2016 ins Handgepäck

Lästig am Fliegen sind die Kontrollen vorm Einsteigen. Besonders nerven seit Jahren die Regeln für Flüssigkeiten im Handgepäck. Das wird sich ändern, aber es dauert noch.

Die Abzock-Tricks der Airlines
Gepäck für Kleinkinder: Kleinkinder unter zwei Jahren benötigen kein eigenes Ticket, da sie auf dem Schoß der Eltern mitfliegen. Bei einigen Fluggesellschaften haben Kleinkinder dennoch ein Freigepäck von zehn Kilogramm. Bei anderen Airlines müssen die Eltern ein zweites Gepäckstück aufgeben - z. B. für 70 Euro pro Strecke bei Air France. Quelle: dpa
Gepäckaufgabe am Flughafen: Während ein im Voraus gebuchtes Gepäckstück in der Regel zwischen sechs und 35 Euro kostet, schlagen die Airlines bei erst am Flughafen eingechecktem Gepäck richtig zu. Das erste Gepäckstück am Flughafen kostet z. B. bei Air Berlin im Billigtarif "JustFly" 70 Euro pro Strecke und damit fast das Fünffache mehr als bei Onlinebuchung (15 Euro pro Strecke). Quelle: obs
Handgepäckmaße: Im Zuge der Gepäckgebühren haben einige Fluggesellschaften wie z. B. KLM oder Air France ihre zulässigen Handgepäcksgrößen verkleinert. Kunden, die sich nicht vorher informieren, zahlen im schlechtesten Fall 60 Euro nach und müssen das Handgepäck aufgeben. Auch Air Berlin hat die Handgepäckregeln verschärft: Jedes Handgepäckstück muss beim Check-in-Schalter gewogen und mit einem JustFly-Handgepäcklabel versehen werden. Wer es vergisst, riskiert, nicht mitgenommen zu werden. Quelle: dpa
Extragebühren bei Umsteigeverbindungen: Die Billigairline Vueling verlangt von ihren Kunden nicht nur pro Strecke Gepäckgebühren, sondern sogar pro Teilstrecke bei Umsteigeverbindungen. Für die Hin- und Rückflug Berlin-Barcelona zahlt ein Kunde 26 Euro (13 Euro pro Flug) für sein Gepäck. Bei gleicher Strecke mit Umstieg in Madrid zahlt er 56 Euro (14 Euro pro Teilstrecke). Quelle: dapd
Wie Flugtickets teurer werdenNot macht erfinderisch. Das beweisen insbesondere die Fluglinien. Hohe Treibstoffkosten, der harte Konkurrenzkampf sowie immer weiter steigende Gebühren für Flughäfen und Flugsicherheit schmälern das Geschäft. Um den Profit zu steigern, langen viele Fluglinien versteckt hin. Sie erheben Zusatzgebühren oder bieten bisherige Gratis-Leistungen gegen Bares an. Im vergangenen Jahr nahmen allein die US-Fluggesellschaften dank Zusatzgebühren rund 2,4 Milliarden Euro ein. Das sind 26 Prozent mehr als noch 2009. Mit diesen Tricks zocken Airlines in Deutschland ihre Passagiere ab. Quelle: dpa/dpaweb
SitzplatzreservierungLufthansa-Passagiere mit einem Billigticket für die Economy-Class können sich künftig gegen Bezahlung einen Sitzplatz im Voraus sichern. „Wir führen eine Sitzplatzreservierung gegen Entgelt für die Economy-Tarife ein, die heute nicht dazu berechtigt sind“, sagte der Vertriebsvorstand der Lufthansa Passage, Jens Bischof. Wie tief Kunden der niedrigsten Tarifgruppen, die sich vor der offiziellen Check-in-Zeit einen bestimmten Sitzplatz sichern wollen, dafür in die Tasche greifen müssen, steht noch nicht fest. Bischof kündigte Preise „im Marktumfeld“ an. Die bewegen sich dem Magazin zufolge auf Europa-Strecken um die zehn Euro, für Langstreckenflüge könnten es auch schon mal 40 Euro sein. Das Angebot soll noch in diesem Jahr eingeführt werden. Die Sitzplatzreservierung soll zunächst nur via Reisebüro und im zweiten Schritt auch online buchbar werden. Quelle: dpa
Gebühren für Gepäckstücke Quelle: REUTERS

Fluggäste müssen sich voraussichtlich noch bis 2016 gedulden, bevor sie Flüssigkeiten wieder in größeren Mengen im Handgepäck mitnehmen dürfen. Grund dafür sind die technisch noch nicht ausgereiften Scanner an den Kontrollstellen. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) plädiert dafür, die bestehenden Regeln erst dann zu ändern, wenn alle Probleme mit den Scannern gelöst sind. Einen von der EU-Kommission geplanten Zwischenschritt, demzufolge ab Anfang 2015 die Mitnahme von Wasser erlaubt wäre, lehnen die Flughafenbetreiber ab.

Das würde die Kontrollen erschweren und die Wartezeiten für die Passagiere verlängern, sagte die ADV-Koordinatorin Heike van Hoorn der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. „Schon heute stoßen die Flughäfen bei den operativen Abläufen der Handgepäckkontrollen aufgrund häufiger Fehlalarme der Kontrollgeräte an ihre Grenzen.“ Wenn man nun die Mitnahme von Wasser im Handgepäck gestatte, müsste das Sicherheitspersonal zwangsläufig mehr Taschen und Koffer durchsuchen.

An den deutschen Flughäfen seien für das Handgepäck derzeit verschiedene Scanner im Einsatz, erläuterte van Hoorn. Einige könnten lediglich explosive Flüssigkeiten herausfiltern. Andere seien in der Lage, die Art der Flüssigkeit genauer zu bestimmen. In der Praxis habe sich gezeigt, dass die präziseren Geräte häufiger Fehlalarm auslösten. Die Scanner würden aber permanent weiterentwickelt. Der Flughafenverband ADV erwartet, dass eine verlässliche Technologie, die problemlos die Mitnahme von Flüssigkeiten ermöglicht, „nicht vor 2016“ verfügbar ist.

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Die Mitnahme von Flüssigkeiten an Bord ist seit einem versuchten Terroranschlag in London 2006 stark eingeschränkt. Es dürfen nur Flüssigkeiten, Sprays und Gele in Behälter mit bis zu 100 Millilitern Volumen in einer durchsichtigen Plastiktüte mitgenommen werden. Erlaubt sind auch Medikamente und Babynahrung in größeren Mengen. Im Januar 2014 wurden die Regeln für Transferpassagiere gelockert: Ihnen ist es nun wieder erlaubt, beim Umsteigen die Getränke und Kosmetika mitzunehmen, die sie im Flughafen-Sicherheitsbereich gekauft haben. Die Artikel müssen dabei mit Kaufbeleg in einem versiegelten Beutel bleiben.

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