Fluglinie Höhere Preise bescheren Ryanair Gewinne

Die Billiglinie Ryanair konnte dank der höheren Ticketpreise ihre Gewinnprognose für das Jahr 2012 anheben. Die Lufthansa - zumindest ihre Aktie - schwächelt dagegen.

Die wildesten Sprüche von Michael O'Leary
"Ich fände es gut, ein paar unserer attraktiven Stewardessen in mein Büro zu holen und auf den Job aktiv vorzubereiten." Über den Vorschlag eines Piloten, O'Leary durch eine Flugbegleiterin zu ersetzen. Der Manager hatte zuvor mit seiner Idee für Furore gesorgt, Co-Piloten abzuschaffen und diese im Notfall durch Stewardessen zu ersetzen. (2010)
"Am liebsten sind uns Passagiere, die nur mit Handgepäck reisen. Dazu wollen wir unsere Kunden erziehen." Über Kritik an den Gepäck-Gebühren. (2009)
"Nicht wenn sie sich gut festhalten." Zum Thema Stehplätze und ob Passagiere, die nicht angeschnallt sind, gefährdet sind. (2010)
"Wir wollen die Passagiere dazu ermuntern, vorher oder hinterher am Flughafen auf die Toilette zu gehen. Das verhindert an Bord lange Schlangen vor den WC-Türen und das ständige Aufstehen und Hinsetzen in der Kabine." Über die Idee, für die Toiletten-Nutzung an Bord Geld zu verlangen. (2009)
"Welcher Vorschlag von mir war je absurd?" (2010)
"Ihr Journalisten seid immer so negativ." (2008)
"Das ist Müll, wie die meisten Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen." Über Nacktscanner (2008)
"Wir wollen die Dinge ändern. Was mich nach gut 20 Jahren in der Flugbranche am meisten stört, sind die Denkverbote und dass immer irgendetwas nicht geht. Es gibt einen wahren Friedhof vermeintlich unverzichtbarer Dinge wie kostenloses Essen oder vorab zugeteilte Sitzplätze. Den haben wir gefüllt und werden damit nicht aufhören." (2010)
"Nein. Ich habe mich damit gründlich befasst und keinen Beleg gefunden. Es wird Zeit, dass eine Rezession und die steigende Arbeitslosigkeit das ganze Gedöns wegspülen und sich diese bescheuerten Umweltaktivisten einen Job suchen müssen." Auf die Frage, ob er an die globale Erwärmung glaubt. (2008)
"Das Problem ist, dass die europäischen Fluglinien von Idioten bei British Airways oder Easyjet vertreten werden, die den Emissionshandel befürworten." Über die geplante Einbeziehung des Luftverkehrs in den Emissionshandel in der EU. (2007)
"Ich trainiere hart, und meine täglichen 40 Zigaretten, 24 Bier und ausgedehnten Stunden auf der Couch vor dem Fernseher halten mich perfekt in Form, um Stelios zu schlagen". Über die Idee, sich mit Dauerkonkurrent und Easyjet-Gründer Stelios Haji-Ioannou ein Wettrennen um den Trafalgar Square in London zu liefern. (2010).
"Wir wollen abwarten, bis der irische Staat und die Gewerkschaften die Sanierung in den Sand setzen und uns dann zu Hilfe rufen." Über den angeschlagenen Konkurrenten Aer Lingus, den Ryanair gerne schlucken würde. (2010)
"Bald werden wir auch insgesamt die größte Linie in Europa sein und die von ihren Zukäufen fußkranke Lufthansa wegputzen."
"Jürgen Weber sagt, die Deutschen mögen keine Billigtarife. Wie zum Teufel weiß er das? Die Deutschen werden nackt über zerbrochenes Glas robben, um sie zu kriegen." Über den Ex-Chef und heutigen Chefaufseher der Lufthansa. (2006)
"Die Nummer ist doch der größte Straßenraub seit Jahren." Über den Börsengang von Air Berlin. (2006)
"Keine, um ehrlich zu sein. Das Geschäftsmodell funktioniert nicht." Antwort auf eine Frage über die Zukunft von Air Berlin. (2008)
"Diese Bastarde sollen endlich aufhören, unsere Preise aufzupumpen." Über Web-Reiseangebote. (2008)
"Die große Tragik von Berlin ist, dass Tempelhof geschlossen wird. Dafür müsste man euch erschießen. Das ist ein wunderschöner kleiner Flughafen. Und dann kommen einige idiotische Politiker und machen eine Art Museum daraus. Stattdessen gibt es bald diesen Riesenflughafen in der Pampa." Über die Berliner Flughäfen. (2008)
"Wir werden niemals von einem Flughafen wie München fliegen. Das ist ein lächerlich teurer Flughafen, von Politikern entworfen, um die Kunden auszunehmen." (2004)
"Bald sind wir stark genug, um eine Kampagne gegen diese fucking Steuern zu starten. Ganz Europa redet vom freien Reiseverkehr, und dann kommen die Regierungen und verlangen eine fucking Flughafensteuer." (2004)

