Flughafen Berlin Rätselraten um drohende Insolvenz

Das Bundesverkehrsministerium fürchtet scheinbar eine Insolvenz des Hauptstadtflughafens. Das zumindest meldet das Nachrichtenmagazin Magazin "Focus". Die Behörde weist die Spekulationen zurück.

Am 27. Oktober 2013 soll der neue Hauptstadtflughafen eröffnen. Quelle: dpa

Das Bundesverkehrsministerium hat Spekulationen über eine drohende Insolvenz der Berliner Flughafengesellschaft zurückgewiesen. Das Magazin „Focus“ hatte berichtet, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sehe die erhebliche Gefahr, es könne wegen mangelnder Liquidität im Januar zum Insolvenzverfahren beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens kommen. „Es gibt keine Befürchtung, dass die Flughafengesellschaft pleitegehen könnte“, sagte eine Ministeriumssprecherin am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Die Sprecherin bestätigte jedoch, ihre Behörde habe den Haushaltsausschuss gebeten, gesperrte Gelder des Nachtragshaushaltes 2012 in Tranchen freizugeben. 312 Millionen Euro sollen so zu den Mehrkosten des Airports in Höhe von knapp 1,2 Milliarden Euro beigesteuert werden. Der Anteil des Bundes steht allerdings bislang noch unter Vorbehalt des Haushaltsausschusses. Den Rest übernehmen die Länder Berlin und Brandenburg. Entgegen der Behördensprecherin bestätigte Flughafensprecher Ralf Kunkel die Geldsorgen. "Das Geld reicht noch bis in den Januar hinein", sagte er auf dapd-Anfrage.

Pannenflughafen BER soll erst 2018 öffnen
Seit 2006 wird der künftige Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ schon gebaut Quelle: dpa
09. März 2016Die für Ende 2017 geplante Eröffnung des  Hauptstadtflughafens BER ist nach Informationen des "Tagesspiegels" wegen neuer Probleme beim Brandschutz gefährdet. Das Bauordnungsamt habe für den Umbau der Brandschutzanlage weitere Nachweise sowie Nachbesserungen an den Unterlagen gefordert, hieß es. Das könnte auch zusätzliche Bauarbeiten im Terminal nach sich ziehen, wie aus einem internen Schreiben des Flughafen-Technikchefs Jörg Marks hervorgeht. "Wir müssen die Anforderungen des Bauordnungsamts einbeziehen und sehen, wie wir die Nachbesserungen umsetzen können", sagte Flughafensprecher Daniel Abbou der Nachrichtenagentur dpa. Quelle: dpa
4. November 2015Am neuen Hauptstadtflughafen haben Firmen in den vergangenen Jahren Mitarbeiter zu Unrecht als Brandschutz-Fachleute ausgegeben. Kontrollen der Flughafengesellschaft hätten ergeben, dass die notwendigen Nachweise für die Fachkunde fehlen, teilte der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Piratenpartei sprach er von Einzelfällen im niedrigen einstelligen Bereich seit 2012. Müller ist Aufsichtsratschef der staatlichen Flughafengesellschaft. Er berief sich auf Angaben der Geschäftsführung um Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Demnach werden die Eignungsnachweise bei der Vergabe von Aufträgen überprüft, danach bei Personalwechseln und besonders seit August 2014 auch bei Audits. Probleme mit dem Brandschutz, etwa auch wegen überbelegter Kabeltrassen, hatten das Projekt weit zurückgeworfen. Quelle: dpa
Flughafen Berlin Brandenburg Quelle: dpa
21. August 2015Die Baufirma Imtech muss Insolvenz anmelden - und den Flughafen wirft das in seinem Zeitplan weiter zurück. Nach Einschätzung der verantwortlichen Taskforce ist es durch die Insolvenz der Gebäudetechnikfirma bisher zu einer Verzögerung der Eröffnung von zwei bis drei Wochen gekommen. Gleichwohl sieht die Flughafengesellschaft die Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017 „zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Erkenntnisse“ nicht gefährdet. Bis Ende September solle die sogenannte Meilensteinplanung überarbeitet werden. Die Insolvenz habe zu einem „deutlichen Rückgang“ der Mitarbeiterzahlen geführt, so die Flughafengesellschaft. Imtech und eine mitbeteiligte Firma hätten jedoch zugesagt, die Mitarbeiterzahlen schnellstmöglich wieder hochzufahren, um die zeitlichen Auswirkungen „weitestgehend zu begrenzen“. Quelle: dpa
Hauptstadtflughafen Quelle: dpa
Karsten Mühlenfeld Quelle: dpa

Nach Berichten von „Tagesspiegel“ und „Berliner Morgenpost“ soll indes ein unabhängiges Kontrollorgan am Flughafen installiert werden, um die Geschäftsführung besser zu überwachen. Der Flughafen äußerte sich dazu am Samstag nicht. Der Aufsichtsrat des Flughafens hatte bei der Sitzung am Freitag beschlossen, das Baubudget für den künftigen Hauptstadtflughafen um 250 Millionen Euro zu erhöhen. Die Mehrkosten sollen aber die bekannten 1,2 Milliarden Euro nicht überschreiten. Damit bleibt es vorerst bei Gesamtkosten des Flughafenprojekts von 4,3 Milliarden Euro.

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Am Eröffnungstermin, dem 27. Oktober 2013, wurde nicht gerüttelt. Die Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens musste mehrfach wegen Mängeln in der Bauplanung und technischer Probleme verschoben werden. Die Verzögerung trifft besonders die Fluggesellschaft Air Berlin, die auf dem neuen Airport ein Drehkreuz errichten will.

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