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Flughafen-Streik Wer sind die Aufständler vom Vorfeld?

Der Streik am Frankfurter Flughafen kostet allein am Dienstag 187 Flugausfälle. Noch bis Freitag wollen die Vorfeld-Arbeiter ihre Arbeit niederlegen. Ein Blick auf eine kleine Berufsgruppe mit großem Einfluss.

Wer Deutschland lahmlegen kann
Gewerkschaft der Flugsicherung: Die GdF beziffert ihren Organisationsgrad auf deutlich mehr als 80 Prozent der etwa 2000 Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS). Auch in den anderen Berufsgruppen für den unmittelbaren operativen Betrieb, zum Beispiel Techniker und Flugdatenverarbeiter, sei die Quote ähnlich hoch. Das Personal (vor allem Fluglotsen, aber auch Techniker und Ingenieure) arbeitet in vier Kontrollzentren und in den Towern der 16 internationalen Flughäfen Deutschlands. Quelle: dapd
Die Gewerkschaft der Flugsicherung hat gerade einmal knapp 3000 Mitglieder - der Flugsicherung. Trotzdem ist ihre Macht groß, denn wenn die Fluglotsen in den Ausstand treten, darf kein Flugzeug mehr abheben. Erst kürzlich drohte die GdF, durch einen Streik den gesamten Flugverkehr lahmzulagen. Dann sagte sie den Ausstand aufgrund der Vulkanasche-Wolke zunächst ab und einigte sich schließlich noch vor einem Streik mit den Arbeitgebern. Quelle: dpa
Unabhängige Flugbegleiter Organisation: Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation hat , nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Mitglieder. Sie vertritt das Kabinenpersonal der Fluggesellschaften. Flugbegleiter gründeten sie 1992, da sie sich von den großen Gewerkschaften nicht ausreichend gut vertreten sahen. Streiks der UFO-Beschäftigten bei Lufthansa wurden im vergangenen Jahr in letzter Minute mit einer Tarifeinigung abgewandt. Auch derzeit verhandelt UFO wieder mit Lufthansa. Quelle: dpa
Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (Fahrpersonal): Von den rund 11.000 Zugbegleitern der Deutschen Bahn sind nach GDL-Angaben 30 Prozent GDL-Mitglied, also etwa 35.000 Mitglieder. Die kleine Gewerkschaft sorgte vor allem mit ihren Streiks im Winter 2007/2008 für Aufsehen, als zwar nur wenige der Lokführer ihre Arbeit niederlegten, den Bahnverkehr damit aber massiv mit beeinträchtigten. Quelle: dpa
Die GDL vertritt das gesamte Fahrpersonal, neben den Lokführern also auch etwa Zugbegleiter. Ihr Tarifvertrag mit der Deutschen Bahn gilt trotzdem nur für Lokführer - auch für die der anderen Bahngewerkschaften. Die GDL wehrt sich gegen den Kurs von Transnet und GDBA, denen sie eine zu große Nähe zur Bahn vorwirft. Quelle: dpa
Transnet: Die Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands hat die Eisenbahner ebenfalls vertreten, fusionierte am 30. November 2010 jedoch mit der Verkehrsgewerkschaft GDBA zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die bei ihrer Gründung 240.000 Mitglieder hatte. Die GDL wirft der Konkurrenz-Gewerktschaftlern stets eine zu große Nähe zu der Deutschen Bahn vor. Quelle: dpa
Vereinigung Cockpit (Flugkapitäne): Die VC vertritt rund 8200 Piloten aller deutschen Fluggesellschaften. Als die VC-Piloten bei Deutschlands größter Fluggesellschaft Lufthansa streikten, hoben nur noch wenige Flugzeuge ab. Meist geht es den Streikenden darum,  Erreichtes gegen Einschnitte zu verteidigen. Quelle: dpa

Schuld haben die Vorfeld-Arbeiter: Weil sie am Frankfurter Flughafen zum dritten Mal im laufenden Tarifkonflikt ihre Arbeit niederlegen, bleibt der Flugverkehr noch bis Freitag um 23 Uhr eingeschränkt. Am Montag fielen 240 Flüge aus, für Dienstag sind bisher 187 angekündigt. All dies bewirkt eine vergleichsweise kleine Anzahl von Beschäftigten.

70.000 Beschäftigte, 180 Streikende

Am Frankfurter Flughafen arbeiten rund 70.000 Menschen, 19.000 davon direkt bei der Betreibergesellschaft Fraport. Darunter sind lediglich 200 für das Vorfeld im zuständig – der Abfertigungs-, Rangier-, Abstell- und Wartungsfläche zwischen den Terminals und den Start- und Landebahnen. Vor und nach der Landung sorgen die Vorfeldlotsen, die Vorfeldaufsicht und die Disponenten dafür, dass sich die Flugzeuge sicher am Boden fortbewegen. So übernehmen die Vorfeldlotsen etwa nach der Landung von den Fluglotsen im Tower die Flugzeuge.

Der Frankfurter Flughafen in Zahlen

Von zwei kleineren Türmen aus leiten sie die Jets zu ihren Abstellplätzen. Dabei hilft die Vorfeldaufsicht, die in gelben Autos mit einer „Follow Me“-Anzeige vor den Maschinen herfährt. Außerdem achtet sie auf Kontrollfahrten darauf, dass sich keine unerlaubten Gegenstände oder sonstigen Behinderungen auf dem Flugplatz befinden. Die Disponenten nehmen organisatorische Aufgaben war und weisen die Abstellplätze und Gangways zu.

Fraport lehnt Schlichterspruch ab

180 Vorfeld-Arbeiter sind in der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) organisiert, die höhere Löhne fordert – je nach Rechnung und Sichtweise spricht die GdF von Steigerungen bis zu 28 Prozent, Fraport von bis zu 70 Prozent. Die Fraport forderte die GdF erneut auf, kompromissbereit an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Das Unternehmen hatte einen Schlichterspruch des CDU-Politikers Ole von Beust abgelehnt, weil dieser das Gehaltsgefüge bei der Fraport gesprengt hätte.

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