Der irische Billigflieger Ryanair hat dank eines starken Sommergeschäfts und höherer Ticketpreise die Gewinnprognose angehoben. Für das laufende Geschäftsjahr 2012/2013 bis Ende März erwartet der Lufthansa-Konkurrent nun einen Nettogewinn zwischen 490 und 520 Millionen Euro, wie Ryanair am Montag in Dublin mitteilte. Zuvor war das Unternehmen von 400 bis 440 Millionen Euro ausgegangen. Zu dem optimistischeren Ausblick trug auch bei, dass Ryanair weniger für Treibstoff ausgeben musste als vorhergesagt.

Ungeachtet der Eurokrise und der Konjunkturflaute in Europa setzte Ryanair im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres im Jahresvergleich eine Preiserhöhung von durchschnittlich sechs Prozent pro Ticket durch. Die Zahl der Passagiere stieg um sieben Prozent auf 48 Millionen. Der Nettogewinn legte um ein Zehntel auf 596 Millionen Euro zu. Der Umsatz kletterte den Angaben zufolge um 15 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.

Die größten Billigflieger Europas
Die von deutschen Flughäfen aus startenden Billigflieger sind nach einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) teurer geworden. Je nach Fluglinie lagen die Durchschnittspreise für einen einfachen Flug im vergangenen Herbst zwischen 70 und 140 Euro brutto, wie das Forschungsinstitut berichtete. Im vorangegangenen Sommer hätten sie noch bei 50 bis 130 Euro gelegen. Insgesamt nutzten im ersten Halbjahr 2014 der Studie zufolge knapp 31 Millionen Passagiere Angebote sogenannte Low Cost Carrier. Im Sommerflugplan 2014 bedienten sie insgesamt 722 Strecken in und ab Deutschland - ein Plus von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch verlief die Entwicklung regional sehr unterschiedlich. Die meisten Günstigflieger-Passagiere verzeichneten die Berliner Flughäfen. Auch die Airports Hamburg und Köln/Bonn konnten ihr Passagieraufkommen steigern. Starke Rückgänge gab es dagegen auf Regionalflughäfen wie Weeze oder Hahn, wo sich die gesunkene Präsenz von Ryanair bemerkbar machte. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Platz zehn: Air Baltic mit 25 FlugzeugenDie lettische Fluggesellschaft Air Baltic belegt mit 25 Flugzeugen, darunter fünf Boeing 737–500, acht Boeing 737–300 und zwölf Q-400 NextGen Platz zehn. Quelle: Presse
Platz neun: Aer Lingus mit 50 FlugzeugenMit 50 Flugzeugen liegt Air Lingus auf Rang neun. Zu der Flotte der irischen Fluggesellschaft zählen je drei Boeing 757-200, Airbus A330-200, Airbus A321-200, jeweils vier Airbus A319-100 und Airbus A330-300 und 33 Airbus A320-200. 2015 sollen außerdem neun Flugzeuge vom Typ Airbus A350-900 an die Fluglinie ausgeliefert werden. Quelle: dpa
Platz acht: Wizz Air mit 54 FlugzeugenDie ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an. Wizz Air verfügt über eine junge Flotte mit Flugzeugen vom Typ Airbus 320. Alle 54 Flugzeuge werden von V-2500-Motoren von International Aero Engine betrieben. Quelle: dapd
Platz sieben: Jet2 mit 55 FlugzeugenDie britische Billig-Airline Jet2 gibt es erst seit 2002, trotzdem hat sie mit 55 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit den 23 Boeing 737-300, einer Boeing 737-300F, sieben Boeing 737-300QC und jeweils zwölf Boeing 737-800 und Boeing 757-200 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an. Quelle: Presse
Platz sechs: Germanwings mit 57 FlugzeugenGermanwings schafft es mit einer Flotte von 57 eigenen und 23 Eurowings-Flugzeugen auf Platz sechs unter den Top 10 der europäischen Billig-Airlines. Ab Frühjahr 2015 sollen 64 eigene Flugzeuge der Typen A319 und A320 sowie 23 durch Eurowings betriebene Regionalflugzeuge für Germanwings im Einsatz sein. Quelle: dpa/dpaweb
Platz fünf: Flybe mit 62 FlugzeugenDie britische Airline Flybe betreibt mit 45 Maschinen die größte Flotte an Bombadier DashQ8-400 Maschinen weltweit. Hinzu kommen noch elf Maschinen vom Typ Embraer 175 (vier weitere sind bestellt) sowie sechs Jets vom Typ 195. Flybe hat seinen Sitz in Southhampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an. Quelle: Presse
Platz vier: Norwegian mit 74 FlugzeugenNorwegian Air Shuttle ASA betreibt derzeit 74 Flugzeuge, davon 64 Maschinen des Typs Boeing 737-800 und zehn Maschinen des Typs Boeing 737-300. Quelle: Presse
Platz drei: Vueling mit 87 FlugzeugenDie spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus einer Boeing 757-200, fünf Airbus A319-100 und 81 Maschinen vom Typ Airbus A320-200. Neben acht Basen in Europa hat Vueling auch in Parlis-Orly, Toulouse und Amsterdam Flugzeuge und Personal stationiert. Quelle: dapd
Platz zwei: Easyjet mit 208 FlugzeugenDie Flotte der britische Fluglinie Easyjet besteht insgesamt aus 208 Flugzeugen. Die Gesellschaft ist derzeit der weltweit größte Abnehmer des Airbus A319-100. 140 Maschinen dieses Typs sind für Easyjet im Einsatz. Hinzu kommen 68 Maschinen vom Typ Airbus A320-200. 75 weitere Maschinen dieser Art sind bestellt. Außerdem hat Easyjet 100 Flugzeuge vom Typ Airbus A320neo bestellt. Quelle: dapd
Ryanair-Chef Chef Michael O'Leary Quelle: dpa

