Flugkonzerne Air France umarmt den schärfsten Konkurrenten

Air France-KLM startet Gemeinschaftsflüge mit Abu Dhabis Fluglinie Etihad. Die Kooperation stärkt die Expansionsstrategie der Araber. Europas Airline-Chefs müssen sich anschnallen.

Ein Air France Flugzeug Quelle: dpa

Vom Branchenprimus zum Pflegefall in nur vier Jahren: Solch einen Sturz hat die französisch-niederländische Fluglinie Air France-KLM erlitten, nach Umsatz Europas zweitgrößter Flugkonzern. Er unterschätzte die Gefahr durch Billigflieger und Fluglinien vom Persischen Golf. Und das, obwohl der niederländische Teil KLM die wohl modernste Linie Europas abseits der Flugdiscounter ist. Nun setzt Konzern-Chef Jean-Cyril Spinetta auf eine alte Politikerweisheit: Umarme, wen du nicht besiegen kannst. Spinetta will deshalb mit Etihad aus Abu Dhabi Gemeinschaftsflüge von Paris an den Golf anbieten.

Die weltbesten Fluglinien
Die First Class in einem A340 von Emirates Quelle: AP
Ein Flugzeug der Turkisch Airlines Quelle: REUTERS
Eine Frau beim Check in bei Qantas Quelle: Presse
Zwei Flugzeuge der Air New Zealand Quelle: AP
Ein Flugzeug von Etihad Airways Quelle: AP
Flugzeuge von Thai Airways Quelle: REUTERS
Ein Paar in der First Class der Cathay Pacific Airways Quelle: Presse

Problem für die Lufthansa

Tatsächlich erhielte Air France-KLM durch solch einen Deal eine Verschnaufpause und könnte sich auf die überfällige Sanierung konzentrieren. Außerdem dürften dann die bei Betriebskosten und Passagierkomfort überlegenen Araber ihre Attacken abmildern. Sie könnten den Franzosen sogar im Kampf gegen andere Golf-Airlines wie Emirates und Qatar Airways beistehen.

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Doch die Freundschaft birgt Tücken. Etihad-Chef James Hogan spricht längst von „weiterführenden Verhandlungen“. Bei Air Berlin und Fluglinien aus Irland, Australien sowie von den Seychellen ist er schon als Großaktionär eingestiegen. Dieses Geflecht preist er nun als Airline-Gruppe mit 75 Millionen Passagieren an, die die Nummer eins der Welt sei.

Der Mann übertreibt nicht. Bei Air Berlin mischt sich Hogan dem Vernehmen nach kräftig ein und sicherte sich schon lukrative Bangkok-Flüge von den Deutschen. Schafft er das Kunststück auch bei Air France-KLM, würde er mit europäischem Know-how und arabischem Geld ein Flugkonglomerat der Superlative schaffen. Und damit ein Problem für die Deutsche Lufthansa und für British Airways/Iberia.

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