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Flugzeugbestellungen Der Orderboom der Airlines hält an

Die angekündigte Großbestellung des indischen Billigfliegers Indigo im Wert von 26 Milliarden Dollar ist der bislang größte Flugzeug-Deal des Jahres. Doch von einem absoluten Rekord ist er weit entfernt. 

Die größten Flugzeug-Deals
Easyjet Quelle: REUTERS
United Airlines Quelle: dpa
Southwest Airlines Quelle: dapd
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Air Asia Quelle: dpa
Norwegian Quelle: REUTERS
Ryanair Quelle: dpa

Auf den ersten Blick klingt es nach Größenwahn: Der indische Billigflieger Indigo bestellt mit 250 neuen Airbus-Jets etwa das Dreifache seiner heutigen Flotte und hat nun einen Auftragsbestand vom Achtfachen seiner aktuellen Größe. Und das ist noch nicht mal der größte Auftrag aller Zeiten.  

Insgesamt haben allein Marktführer Airbus und sein US-Konkurrent Boeing in den vergangenen fünf Jahren mehr als 11.000 Flugzeuge verkauft und bis zum Jahresende könnten noch mal ein paar Hundert dazukommen. Das gesamte Orderbuch entspricht dann fast 60 Prozent der heutigen Passagierflotte von 18.500 Fliegern. Um den Bestand abzuarbeiten, brauchen die beiden mehr als ein Jahrzehnt.

Wie die Airlines ihre Flugzeuge leichter machen wollen

Doch der vermeintliche Wahnsinn hat Methode. Zum einen wächst der Luftverkehr weltweit mit fünf bis sechs Prozent pro Jahr und verdoppelt sich damit rein rechnerisch gut alle zehn Jahre. Allein deshalb brauchen die Airlines laut den Prognosen der Hersteller in den kommenden 20 Jahren mehr als 19.000 zusätzliche Maschinen. Die gehen vor allem in die großen Wachstumsmärkte wie Asien und den Billigflugsektor.

Dazu zeigt die Liste der größten Besteller neben den klassischen Wachstumswundern auch die überraschende Rückkehr etablierter Airlines, die aus Sicht der Hersteller gut 12.000 Jets brauchen werden. Angesichts der seit der Jahrtausendwende um rund das Zwanzigfache gestiegenen Preise für Flugbenzin müssen sie nämlich einen Teil ihrer Flotte durch neue sparsamere und bequemere Modelle ersetzen. Obwohl zum Beispiel American Airlines nur einen Teil ihrer derzeit 628 Flieger ersetzen will, kommt sie mit ihren Deals auf einen Wert von 38 Milliarden Dollar zu Listenpreisen.

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Zudem haben die vielen Rekorddeals der vergangenen Jahre den gesamten Markt verändert. Sie sorgen nicht nur für bessere Preise, weil die Hersteller mehr verkaufen als sie produzieren können. Die langen Bau- und Lieferzeiten zwingen auch viele Airlines ohne konkreten Bedarf quasi auf Vorrat ordern.

Das Risiko ist freilich gering. Denn sollten sie die Flieger nicht brauchen, können sie diese angesichts der hohen Nachfrage meist leicht etwa bei einem Leasingunternehmen absetzen. Somit dürfte der Boom noch eine ganze Weile anhalten.

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