Lufthansa schwächelt

Auf die Lufthansa-Aktien färbte der positiv aufgenommene Quartalsbericht von Ryanair nur kurzzeitig ab. Die im Dax gelisteten Papiere notierten in der ersten Handelsstunde zunächst bis zu 1,1 Prozent fester, verloren dann aber 0,7 Prozent. "Hier überwiegen heute Gewinnmitnahmen", sagte ein Börsianer. Die Aktien haben seit vergangenen Montag mehr als 13 Prozent zugelegt. Zudem sorgten auch die Spekulationen über eine stärkere Zusammenarbeit der Lufthansa mit Turkish Airlines für Verunsicherung, erklärte der Börsianer. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan hatte am Samstag vor Mitgliedern der Regierungspartei AK gesagt, er stimme mit einem Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel überein, eine "gemeinsame Verwaltung" der beiden Konzerne aufzubauen. Es blieb zunächst aber unklar, was genau der Regierungschef mit seinen Äußerungen meinte.

Abschaffung von Last-Minute-Angeboten

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Eine Nachricht für Kunden aller Fluglinien verkündete der designierte Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft, Michael Frenzel, am Wochenende. Er kündigte das Ende der Last-Minute-Reisen an: Klassische Last-Minute-Reisen, die man drei oder vier Wochen vor Abflug buchen könne, werde es bald nicht mehr geben. "Heute werden die Preise tagesaktuell gestaltet, es gibt also keinen festen Zeitpunkt, wann Buchungen am günstigsten sind." Des Weiteren forderte er die Abschaffung der Luftverkehrssteuer. "Die macht den Urlaub für uns Deutsche unnötig teuer", sagte er der Zeitung "Bild am Sonntag". Wer heute einen Langstreckenflug buche, zahle pro Strecke 42,18 Euro, bei kurzen Flügen seien es 7,50 Euro. Im vergangenen Jahr kostete Flugreisende die Steuer 961 Millionen Euro.

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