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Formel 1 Heiße Luft am Nürburgring

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Ecclestone darf nicht alleine entscheiden

Auf Nachfrage der WirtschaftsWoche erklärte der Capricorn-Sprecher dann auch: „Einen schriftlichen Vertrag gibt es noch nicht.“ Kann es auch noch gar nicht geben, denn seit Bernie Ecclestone in München vor Gericht steht, weil er einen Banker der bayrischen Landesbank bestochen haben soll, darf er in der Formel 1 nicht mehr alleine entscheiden. Er musste seinen Direktorenposten abgeben und ist nur noch informell für die Rennserie tätig, zeichnungsberechtigt ist er nicht mehr.

Alle Entscheidungen laufen über Donald Mackenzie und Peter Brabeck-Letmathe, die vom F1-Mehrheitseigner – dem Finanzinvestor CVC Capital – eingesetzt worden sind. In der Regel werden wichtige Vereinbarungen wie Verträge mit Rennstrecken ohnehin zuvor dem Board der Formel 1 vorgelegt, dem zentralen Beratungs- und Aufsichtsgremium.

Ein Mitglied des Formel-1-Boards sagte der WirtschaftsWoche auf Nachfrage: „Bisher ist im Board nichts davon angekommen.“ Ecclestone sei kein Direktor mehr und könne daher alleine auch keine gültigen Verträge unterzeichnen. „Ich persönlich halte die ganze Sache für höchst unwahrscheinlich.“ CVC teilte auf Anfrage mit, man wolle den Sachverhalt nicht kommentieren. Ecclestone selbst bestätigte ebenfalls, dass die Gremien noch nicht eingebunden sind und die Entscheidung letztlich bei ihnen liegt. „Sie müssen zustimmen“, sagte der Brite.

Für die Formel 1 ist es keineswegs unproblematisch, sich von 2015 bis 2019 an den Nürburgring zu binden. Bisher gibt es ein Rotationssystem: In den ungeraden Jahren finden die Rennen am Nürburgring statt, in den geraden am Hockenheimring. Nachdem der bisherige Formel-1-Vertrag des Nürburgrings mit dem Rennen 2013 endete, ist im Juli 2014 wieder der Hockenheimring dran – der allerdings hat auch für die Jahre 2016 und 2018 bereits einen Vertrag.

Ecclestone bekennt sich zu Hockenheim

Gegenüber der WirtschaftsWoche gab Ecclestone ein Bekenntnis zu Hockenheim ab. „Diesen Vertrag werden wir respektieren“, so der 83-Jährige. Das erhöht die Chancen für eine Einigung mit dem Nürburgring für 2015 bis 2019 nicht gerade – denn dann müsste die Formel 1 für 2016 und 2018 zwei Rennen nach Deutschland vergeben.

Das gab es von 1995 bis 2006 zwar schon einmal, in diese Zeit fiel allerdings die Hochphase des Booms um Michael Schumacher. Mittlerweile jedoch verkaufen sich die Tickets für die Rennen in Deutschland trotz der Erfolge von Sebastian Vettel und jüngst Nico Rosberg eher mittelprächtig. Das Interesse der Fans hat stark nachgelassen.

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Zudem sind durch den Expansionskurs der Formel 1 neue Rennen in Asien, dem arabischen Raum und den USA hinzugekommen, dagegen stehen immer weniger europäische Strecken im Kalender. In Motorsportkreisen gilt es als unwahrscheinlich, dass von den wenigen verbliebenen Europarennen gleich zwei nach Deutschland gehen.

So gesehen trifft die capricorn-Pressemitteilung in ihrer ganzen Schwammigkeit die Lage, wenn es heißt: „Damit ist eine dauerhafte Bindung der Formel 1 am Nürburgring möglich und in greifbarer Nähe.“ Bis dahin muss allerdings noch die ein oder andere Frage geklärt – und vor allen Dingen ein verbindlicher Vertrag unterschrieben werden.

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